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Ein Faible für Glücksspielrecht

Prof. Jörg Ennuschat neu an der FernUniversität

„Glücksspiel ist im Kosovo sehr verbreitet. An fast jeder Straßenecke gibt es Spielhallen und Sportwettbüros. Das ist ein großes Problem für eine Gesellschaft, in der die Hälfte der Bevölkerung jünger als 25 Jahre ist und in der die Arbeitslosigkeit fast fünfzig Prozent beträgt“, erzählt Prof. Dr. Jörg Ennuschat. Wieso er sich damit so genau auskennt? Dazu später mehr. Der 46-Jährige leitet an der FernUniversität in Hagen den neuen Lehrstuhl für Verwaltungsrecht, insb. Wirtschaftsverwaltungsrecht sowie Allgemeine Staatslehre.

Der Schwerpunkt des neuen Lehrstuhls liegt auf dem Verwaltungsrecht – also auf den Rechtsgebieten, die das Verhältnis zwischen Staat und Bürger regeln. Innerhalb dieses Schwerpunktes fokussiert sich Prof. Ennuschat besonders auf das Wirtschaftsverwaltungsrecht. Studierende der Rechtswissenschaft kennen ihn als Verfasser eines Standardkommentars zur Gewerbeordnung.

Prof. Dr. Jörg Ennuschat Prof. Dr. Jörg Ennuschat

Schwerpunkt (Wirtschafts-)verwaltungsrecht

In der Lehre werden der Jörg Ennuschat und sein Team im rechtswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengang Module aus dem Verwaltungsrecht übernehmen. Andere Lehrstühle der Fakultät, die diese Module aktuell noch betreuen, werden so entlastet. Speziell im Wirtschaftsverwaltungsrecht wird jetzt das Angebot durch den neuen Lehrstuhl verstärkt. „Aber auch Fächer aus den Grundlagenbereichen wie Verfassungsgeschichte oder Allgemeine Staatslehre betreuen wir mit“, ergänzt Ennuschat.

Als Experte für Wirtschaftsverwaltungsrecht, das auch das Glücksspielrecht beinhaltet, war er im Kosovo. Eingeladen hatte ihn die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung betrieben wird und u.a. den Haushaltausschuss des Parlaments der Republik Kosovo berät. Die kosovarischen Abgeordneten möchten das Glücksspiel wieder stärker zurückdrängen. Ennuschat hat entsprechende Vorschläge für die Änderung des aktuellen Glücksspielgesetzes gemacht. „Ein Mittel wäre, gesetzlich einen Mindestabstand zwischen zwei Spielhallen festzulegen und so das Angebot zu verkleinern“, gibt er ein Beispiel.

Berufliches und privates WohlbeHagen

Dass sich er sich in Hagen „sehr wohl fühlt“, hat berufliche und private Gründe. „Ich bin gespannt auf die Besonderheiten der Fernlehre und die schon etwas älteren Studierenden, die ja schon eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen. Außerdem freue ich mich natürlich, weil das Lehrstuhlprofil genau zu meinen Forschungsinteressen passt“, erklärt er. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft, der anschließenden Promotion zum Dr. iur. in Bochum und seiner Habilitation an der Universität zu Köln 2003 nahm Ennuschat nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Bielefeld und Erlangen-Nürnberg 2004 einen Ruf der Universität Bielefeld an. Von 2005 bis zu seinem Wechsel an die FernUniversität hat er an der Universität Konstanz den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht geleitet.

Sein privates Wohlbehagen für die Stadt an der Volme hat mit seinen familiären Wurzeln zu tun, einige Jahre lebte er als Schüler mit seinen Eltern in Hagen.

Manuela Feldkamp | 09.03.2012
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