Dem neuen Astronauten ein herzliches „Glückauf!“ der FernUniversität

Hat die FernUniversität in Hagen in Zukunft einen Mann im All? Ihr Absolvent Matthias Maurer hat beste Chancen, zur Raumstation ISS zu fliegen. Er studierte an der FernUniversität im Zusatzstudiengang Wirtschaftswissenschaft für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Im Juni 2006 schloss er sein Fernstudium mit dem Diplom ab. Kürzlich stellte die European Space Agency (ESA) ihn als neuen Astronauten vor. Sein großer Traum: „Einmal den Mond besuchen.“

Matthias Maurer im Europäischen Astronauten-Center in Köln.
Matthias Maurer im Europäischen Astronauten-Center in Köln. Copyright: ESA/Sabine Grothuis

Weitere Abschlüsse in Materialwissenschaft und Werkstofftechnik erwarb er an Universitäten im In- und Ausland. 2004 wurde Dr. Maurer an der RWTH Aachen promoviert. Anschließend erweiterte er mit einer Weltreise seine kulturellen Erfahrungen und Soft-Skills – wichtige Kompetenzen für das Zusammenleben mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern in einer Raumstation. Von 2006 bis 2010 war Dr. Maurer, der 1970 in St. Wendel im Saarland geboren wurde, als Projektingenieur in einem medizintechnischen Unternehmen tätig.

Matthias Maurer bewarb sich 2008 in der letzten Runde des ESA-Astronautenprogramms und schaffte es unter die besten zehn Bewerber, die alle Auswahlprüfungen bestanden. 2010 kam er zur ESA und arbeitete im European Astronaut Centre als Astronauten-Support-Ingenieur. Seit 2012 ist er verantwortlich für Projekte wie der Vorbereitung von Raumflügen mit neuen internationalen Partnern oder der Umsetzung von Vorhaben, mit denen die ESA ihre Erfahrungen in der Raumerkundung über die Internationale Raumstation hinaus erweitern will. Im September 2014 nahm Maurer an dem CAVES-Training der ESA teil.

Im Juli 2015 wurde Maurer Mitglied des Europäischen Astronautenkorps in Köln, wo er seine Astronauten-Grundausbildung absolvierte. Im Sommer 2016 nahm er an der Unterwasser-Missionssimulation NEEMO 21 der NASA teil und verbrachte dabei 16 Tage unter Wasser, um Hardware und Experimente für die Internationale Raumstation zu testen und Forschungsstrategien und Werkzeuge für zukünftige Missionen zum Mars zu prüfen.

Noch ist nicht bekannt, an welcher Weltraummission er teilnahmen kann, ein realistisches Ziel ist aus seiner Sicht ein Flug zur ISS ab dem Jahr 2020. Vielleicht ergibt sich aber auch die Chance zu einem Aufenthalt in der chinesischen Raumstation, die voraussichtlich 2020 bis 2022 einsatzbereit sein wird. Jedenfalls lernt Dr. Maurer zurzeit Chinesisch und Russisch.

Die FernUniversität ruft dem gebürtigen Saarländer hierfür ein herzliches „Glück auf“ zu.

Gerd Dapprich | 03.03.2017