Rubriken

Dr. Klaus Sternberger: der Daten-Strukturierer

Interview mit Dr. Klaus Sternberger, der unter anderem am Aufbau des FernUni-Rechenzentrums im Jahr 1975 beteiligt war: „Damals konnte man gar nicht so schnell die Stellenbeschreibungen zu Papier bringen wie man dann die Stellen letztendlich im Haushaltsplan hatte.“ Foto: FernUniversität, Jakob Studnar

Biographisches

  • 1940 in Hagen geboren
  • 1971 bis 1975 Dezernent an der Uni Bonn für Planung, Statistik und Datenverarbeitung, Aufbau des Rechenzentrums
  • 1974 Berufung in den vorläufigen Gründungs­ausschuss der FernUniversität
  • 1974 Beginn des Aufbaus des FernUni-Rechenzentrums
  • 1975 URZ-Leiter
  • 2005 Ruhestand

Anfang der 1980er Jahre bot sich die Möglichkeit für die FernUniversität, die Kommunikation mit ihren Studierenden wesentlich zu verbessern: Bildschirmtext (BTX). Das Universitätsrechenzentrum (URZ) befasste sich ausführlich auch mit dieser Technologie, bei der per Fernsehgerät Texte interaktiv verarbeitet und ausgetauscht werden konnten. Doch als Internet, PCs und Video-Conferencing aufkamen, wurde BTX chancenlos.

Digitale Dezentralisierung

Ab Mitte der 1980er Jahre konnten sich Lehrgebiete und Fachbereiche zunehmend selbst mit PCs und Workstations versorgen und sie einsetzen. Dr. Klaus Sternberger: „Da gab es eine deutliche Tendenz der Dezentralisierung.“

Aufbau gegen Abbau

Das war eine schwierige Phase. Die damalige Kommission für Planung und Finanzen leitete aus Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft ab, dass man die 40 oder 45 Stellen des Universitätsrechenzentrums (URZ) auf Fachbereiche und Verwaltung verteilen könne. Das URZ hielt mit dem Aufbau neuer Serviceleistungen dagegen.

Etablierter Service

Denn es zeigte sich schnell, dass es Dienste geben muss, die „man zentral vorhält und an der gesamten Hochschule zur Verfügung stellt“: Die PC-Hotline wurde eingerichtet, damit sich URZ-Fachleute um die Installation und Pflege und Störungsbehebung bei PCs kümmern.

Die zentralen Serviceleistungen wurden im Laufe der Zeit bekannter und sind heute fest etabliert. Auch bei der Beschaffung von geeigneten Geräten unterstützte das URZ Verwaltung und Beschäftigte.

Neues Netz

In den 1990er Jahren wurde die hochschulweite Netzinfrastruktur ausgebaut, um die dezentralen Arbeitsplätze über das Wissenschaftsnetz mit dem Internet zu verbinden. Investitionsprogramme stellten sicher, dass auch die FernUniversität von 1992 bis 1997 praktisch alle ihre Räume und Gebäude untereinander verbinden und jeden Arbeitsplatz verkabeln konnte.

Verwaltungsverständnis

Da Sternberger vor seiner FernUni-Zeit in der Bonner Uni-Verwaltung gewesen war, hatte er „für die Verwaltungsmitarbeiter den Geruch“, ihre Sorgen, Nöte, Verfahrensweisen und Praktiken zu kennen: „Das führte dazu, dass es eine gute Kooperation zwischen Hochschulverwaltung und Rechenzentrum gegeben hat.“ Das war auch für die Steuerung des Fernstudienbetriebs, des sogenannten „Betriebssystems“, enorm wichtig.


Über das Projekt „Zeugen der Zeit“

Interviews und Redaktion:
Dr. Almut Leh (Institut für Geschichte und Biographie)

Produktion:
Jennifer Dahlke, Alexander Reinshagen, Sascha Senicer (Zentrum für Medien und IT)

Texte:
Carolin Annemüller, Susanne Bossemeyer, Gerd Dapprich, Anja Wetter, Multimediale Umsetzung: Oliver Baentsch, Maren Volkmann (Dezernat 7 Hochschulstrategie und Kommunikation)

Fotos:
Jakob Studnar, Stefanie Loos, Archiv der FernUniversität

Plakate:
Gabriele Gruchot (Dez. 5 Technische Medienadministration)

FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de