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Wirtschaftliches Handeln maximiert auch den sozialen Gewinn

Berufung an die FernUniversität: Prof. Frank Hillebrandt fühlt sich hier zuhause

„Ich fühle mich hier durchaus zuhause, das Ruhrgebiet ist mir nicht fremd.“ Dem neuen Professor für Allgemeine Soziologie und Soziologische Theorie an der FernUniversität in Hagen, Dr. Frank Hillebrandt, ist als gebürtigem Münsterländer die Region gut vertraut. Am 22. Februar wurde er vom Rektor der FernUniversität, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, zum 1. April ernannt.

Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Systematisierung der Praxistheorie. Ausgehend von den Arbeiten zu Fragen der Ungleichheit des französischen Soziologen Pierre Bourdieu befasst Hillebrandt sich unter anderem mit Tauschpraktiken: „Dabei kommt es nicht nur darauf an, einen maximalen materiellen Gewinn zu erzielen, sondern auch auf kulturelle Formen, die nichts mit der Marktlogik zu tun haben.“ Über Tauschprozesse, z.B. beim Geben und Nehmen von Geschenken, entstehen in vielen Bereichen längerfristige soziale Bindungen. „Das spielt sogar bei jedem wirtschaftlichen Prozess eine Rolle“, so Prof. Hillebrandt, „auch an der Börse geht es um mehr als kurzfristiges reines Gewinnstreben – ansonsten wären wir in wirtschaftlicher Hinsicht auch nicht so erfolgreich!“ Die Wirtschaftssoziologie ist für Hillebrandt zusammen mit der Gesellschaftstheorie und der Kultursoziologie ein wichtiger Teil der Allgemeinen Soziologie, deren theoretische Grundlagen er identifizieren, beschreiben und weiterentwickeln will.

Studiert hatte er nach Abitur (1985) und Zivildienst von 1987 bis 1994 in Münster Erziehungswissenschaften, die er mit einem Pädagogik-Diplom abschloss. Im Rahmen eines Promotionsstudiengangs belegte er 1992 bis 1998 Soziologie im Hauptfach sowie Pädagogik, Philosophie und Politik. Bevor er am 20. Oktober 1998 im Fach Soziologie in Münster promovierte, war er vier Jahre lang Doktorand am dortigen Institut für Soziologie. 1995 bis 1998 fördert ihn die Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Februar 2009 habilitierte er sich an der Universität Hamburg, Gutachter war u.a. Prof. Dr. Uwe Schimank. Zwei Monate später wurde er zum Privatdozenten ernannt.

In den Jahren seit 1992 war Frank Hillebrandt in verschiedenen Funktionen als Soziologe tätig, u.a. als Lehrbeauftragter in Münster und Hamburg und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Hamburg-Harburg sowie als Gastforscher in Bremen. Anschließend, von 2006 bis 2007, war Hillebrandt Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kehrte danach bis März 2009 als soziologische Lehrkraft nach Münster zurück. Hier war er seit Februar 2009 Mitglied als Projektleiter im Exzellenzcluster der WWU Münster „Religion und Politik in den Kulturen der Moderne und Vormoderne“. In Konstanz (2009/2010 und 2010 bis 2012) und Münster (2010) vertrat er drei soziologische Professuren.

Gerd Dapprich | 09.03.2012
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