Erfolgreiche wissenschaftliche Dreiecksbeziehung: FernUniversität 40 Jahre in Coesfeld

„Hier trauen sich die Leute!“ nahm Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann Bezug auf den Ort, an dem sich FernUni-Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert und Kanzlerin Regina Zdebel ins Goldene Buch der Stadt eintrugen: das „Trauzimmer“ im Stadtschloss. Auch die FernUniversität in Hagen und die Stadt Coesfeld hatten sich vor 40 Jahren etwas getraut: Die gerade einmal ein Jahr junge Universität eröffnete hier 1976 eines ihrer ersten Studienzentren, das 2009 eines ihrer ersten Regionalzentren wurde.

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FernUni-Rektorin Prof. Ada Pellert (vorne re.) und Kanzlerin Regina Zdebel trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Coesfeld ein. Hinter ihnen (v.li. nach re.): Stephan Ernsting, Horst Beeck (CFO der Ernsting's family Unternehmensgruppe), Barbara Thesing (Regionalzentrum) Bürgermeister Heinz Öhmann, Lilly Ernsting und Jun.-Prof. Dorett Funcke

Es war der Beginn einer erfolgreichen Beziehung. Heute werden hier 3.000 FernUni-Studierende betreut und unterstützt. Bürgermeister Öhmann betonte: „Wir können stolz sein, dass wir als Mittelzentrum in einer Reihe genannt werden mit den Großstädten Berlin, Bonn, Hagen, Hamburg, Frankfurt…“

Aus der Kooperation von Hochschule und Stadt entwickelte sich sogar eine ebenfalls bestens funktionierende wissenschaftliche Dreiecksbeziehung, denn sie arbeiten inzwischen ebenfalls eng und partnerschaftlich mit der Firma Ernsting’s family und der Familie Ernsting zusammen. Diese haben die Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften gestiftet. Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke trägt die Verantwortung für die „BürgerUniversität Coesfeld“, die im nächsten Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Sie trägt die Ergebnisse soziologischer Forschungen vor allem der FernUniversität in die Stadt und die Region Coesfeld und macht sie dort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Von dieser Zusammenarbeit profitieren also über die drei Partnerinnen und die FernUni-Studierenden hinaus auch wissenschaftliche interessierte Bürgerinnen und Bürger, die aus einem Umkreis von 50 Kilometern zu den Vortragsveranstaltungen kommen: „Die FernUniversität bereichert unser breites Bildungsangebot und ist eine wichtige Partnerin“, konstatierte Öhmann. Als Veranstaltungsort und Standort und des Regionalzentrums ist das ehemalige militärische Wehrbereichskommando heute unter der Bezeichnung „WBK – Wissen Bildung Kultur“ ein Wahrzeichen Coesfelds geworden.

„Vor 40 Jahren hat sich Coesfeld etwas getraut“, unterstrich auch Rektorin Prof. Ada Pellert in ihrer Dankesrede: „Die FernUniversität war etwas Neues. Coesfeld hat gesagt: ‚Interessant, da wollen wir mitmachen.‘ Solchen Mut brauchen wir auch heute noch! Das Regionalzentrum spinnt mit seiner engagierten Leitung die regionalen Fäden, es macht die FernUniversität ‚nah‘.“ Die Stadt habe die Chancen erkannt, die die FernUni ihr bot. Diese habe gesehen, wie wichtig regionale Bündnispartner sind. Die von der Firma und der Familie Ernsting gestiftete Juniorprofessur habe sich mit ihren Forschungen entwickelt, Stadt und Unternehmen könnten den Effekt fühlen: „Unsere Studierenden wollen etwas tun, für Arbeitgeber sind sie ein Schatz“, so Ada Pellert. „Und damit sind wir Partner in der Personalentwicklung!“

Für die Rektorin ist die Zusammenarbeit von Hochschule mit der Stadt und der Firma und Familie Ernsting ein „wunderbares Beispiel – ich würde mir wünschen, dass es so etwas an allen FernUni-Standorten gibt“.

Gerd Dapprich | 02.12.2016