Prof. Ada Pellert sucht den Dialog

Prof. Dr. Ada Pellert
Prof. Ada Pellert sprach bei der feierlichen Rektoratsübergabe im Theater Hagen darüber, das Erfolgsmodell FernUniversität weiterführen zu wollen – und seine Besonderheiten noch sichtbarer zu machen.

Die neue Rektorin startet gut vorbereitet an der FernUniversität in Hagen: Prof. Dr. Ada Pellert hat sich bietende Gelegenheiten genutzt, um im Vorfeld möglichst viele Menschen an der FernUniversität kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Ich sehe Kommunikation als eine meiner wesentlichen Aufgaben an“, sagt die Wirtschaftsprofessorin mit Erfahrung im Hochschulmanagement, die das Amt von Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer übernommen hat. „Mir ist es wichtig, die vorhandenen Dialogstrukturen aufzunehmen und sie auszubauen.“ Um die FernUniversität weiterzuentwickeln, möchte sie in die Diskussion mit allen Mitgliedern der Hochschule einsteigen: mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den Angehörigen der Hochschulgremien, den Studierenden und mit den nicht-wissenschaftlich Beschäftigten.

Lebenslanges Lernen

Ausgangspunkt aller Überlegungen ist das zentrale Anliegen der FernUniversität: ein Studium parallel zu beruflichen oder familiären Verpflichtungen zu ermöglichen. „Die FernUniversität ist die Spezialistin auf dem Gebiet Lebenslanges Lernen. Sie hat 40 Jahre Erfahrung damit“, sagt Pellert, die in ihrer eigenen Karriere selbst Expertise auf diesem Themenfeld sowie bei den Themen Fernstudium und E-Learning unter Beweis gestellt hat – in ihren verschiedenen beruflichen Positionen ebenso wie in wissenschaftlichen Projekten.

Um das „Erfolgsmodell FernUniversität in Hagen“ auch in Zukunft weiterzuführen, möchte die neue Rektorin passgenauer auf die Bedürfnisse der Studierenden eingehen. Mit den Berufstätigen als wesentliche Zielgruppe stehen auch deren besondere Anforderungen an die Rahmenbedingungen eines Studiums im Fokus. Die Studierenden müssen das Lernen in ihre Arbeits- und Lebenswelt integrieren können.

Biographie (Auswahl)

  • seit 2016 Rektorin der FernUniversität Hagen
  • 2009 bis 2015: Gründungspräsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin
  • 2005 bis 2008: Vizerektorin an der Donau-Universität Krems
  • 1999 bis 2003: Vizerektorin an der Karl-Franzens-Universität Graz
  • 1998 Habilitation an der Universität Klagenfurt
  • 1982 bis 1987: Studium und Promotion an der Wirtschaftsuniversität Wien
Prof. Ada Pellert
Herzliche Aufnahme in Hagen: Das Theater war voller Menschen, die auch der neuen Rektorin gratulierten.

Ein wesentliches Instrument ist für Pellert dabei die Digitalisierung der Lehrangebote. Für sie sind Online-Lösungen weiterhin der Weg, Studierenden Flexibilität zu garantieren und auch Nähe zu Lehrenden zu erzeugen. Gleichzeitig vermittelt das netzgestützte Studium spielerisch Schlüsselkompetenzen, die vor allem im Berufsleben gefragt sind. An dieser Stelle betont Pellert die Chance, Theorie und Praxis enger zu verzahnen: „Unsere Studierenden können uns wertvolle Rückmeldung geben, unser Fernstudiensystem zu verbessern.“

Inspirierendes Forschungsumfeld

Für die Wissenschaftlerin Ada Pellert baut das Konzept Universität auf der Einheit von Forschung und Lehre auf. Neben dem großen Lehrbetrieb soll die Forschung einen adäquaten Platz an der FernUniversität einnehmen. Damit die einzelnen Forscherinnen und Forscher ihre persönlichen Forschungsaktivitäten entfalten können, sollen sie eine „inspirierende Umgebung“ vorfinden. Dazu möchte die neue Rektorin beitragen. Sie sieht in der Zahl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Vorteil der Nähe, die den Austausch von Ideen befördert.

Darüber hinaus möchte Ada Pellert den Erfahrungsvorsprung, den die FernUniversität in der Entwicklung moderner Lernkonzepte gegenüber anderen Universitäten hat, wissenschaftlich untermauern: etwa in interdisziplinären Forschungsprojekten oder in einem sichtbaren Forschungsschwerpunkt. „Wenn wir unser Knowhow wissenschaftlich belegen können, steht unsere Vorbildrolle nicht in Frage. Dann lassen sich auch andere davon überzeugen, dass sie von unseren Erfahrungen mit dem Lehrsystem profitieren können“, findet Pellert.

Denkbar sei, für eine solche Forschungsaktivität und für weitere Vorhaben mit einem internen Zirkel von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu arbeiten und externe Kooperationen einzugehen – auf nationaler und internationaler Ebene. Die bereits angelegten Netzwerke könnten auf diese Weise ausgeweitet werden, an anderen Stellen können Forschungsgemeinschaften entstehen. „Internationale Kontakte sind für die Forschung essenziell“, so Pellert. Davon profitiert auch der wissenschaftliche Nachwuchs an der FernUniversität.

Familiäre Wurzeln

Privat kann Ada Pellert mit dem Amt der Rektorin in Hagen an ihre familiären Wurzeln anknüpfen: Ihre Mutter stammte aus Essen und hat der Tochter eine Bindung ans Ruhrgebiet mitgegeben. Außerdem wurde Ada Pellert in Bruck an der Mur geboren. Die österreichische Stadt pflegt seit 1974 eine Partnerschaft mit dem Hagener Stadtteil Hohenlimburg. Gute Vorzeichen für den Start an der FernUniversität in Hagen!

Anja Wetter | 04.03.2016