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Ingo Kindervater auf Titeljagd

Deutscher Meister im Badminton studiert Wirtschaftswissenschaft an der FernUni

In den Schlägertaschen der meisten Badmintonspieler und -spielerinnen befinden sich Hallenschuhe, etwas zu trinken, vielleicht ein Energieriegel und natürlich jede Menge Schläger. Bei der Tasche von Ingo Kindervater sieht das etwas anders aus. Zwischen der Sportausrüstung gucken auch noch einige Unterlagen hervor. Bei genauem Hinsehen erkennt man das Logo der FernUniversität in Hagen. Gelernt wird auch während eines Turniers, denn bald steht die nächste Prüfung ins Haus. Vorher wollte er allerdings noch Deutscher Meister werden.

Ingo Kindervater in Aktion Ingo Kindervater in Aktion (Foto: Sven Heise)

Bei den Deutschen Meisterschaften vom 4. bis 7. Februar in Bielefeld ist Ingo Kindervater angetreten, um zu gewinnen. Ein realistisches Ziel, schließlich war er im Herrendoppel und im Mixed jeweils „an eins“ gesetzt. Sieben Deutsche Meistertitel kann der Rechtshänder bereits auf seinem Konto verbuchen.

Auch in diesem Jahr konnte ihm im gemischten Doppel niemand das Wasser reichen. Titel Nummer acht. Nur im Herrendoppel musste er sich am Ende mit einer Silbermedaille zufrieden geben.

Das war jedoch nicht immer so. In der Jugendzeit gehörte der gebürtige Niedersachse ganz und gar nicht zur deutschen Spitze. Auch wenn er bereits mit fünf Jahren das erste Mal einen Schläger in der Hand hielt, ließen die großen Erfolge relativ lange auf sich warten. Erst mit 21 Jahren schaffte er den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. „Ich war zwar schon immer sehr motiviert was den Sport angeht, aber erst durch meinen Wechsel nach Bonn zum 1. BC Beuel habe ich das passende Training bekommen, das mich nach vorne gebracht hat“, blickt der Badmintonspieler zurück.

Durch die Leistungssteigerung konnte Kindervater im Jahr 2000 an den Bundesstützpunkt nach Saarbrücken wechseln und wenig später in die Sportförderkompanie der Bundeswehr eintreten. „Das war einfach die optimale Möglichkeit, um mich voll auf meinen Sport zu konzentrieren.“ Den ersten Deutschen Meistertiteln folgten Medaillen bei Europameisterschaften und ein Sieg bei den Russian Open, einem Grand Prix Gold Turnier.

Sein größtes Ziel blieb Kindervater bisher jedoch verwehrt: Olympia. 2008 fehlte ihm im Herrendoppel und im Mixed jeweils ein Platz in der Weltrangliste, um sich für Peking zu qualifizieren. Das soll 2012 anders werden. Und danach? „Nach Olympia ist wahrscheinlich Schluss. Dann bin ich schließlich schon 33“, sagt der Sportsoldat. Wenn er bis dahin sein Diplom hat, kann er sich gut vorstellen, voll ins Berufsleben einzusteigen. Am liebsten in einem Bereich, in dem er seine Sportbegeisterung und sein Wissen aus dem Studium der Wirtschaftswissenschaft miteinander vereinbaren kann.

Damit das auch klappt, lernt Kindervater mittlerweile regelmäßig. Eingeschrieben an der FernUniversität ist er schon recht lange. Zwischenzeitlich lag das Studium jedoch immer mal wieder auf Eis, da der Sport im Vordergrund stand. Zahlreiche internationale Turniere und 20 bis 25 Stunden Training pro Woche ließen nicht viel Zeit übrig. „Ein Studium an einer Präsenzuniversität wäre überhaupt nicht möglich gewesen. Ich habe viele Stunden im Studienzentrum Saarbrücken der FernUniversität verbracht, um mit der Beratung den bestmöglichen Weg für mich zu erarbeiten“, ist Kindervater dankbar. So hat er es geschafft, Stück für Stück weiter zu kommen. Ein Ende des Studiums ist mittlerweile sogar in Sicht. Er weiß nur noch nicht so genau, ob er es noch vor oder besser erst nach Olympia beenden soll.

Carina Mette | 02.03.2010
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