„Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“: Bildungsministerium beauftragt FernUniversität mit wissenschaftlicher Begleitung

Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen stellten das BMBF-Projekt gemeinsam mit Rektorin Prof. Ada Pellert (li.) dem Dekan der Fakultät KSW, Prof. Frank Hillebrandt (2.v.re.), vor.

Bund und Länder wollen die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung stärken. Dazu haben sie gemeinsam den Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ initiiert. Mit den damit verbundenen finanziellen Mitteln werden Projekte an Hochschulen gefördert, die ein berufsbegleitendes Studium ermöglichen und Konzepte für Lebenslanges Lernen umsetzen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat für die Zeit von März 2016 bis Juni 2019 die FernUniversität in Hagen (Projektleitung) gemeinsam mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Technischen Universität Dortmund und dem Gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) für die wissenschaftliche Begleitung beauftragt.

Aufgaben und Ziele der wissenschaftlichen Begleitung

Die beteiligten Institutionen sollen die bundesweit geförderten 73 Hochschul-Projekte in den kommenden drei Jahren beraten und unter anderem darin unterstützen, ihre Expertise im Umgang mit heterogenen Zielgruppen von Studierenden auszubauen, berufsbegleitende Studiengänge und Studienmodule zu entwickeln, aber auch Strukturen für die nachhaltige Implementierung dieser Angebote sowie unterstützender Maßnahmen nach Projektende einzuführen. Darüber hinaus beobachtet und erforscht das Team der wissenschaftlichen Begleitung aus unterschiedlichen Perspektiven die nationalen sowie internationalen Entwicklungen des Lebenslangen Lernens an Hochschulen und speist die Analysen in die Projekte ein.

Im Rahmen ihrer Arbeit identifiziert die wissenschaftliche Begleitung auch Herausforderungen und Barrieren sowie Chancen und Potenziale der entwickelten Konzepte und Formate an den beteiligten Hochschulen. Daraus ergeben sich Vorschläge, wie Lebenslanges Lernen an Hochschulen auf hochschulpolitischer, organisationaler und hochschuldidaktischer Ebene nachhaltig implementiert werden kann.

Folgende Aufgaben stehen im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Begleitung:

  • wissenschaftliche Beratung und Begleitung der Förderprojekte sowie Sicherung des Informationsaustauschs mit und zwischen den Projekten;
  • eigene begleitende Forschungsarbeit zu relevanten Fragestellungen der Projekte und
  • Aufbereitung der Ergebnisse für die Förderprojekte, weitere relevante Stakeholder und die interessierte Fachöffentlichkeit.

Die Ergebnisse und Erfahrungen, die gesammelt werden, sollen über den Wettbewerb hinaus einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung von Hochschulen hin zu Institutionen des Lebenslangen Lernens leisten – und damit zur Weiterentwicklung des deutschen Hochschulsystems beitragen.

Bildungs- als auch Hochschulforschung

Das Konsortium der wissenschaftlichen Begleitung vereint sowohl Bildungs- als auch Hochschulforschung und bringt viel Expertise in der praktischen Beratung von Hochschulen und ihren Mitgliedern mit. Neben jahrelanger Erfahrung durch die eigene Arbeit mit neuen Zielgruppen von Hochschulen verfügen die beteiligten Institutionen über internationale Kontakte, die für die bildungspolitische Einbettung des Wettbewerbs von Vorteil sind.

Zudem ist das thematische Spektrum der Beruflichen Bildung in die wissenschaftliche Begleitung eingebunden. Damit werden die berufliche und wissenschaftliche Weiterbildung näher aneinander herangeführt, da diese Aspekte in vielen Projekten des Wettbewerbs ineinander greifen. Die auf entsprechenden Forschungsprojekten basierenden Erfahrungen der wissenschaftlichen Begleitung im Umgang mit der Studierendengruppe der beruflich Qualifizierten, können so allen Förderprojekten der ersten und zweiten Wettbewerbsrunde zur Verfügung gestellt werden.

Das beauftragte Team

Das nunmehr beauftragte Team unter Leitung von Prof. Dr. Ada Pellert, Prof. Dr. Uwe Elsholz und Dr. Eva Cendon (alle FernUniversität) knüpft an die Arbeit der bisherigen wissenschaftlichen Begleitung (bis Ende 2015 bestehend aus der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Deutschen Universität für Weiterbildung) an. Das Team von Prof. Dr. Uwe Wilkesmann (TU Dortmund, Direktor des Zentrums für HochschulBildung), wird insbesondere die wissenschaftliche Expertise zu den Themen Governance der akademischen Lehre, Hochschulen als Organisation und Weiterbildungsmanagement in die wissenschaftliche Begleitung einbringen.

Dr. Sigrun Nickel (CHE) fokussiert mit ihrem Team das Thema Heterogenität neuer Zielgruppen. Das Team der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, vertreten durch Dr. Annika Maschwitz und Prof. Dr. Karsten Speck, wird die Aktivitäten des Netzwerks Offene Hochschulen unterstützen und zu den Themen Nachhaltigkeit und Transfer der Projektergebnisse tätig. Durch diese Partnerkonstellation wird bei gleichzeitiger partieller Kontinuität des bisherigen Teams sichergestellt, dass die Förderprojekte des Wettbewerbs weiterhin bestmöglich unterstützt und begleitet werden.

Weitere Informationen

www.offene-hochschulen.de

„Passgenaues Projekt“

„Ich freue mich, dass wir das Projekt an die FernUniversität holen konnten“, sagt Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert, die bereits gemeinsam mit Dr. Eva Cendon die Gesamtleitung in der ersten Förderphase innehatte. Beide Wissenschaftlerinnen beteiligten sich zudem mit den Themen Hochschuldidaktik für die wissenschaftliche Weiterbildung und Organisationsentwicklung an Hochschulen. Die Ergebnisse aus dem ersten Teil des Projektes sind jetzt in drei Bänden erschienen.

„Es ist ein passgenaues Projekt für unsere Hochschule“, so Pellert jetzt über die zweite Förderphase. „An der FernUniversität sind bereits die Strukturen vorhanden für Menschen, die berufsqualifizierend studieren möchten. Von dieser Expertise können die im Projekt geförderten Hochschulen profitieren.“

Angebunden ist die wissenschaftliche Projektkoordination an das Lehrgebiet Lebenslanges Lernen von Prof. Dr. Uwe Elsholz, der die akademische Qualifizierung aus beruflicher Perspektive vertritt. Gemeinsam stellen die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gesamtleitung der wissenschaftlichen Begleitung an den Standorten Hagen und Berlin.

„Es ist d a s Thema der FernUni. Wir haben die Erfahrung in der Lehre und der akademischen Bildung für Menschen, die parallel zum Beruf oder einer Familie studieren“, begrüßt Prof. Dr. Frank Hillebrandt als Dekan der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften, dass die Hagener Hochschule den Auftrag durch das Bundesbildungsministerium bekommen hat.


  • Bund und Länder haben im Jahr 2008 die Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ gestartet – mit dem Ziel, die Bildungschancen aller Bürgerinnen und Bürger zu steigern. Der Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ ist Teil dieser Qualifizierungsinitiative.

    Ziel ist es, Konzepte für berufsbegleitendes Studieren und lebenslanges, wissenschaftliches Lernen besonders für Berufstätige, Personen mit Familienpflichten sowie Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer zu fördern. Außerdem soll eine engere Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung erreicht und neues Wissen schnell in die Praxis integriert werden.

    Das BMBF fördert von 2011 bis 2020 mit dem Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ deutsche Hochschulen, die Studienangebote für Beschäftigte und beruflich Qualifizierte entwickeln (siehe dazu auch www.wettbewerb-offene-hochschulen-bmbf.de). Die Verbindung von beruflicher Bildung und Hochschulbildung zu stärken und das Lebenslange Lernen an Hochschulen stärker zu etablieren, ist ein zentrales Ziel des Wettbewerbs.

    Damit soll eine bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit, Weiterbildung und privaten Verpflichtungen im Rahmen von lebenslangem Lernen ermöglicht werden. Diese Intention wird durch eine entsprechende methodisch-didaktische Ausgestaltung der Studienangebote unter Verwendung von modernen Medienkonzepten und einer entsprechend zeitlichen Organisation unterstützt.

Anja Wetter | 19.05.2016