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Praktische Philosophie vermittelt zwischen Disziplinen

Thomas Sören Hoffmann ist neuer Professor an der FernUniversität

„Praktische Philosophie macht das philosophische Denken im Kontext der Wissenschaften wie in der Öffentlichkeit auf besondere Weise sichtbar. Sie regt immer wieder zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg an und eröffnet dabei viele fruchtbare Perspektiven für internationale Kooperationen.“ Was den Dialog mit Wissenschaft und Gesellschaft angeht, ist für Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann Praktische Philosophie die philosophische Schlüsseldisziplin schlechthin. Am 15. Oktober überreichte ihm die Kanzlerin der FernUniversität in Hagen, Regina Zdebel, in Vertretung von Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer die Ernennungsurkunde zum Professor für das Lehrgebiet Philosophie, insbesondere Praktische Philosophie.

Bereits seit Anfang August vertrat Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann den bisherigen Lehrgebietsleiter Prof. Dr. Kurt Röttgers nach dessen Eintritt in den Ruhestand: „So konnte ich mich mit den Formen der Lehre hier an der FernUniversität schon vor der Ernennung vertraut machen, die ja ganz andere sind als an den Präsenzuniversitäten, an denen ich bisher tätig war. Auch das sehr rege philosophische Institut und die Fakultät konnte ich aus der Nähe kennenlernen“

Auch wenn die Schwerpunkte des Lehrgebiets neu definiert wurden, wird es Kontinuität geben. Die Wirtschaftsphilosophie zum Beispiel bleibt ein besonderer Schwerpunkt auch von Hoffmann, der auf der Frankfurter Buchmesse gerade ein Buch hierzu vorgestellt hat. Dieses „spätestens beim zweiten Hinsehen spannende“ Thema entdeckte Hoffmann vor zwei Jahren für sich. Schon seit der Antike denken Philosophen über das Ökonomische nach, ein Erbe, das er wieder ins Gespräch bringen will.

Und auch auf anderen Gebieten kann die Philosophie in Debatten eingreifen, die aktuell in der Gesellschaft geführt werden. Dabei sieht der neue FernUni-Professor nicht zuletzt die Vermittlungsfunktion der Philosophie, sie kann Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zusammenführen – Wirtschaft, Rechtwissenschaft, Soziologie, um nur einige zu nennen: „So wurden die großen gesellschaftlichen Debatten der letzten zehn Jahre wesentlich durch die Philosophie angestoßen und auf das Forum der Öffentlichkeit getragen.“ Thomas S. Hoffmanns Credo: „Solide, freie Forschung und öffentliches Engagement schließen einander nicht aus, sondern profitieren voneinander“

In der Praxis erprobt hat Hoffmann dies bereits in der Bioethik, 2003 bis 2007 arbeitete er im DFG-Projekt „Kulturübergreifende Bioethik“ an der Ruhr-Universität Bochum mit. Als Gründungsmitglied des Referenzzentrums für Bioethik in Südosteuropa mit Sitz in Zagreb war er von 2007 an dann auch Mitglied der Arbeitsgruppe „Internationale Aspekte der Bioethik“ der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). Gerade in der Bioethik gelingt es nach Hoffmann der Philosophie immer wieder, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen an einen Tisch zu bringen und zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen zu animieren – auch zu Lösungen, die Grundlage für gesetzliche Regelungen sein können.

Ein weiterer interdisziplinärer Interessenschwerpunkt Hoffmanns, der immer wieder auch auf dem Gebiet der Rechtsphilosophie gearbeitet hat, sind Grundlagenfragen des Rechts. In Hagen betrifft dies einen der neuen Schwerpunkte des Lehrgebiets.

Geboren wurde Hoffmann 1961 in Neuwied (Rhein). 1979 bis 1986 studierte er Philosophie, Evangelische Theologie und Italianistik in Tübingen, Wien und Bonn. 1990 wurde er in Bonn promoviert, neun Jahres später habilitierte er sich dort. In Bochum lehrte er im Rahmen des erwähnten Bioethik-Projekts von 2003 an, 2005 wurde er apl. Professur für Philosophie in Bonn, 2007 erhielt er den Karl Jaspers-Förderpreis der Universität Oldenburg. Hoffmann ist Mitherausgeber der internationalen Fachzeitschrift „Synthesis philosophica“.

Im privaten Bereich ist Hoffmann, der mit seiner Frau – einer Schweizer Juristin – noch in Wien lebt, an den bildenden Künsten interessiert, vor allem fasziniert ihn die italienische Renaissance. Als ausgebildeter Kirchenmusiker wirkt er regelmäßig bei Gottesdiensten in der Schlosskapelle Schönbrunn mit; außer Orgel spielt er Klavier, Geige und Bratsche.

Gerd Dapprich | 07.12.2009
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