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Nuri Karaaslan: „Integration ist keine Einbahnstraße!“

Dürener engagiert sich als Vorsitzender im CDU-Ortsverband

Natürlich gibt es in Deutschland auch Beispiele für gescheiterte Integrationsversuche, sicher genauso viele jedoch für gelungene. „Aber wenn etwas gut klappt, wird darüber meistens nicht berichtet“, bedauert FernUni-Student Nuri Karaaslan. Und das ist nur ein Punkt von vielen, über die sich der Diplom-Ingenieur und angehende Patentanwalt ärgert, wenn es um das Thema geht, das zuletzt Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ in die Medien gebracht hat.

„Integration ist keine Einbahnstraße! Alle Kulturen und Religionen einer Gesellschaft müssen sich gleichermaßen einbringen, damit sie als Gemeinschaft funktioniert“, fordert der 31-jährige Dürener. Er ist keiner von denen, die sich beschweren und dabei aber keine Eigeninitiative zeigen. Vor rund zwei Monaten ist er zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Düren Ost gewählt worden und setzt sich insbesondere dafür ein, dass alle Jugendlichen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, eine gute Bildung genießen können. „Bildung ist der Schlüssel, der viele Türen öffnet, und Lernen darf nicht nach der Ausbildung oder dem Studium aufhören“, fordert er. Das ist auch ein Grund, warum er von der FernUniversität in Hagen überzeugt ist, die wie keine andere Hochschule in Deutschland für Lebenslanges Lernen steht und an der er seit Anfang 2010 am Kurt-Haertel-Institut für geistiges Eigentum den theoretischen Teil der Ausbildung zum Patentanwalt absolviert.

Eltern unterstützten ihn in seiner Bildungskarriere

Er selbst hatte das Glück, dass seine Eltern ihn in seiner Bildungskarriere immer unterstützt haben. Als Gastarbeiter und ohne Schulbildung aus der Türkei nach Deutschland gekommen, haben sie großen Wert darauf gelegt, ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Nuri Karaaslan beendete das Gymnasium mit dem Abitur und schloss sein Studium als Maschinenbauingenieur ab. Während der dann folgenden anderthalbjährigen Berufstätigkeit spürte er den Drang, wieder lernen zu wollen und sich weiterzuentwickeln. „Technik und Rechtswissenschaften fand ich schon immer spannend“, erklärt er seine Entscheidung, Patentanwalt zu werden. Da er die Voraussetzungen, ein abgeschlossenes technisches oder naturwissenschaftliches Hochschulstudium und eine mindestens einjährige berufliche Tätigkeit, erfüllte, konnte er direkt mit dem zweijährigen Fernstudium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität beginnen. Das Studium zum Patentanwalt wird übrigens nur von der Hagener Universität angeboten.

Den vorgeschriebenen praktischen Teil seiner Ausbildung von mindestens 26 Monaten absolviert er zurzeit in einer ortsansässigen Patentanwaltskanzlei. Im Anschluss steht die letzte Phase der Ausbildung an: Acht Monate im Deutschen Patent- und Markenamt und im Bundespatentgericht in München. „Als Patentanwalt kann und muss ich auch mein technisches Wissen jeden Tag einsetzen und zwei Fachwelten miteinander verbinden“, freut er sich auf die Zukunft.

Engagement als ehrenamtlicher Berufseinstiegsberater

Neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Düren Ost, dem Studium an der FernUniversität und seiner 40-Stunden-Woche in der Patentanwaltskanzlei findet Karaaslan noch Zeit, sich in einem Kooperationsprojekt der Bundesagentur für Arbeit und des Verbandes türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa e.V. als ehrenamtlicher Berufseinstiegsberater zu engagieren. „Wir begleiten Jugendliche, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, mit Rat und Tat in die Berufsausbildungsphase“, sagt der FernUni-Student.

Außerdem ist der Vater einer dreijährigen Tochter Vorstandsmitglied im parteiinternen Migrantennetzwerk. „Beide Seiten, Einheimische und Zuwanderer, sollten lernen Barrieren und Vorurteile abzubauen. Es geht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich für die andere Kultur zu interessieren. Dann wird auch schnell deutlich, dass beispielsweise der Islam und das Christentum gar nicht so unterschiedlich sind, sondern sogar viele gemeinsame Werte haben“, unterstreicht er. Dass man diese Ziele nicht erreichen kann, wenn man sie nur „predigt“, ist ihm klar. Der CDU-Politiker, selbst kein Christ sondern mohammedanisch erzogen, lebt das vor, was er sich von seinen Mitmenschen wünscht. Und das nicht erst seitdem er sein neues politisches Amt angetreten hat. „Ich wohne jetzt mit meiner Familie seit zwei Jahren in Düren und bin seitdem in meiner neuen Heimat stets auf Stadtfeste, unseren Biermarkt oder unsere Oldie-Night gegangen. In Deutschland zu leben, aber die deutsche Kultur zu ignorieren entspricht nicht meiner Weltanschauung. Genauso sind die Einheimischen dazu aufgefordert, sich auch mal eine Moschee von innen anzusehen und sich mit den Traditionen ihrer zugewanderten Mitmenschen auseinanderzusetzen“, wünscht sich der FernUni-Student.

Manuela Feldkamp | 15.06.2011
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