Promotionsstipendien im Bereich Gender Studies

Drei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch. Sie haben Bücher und einen Laptop vor sich.
Ab sofort können sich Doktorandinnen und Doktoranden mit Gender-Studies-Themen bewerben. (Foto: Torsten Silz)

Die FernUniversität in Hagen treibt die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft weiter voran. Mit dem Gleichstellungskonzept 2014–2017 hatte die Hagener Hochschule beim Professorinnenprogramm II des Bundes und der Länder einen Spitzenplatz besetzt. Nun war sie auch in der zweiten Ausschreibungsrunde erfolgreich. Die ersten geförderten Maßnahmen können starten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat beide Förderanträge der FernUnversität positiv beschieden.

Bewerbungsfrist bis Mai

„Wir freuen uns, dass mit der Unterstützung des Professorinnenprogramms jetzt die Ausschreibung für Promotionsstipendien nach der Graduiertenstipendienvergabeordnung der FernUni im Bereich Genderforschung veröffentlicht ist“, sagt Dr. Jana Husmann, stellvertretende Leiterin der Abteilung Forschung und Internationale Angelegenheiten an der FernUniversität. Bewerben können sich Doktorandinnen und Doktoranden aller Fachrichtungen, die ihre Arbeit zum Thema Gender Studies schreiben. Bewerberinnen und Bewerber müssen an der FernUniversität eingeschrieben sein oder wenigstens eine Betreuungszusage durch eine Professorin oder einen Professor hier haben. Vorranging werden Grundstipendien vergeben, möglich sind auch Abschlussstipendien. Die Laufzeit beträgt maximal drei Jahre.

Professorinnenprogramm

Das Professorinnenprogramm haben Bund und Länder 2008 ins Leben gerufen, um den Anteil an Professorinnen an deutschen Hochschulen zu erhöhen – und hierfür insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht die Anzahl der Professorinnen und stärkt durch spezifische Maßnahmen die Gleichstellungsstrukturen.

„Gender im Recht“

Darüber hinaus wird an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität eine auf fünf Jahre befristete W2-Professur „Gender im Recht“ ausgeschrieben. „Die Fakultät hat sich mit ihrem Antrag in einem hochschulinternen Wettbewerbsverfahren durchgesetzt“, sagt Dr. Sonja Brandt, Referentin für Lehre und Qualitätsmanagement an der FernUniversität. Für diese Genderprofessur übernimmt die FernUniversität auch die Finanzierung über die Projektlaufzeit des Professorinnenprogramms II hinaus.

Noch in diesem Jahr soll es außerdem eine Auftaktveranstaltung zu „Gender in der Lehre“ geben, „um Lehrende für eine geschlechtergerechte Gestaltung von Lehre zu sensibilisieren“, so Brandt. Inhalte dazu erscheinen auch in einer Broschüre und im Internet-Portal „Gender in der Lehre“. Auch die Themen Familienfreundlichkeit und Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses sollen weiter gestärkt werden: mit der Einrichtung eines Beratungsangebotes „FamilienService“ und über ein Mentoring-Programm. „Beim Mentoring-Programm geht es darum, Nachwuchswissenschaftlerinnen individuell und gezielt zu unterstützen“, erläutert Sonja Brandt.

Mittel bis 2020

Die FernUniversität setzt die Mittel, die durch die Förderung des BMBF im Haushalt frei werden, plus weitere Mittel in mindestens gleicher Höhe für Gleichstellungsmaßnahmen ein. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt bei der Finanzierung der Maßnahmen. Dadurch stehen bis ins Jahr 2020 insgesamt über 1,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Anja Wetter | 04.03.2016