StudiConsulting: Wissen aus der Unternehmenspraxis

Acht Personen sitzen um einen Konferenztisch. Foto: FernUniversität
Ein Teil der Studierenden, Lehrstuhlvertreter und Unternehmer folgen der Präsentation...

Dieses Wissen vermittelt kein Buch: Sieben Studierende aus unterschiedlichen Fakultäten der FernUniversität haben sich fünf Tage lang intensiv mit realen Problemen eines Unternehmens befasst. Am Ende haben sie konkrete Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, sie in einem Bericht zusammengefasst, den Unternehmensgeschäftsführern präsentiert und mit ihnen diskutiert.

Stressig, aber erkenntnisreich

„Es war stressig, aber sehr erkenntnisreich durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis“, fasst Daniel von der Ley zusammen, der als Versicherungskaufmann Wirtschaftswissenschaft in Hagen studiert. Als Psychologe hat sich wiederum Nikolai Zinke in die Fragestellungen eingebracht und findet: „Spannend ist gerade, dass wir alle unterschiedliche Perspektiven durch unsere Berufe hatten – technische, psychologische, betriebswirtschaftliche – und kooperiert haben.“

StudiConsulting heißt das Projekt vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre von Prof. Dr. Stephan Meyering, in dem sich die Studierenden in diesem Jahr mit dem Unternehmen Risse + Wilke Kaltband aus Iserlohn-Letmathe befasst haben. Das mittelständische Familienunternehmen, das international agiert, produziert unter anderem für den Fahrzeug- und Maschinenbau, die Werkzeug- und die Möbelindustrie.

Vier Personen stehen vor einer Person, die am Tisch sitzt, und diskutieren miteinander. Foto: FernUniversität
...der Ergebnisse und diskutieren rege darüber.

Von den beiden Geschäftsführern gab es viel Lob für die Studierenden. „Es ist enorm, in welch kurzer Zeit Sie sich in eine derartige Komplexität eingearbeitet haben“, sagte Dr. Kai Wilke am Ende der Ergebnispräsentation. 60 Seiten mit Analyse und Empfehlungen sowie konkreten Tools halten Wilke und sein Kollege Jörg Lohölter in den Händen. Auch Lohölter war beeindruckt: „Der Blick von außen ist oft hilfreich. Das hat sich auch hier gezeigt.“

Konzernrechnungslegung und Digitalisierung

Neben einer Konzernrechnungslegung, die für das über die Jahre gewachsene Unternehmen zu Steuerungszwecken unumgänglich wird, beschäftigten sich die studentischen Consultants damit, wie das Unternehmen durch Digitalisierung optimiert werden kann. „Unsere Systeme sprechen sozusagen alle eine verschiedene Sprache, wir brauchen eine Vereinheitlichung“, skizziert Jörg Lohölter eine Anforderung. Die Studierenden beschreiben Digitalisierungsoptionen und führen bereits erprobte Anwendungsbeispiele und Softwarelösungen im Sinne einer „Best Practice“ auf.

„Ich bin sicher, dass wir einen wertvollen Nutzen daraus ziehen“, so Wilke abschließend. „Ich muss gestehen, dass wir dem Projekt nicht sofort vorbehaltlos zugestimmt haben. Aber im Nachhinein stelle ich fest, dass wir einen relativ geringen Aufwand damit hatten.“

Sechs Personen stehen auf einer Waldlichtung vor einem Turm. Foto: FernUniversität
Einige Studierende wanderten mit Prof. Meyering (re.) und Michael Richter vom Lehrstuhl durch den Hagener Stadtwald.

Wertschätzung durch Hochschulleitung

Dazu trägt auch die reibungslose Organisation und inhaltliche Begleitung durch den Lehrstuhl selbst bei. Meyering stellte die besondere Motivation der Teilnehmenden heraus: „An dieser Veranstaltung muss kein Studierender teilnehmen – ganz im Gegenteil: Es gibt keinen direkten Nutzen für den Studienfortschritt. Die Teilnehmer müssen An- und Abreise sowie ihre Unterbringung selbst tragen. Mal ganz abgesehen von der Zeit, die sie in das Projekt investieren. Ich ziehe daher meinen Hut vor den Teilnehmern.“ Er ist daher besonders dankbar, dass die Veranstaltung Wertschätzung durch die Hochschulleitung erfahren hat.

Auch persönlich ist Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert, die die Teilnehmenden begrüßte, von StudiConsulting überzeugt: „Es ist eine wertvolle Erfahrung in der Praxis zu erleben, was zum Beispiel Konzernrechnungslegung heißt.“ Das hatte Pellert den studentischen Consultants mit auf den Weg in die Woche gegeben. Nach der Woche stimmten ihr alle zu.

Anja Wetter | 06.12.2017