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FernUni-News - Forschung und Entwicklung

Bildung zukunftsfähig machen

Die Digitalisierung hat unseren Alltag zum Teil tiefgreifend umgekrempelt: Wir kommunizieren übers Netz, hören mobil Musik, konsumieren Nachrichten unterwegs und gehen online shoppen. Die Arbeitswelt ist von dieser Veränderungsdynamik ebenso erfasst wie der Bildungsbereich.

„Die Formen, wie Menschen Wissen erwerben, haben sich durch die Digitalisierung verändert. Es sind mehr Menschen beteiligt, mit mehr technologischen Möglichkeiten auf mehr Feldern“, hatte Prof. Dr. Felix Stalder von der Hochschule der Künste in Zürich auf einer Tagung der FernUniversität in Berlin zu Beginn des Jahres formuliert. Das unterstreicht Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen: „Es sind Veränderungsprozesse im Gange, mit denen Herausforderungen für die Institutionen selbst verbunden sind.“

Um diese Herausforderungen zu analysieren und die Hochschulen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, bedarf es Erkenntnisse etwa darüber, welche Anforderungen und Möglichkeiten neue Medien und Technologien an das Lernen und Lehren stellen.

Eine Gruppe von FernUni-Studierenden schaut gemeinsam auf das Smartphone einer Studentin.
Smartphones und Tablets kommen an der FernUniversität beim Lehren und Lernen zum Einsatz. (Foto: FernUniversität, Torsten Silz)

Perspektiven für Bildung

Deshalb hat die FernUniversität den Forschungsschwerpunkt „Digitalisierung, Diversität, Lebenslanges Lernen. Konsequenzen für die Hochschulbildung“ aufgesetzt. Der Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit einer grundlegenden Frage, die hochaktuell für die gesamte Hochschullandschaft ist: Was sind die Konsequenzen und Rahmenbedingungen der Digitalisierung für das Bildungssystem, die Wirtschaft und Arbeitswelt? In den Fokus rücken dabei drei Perspektiven, die für den Bereich der Hochschulbildung relevant sind:

  • Wie lassen sich die Möglichkeiten einer Digitalisierung der zentralen Leistungsprozesse der Hochschule angemessen nutzen?
  • Wie kann man einer zunehmenden Diversität der Zielgruppen gerecht werden?
  • Wie lassen sich adäquate hochschulische und Sektor übergreifende Formen des Lebenslangen Lernens entwickeln?

Zwischen diesen drei Forschungsfeldern bestehen Zusammenhänge, die erforscht und in Entwürfen von Modellen und Prototypen für Lösungsszenarien zum Lernen und in der betrieblichen Ausbildung berücksichtigt werden sollen.

Im Forschungsschwerpunkt vernetzen sich verschiedene wissenschaftliche Disziplinen der FernUniversität, um übergreifende Fragestellungen interdisziplinär zu bearbeiten. Erkenntnisse und Ergebnisse können im Studienbetrieb oder in Pilotprojekten mit großen Studierendengruppen aufgegriffen und erprobt werden. Die Aufbauphase des Schwerpunkts wird vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium finanziell unterstützt.

Die FernUniversität soll Lösungsansätze für andere Hochschulen erarbeiten und möchte auch das eigene Studiensystem weiter verbessern.

Ausblick

Die einzelnen Ergebnisse der drei Forschungsfelder sind miteinander vernetzt: Veränderte Anforderungen an Kompetenzen der Beschäftigten führen zu Anforderungen an neue Konzepte für das Lebenslange Lernen – für das Bildungssystem und für das Geschäftsmodell der Hochschulen. Die entwickelten Formate und Lernszenarien werden nur dann zukunftsweisend sein, wenn sie heterogene Bildungsbiografien und Bildungsziele der Studieninteressierten mitdenken. Im Gegensatz dazu können die Ergebnisse aus den Forschungen zum Lebenslangen Lernen die Szenarien im Kontext der Digitalisierung und Diversität bereichern und beeinflussen.

Anja Wetter | 01.09.2017
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