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Über den Wolken: Lernen zwischen Kind und „Oscar“

Die ZDF-Moderatorin Karen Webb hat an der FernUniversität Politik studiert

„Hallo, hier ist Karen Webb.“ Gerade aus den USA zurückgekehrt ist in der fröhlichen Stimme von Karen Webb vom Jetlag nichts zu spüren. Die Moderatorin und Gesellschaftsreporterin berichtet für das ZDF nicht nur seit Jahren von der „Oscar“-Verleihung in Los Angeles, sondern auch über die Filmfestspiele in Cannes und Venedig, die Berlinale, die Goldene Kamera, die Grammy-Verleihung und die Modewoche in Paris. Sechsmal wöchentlich erscheint sie mit ihrer Sendung „Leute heute“ bei Zuschauerinnen und Zuschauern auf dem TV-Bildschirm. Zudem kommentiert die gebürtige Londonerin u.a. live Ereignisse aus den Königshäusern und moderiert vor dem Brandenburger Tor den „Silvester-Countdown“ des ZDF. Genügt das nicht? Wohl nicht, denn 2009 hat sie an der FernUniversität in Hagen ein Politikstudium mit dem Bachelorabschluss beendet. Und sofort den Masterabschluss in Soziologie in Angriff genommen. Natürlich auch in Hagen. Ebenfalls 2009 wurde sie Mutter.

Los Angeles, Los Angeles, "Oscar"-Verleihung im Februar 2011: Karen Webb auf dem "Roten Teppich" - die Stars können kommen. (Foto: ZDF)

Karriere, Kind und Kontrapunkt

Kind, Fulltime-Job und Universitätsstudium kann sie nur vereinbaren, wenn sie ihre Zeit optimal nutzt. Daher nimmt sie auf ihre Reisen oft auch Studienunterlagen der FernUniversität mit: „Für eine Prüfung habe ich auf dem Rückweg von Los Angeles im Flugzeug zehn Stunden lang gelernt – man muss sich die Zeit einfach herauspicken. Gut, dass ich schon so weit war mit dem Studium, als das Kind kam, mir fehlte lediglich die Bachelorarbeit – so hatte ich nur am Ende die Dreifachherausforderung Job, Studium und Kind!“

Dabei kann sie sich auf die Unterstützung ihres Lebensgefährten verlassen: „Wenn ich unterwegs bin, kümmern er oder meine Mutter sich um meinen Sohn.“ Es geht also: „Und deshalb möchte ich anderen berufstätigen Müttern Mut machen zu studieren."

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum die Gesellschaftsreporterin sich für ein Politik-Studium entschieden hat. Über Prominente zu berichten macht ihr großen Spaß, aber „ich brauche etwas Tiefgründigeres für mich als Kontrast, als Kontrapunkt zu den leichten Gesellschaftsthemen“. Früher hat sie an einer Präsenzuniversität bereits ein BWL-Grundstudium absolviert. Doch dann begann ihre Karriere als Journalistin, sie moderierte u.a. das SAT1-Wissenschaftsmagazin „Planetopia“ und die tägliche Live-Sendung „17:30“. Klar war ihr aber damals schon: „Ich werde wieder studieren.“Und so schrieb sich Karen Webb mit einer Freundin, ebenfalls Journalistin (beim Rundfunk), 2003 an der FernUniversität in Hagen ein. Schnell lernten die beiden zwei weitere Kommilitoninnen in München kennen, mit denen sie eine Lerngruppe bildeten: „Das war ein Riesenglück. Wenn man niemanden hat, mit dem man sich austauschen kann, geht so viel verloren.“ Die persönliche Kommunikation war enorm wichtig: „Das Lernen ist mir leicht gefallen, das kann man auch allein, aber die Vorbereitungen auf Prüfungen sind in der Gruppe viel besser gelaufen. Das empfehle ich allen Fernstudierenden.“ Ein bisschen Präsenzstudentenleben gab es daher auch, mit einem Semesterabschlussabend der Lerngruppe.Geholfen haben der Münchenerin im Studium auch die „toll betreuten Newsgroups“, in denen es um die anstehenden Klausuren ging, die sie im heimischen Studienzentrum schrieb. Inzwischen hat sie auch die Lernplattform Moodle für sich entdeckt.

„Ich finde meinen Abschluss richtig gut“

Wie viele andere berufstätige Studentinnen und Studenten der FernUniversität lernt Karen Webb vorwiegend abends und an Wochenenden: „Besonders zum Ende des Politikstudiums habe ich ‚Gas gegeben’.“ Einen „Promi-Bonus“ hatte Karen Webb übrigens nicht, nicht bei den anderen Studierenden und schon gar nicht bei den Lehrenden: „Die meisten kennen meine Sendungen vermutlich gar nicht“, lacht sie, „das Studium war in jeder Beziehung eine Herausforderung, ich habe nichts geschenkt bekommen – und ich finde meinen Abschluss richtig gut!“

So gut, dass sie jetzt den Masterabschluss in Soziologie als neues Ziel hat. Natürlich auch an der FernUniversität. Sie hat sich zunächst in ein Akademiestudium eingeschrieben, um hier noch Prüfungen abzulegen, die sie für die Zulassung benötigt.

Einen ersten beruflichen Vorteil hat sie durch ihren Bachelorabschluss vermutlich schon: An der Universität in München wurde sie nach dem Abschluss Lehrbeauftragte für die Praxis des Journalismus am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft: „Ohne einen wissenschaftlichen Abschluss hätte ich diesen Auftrag wohl nicht bekommen“, ist sich die FernUni-Absolventin und -Studentin sicher.

Gerd Dapprich | 09.03.2011
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