Psychologiestudium zwischen München und London

Ein Mann sitzt an einem Tisch in der Mensa auf dem Campus der FernUniversität: Arun Kohli kam für ein Präsenzseminar nach Hagen.
Arun Kohli kam für ein Präsenzseminar nach Hagen.

Arun Kohli jongliert mühelos mit Sprachen und kulturellen Gepflogenheiten. „Es ist nicht schwer“, sagt der 60-Jährige, der schon in verschiedenen Ländern gearbeitet hat. „Man muss nur die Menschen lieben und sich auf seine Umgebung einlassen, ohne seine eigene Sozialisation abzulegen.“ Davon lässt sich Kohli äußerst erfolgreich in seinem Leben leiten. Seine Empathiefähigkeit und seine beruflichen Erfahrungen haben den gebürtigen Inder an die FernUniversität in Hagen geführt.

Interkulturelle Kompetenzen

Mit seinem Wissen aus dem Psychologiestudium entwickelt er seine Tätigkeit als internationaler und interkultureller Coach weiter. „Das Studium hat mir einen starken Schub gegeben“, sagt er. Mehr noch: „Ohne die FernUni würde mein Buch nicht erscheinen. Denn hier habe ich gelernt, wissenschaftlich zu arbeiten.“ Für seine Publikation, die demnächst im Springer-Verlag veröffentlicht wird, hat Kohli über 120 Interviews geführt. Den Fragebogen dazu hat er selbst entwickelt, obwohl Testkonstruktion erst zu einem späteren Zeitpunkt im Studium vorgesehen ist.

Lernen gehört für ihn zum Leben dazu. Als er mit 24 Jahren nach Deutschland kam, arbeitete er als Geschäftsführer eines amerikanischen Unternehmens in Neuss und München. Über drei Jahrzehnte später hat er Erfahrung als CEO, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied in Indien, China, Deutschland, Italien, Frankreich, England, in einigen Ländern in Afrika, Süd-Korea, Japan und den USA.

„Was macht man in anderen Ländern, wenn die Familie nicht vor Ort ist? Man lernt und studiert.“ Das war für Kohli selbstverständlich. So hat er zwölf Sprachen, ‘angesammelt‘, davon spricht er heute acht aktiv. Dazu bewegt er sich mühelos in verschiedenen Kulturkreisen. „Man muss ins Fremde schmelzen.“ Damit spielt Kohli auf den englischen Philosophen Francis Bacon und dessen Lehre an, wie man sich den Reichtum anderer Kulturen aneignen kann.

Publikation

„Effective Coaching and the Fallacy of Sustainable Change“, Juli/August 2016, Springer Verlag

Internationales Coaching

Auf Basis seiner interkulturellen und beruflichen Kompetenzen hat sich Arun Kohli ein neues Betätigungsfeld erschlossen: Er arbeitet als Coach vor allem für Unternehmensvorstände und Geschäftsführungen. „Wir können unseren Beruf auch mit Mitte 50 noch ändern“, ist er fest überzeugt.

Als er selbst vor einigen Jahren aus China zu seiner Familie zog, die bereits in der Nähe von München lebte, gab es keine adäquate Stelle für ihn. Er kümmerte sich selbst, gründete ein Büro in London und pendelte fortan.

„Da ist ein Fernstudium nahezu ideal“, kommt Kohli im Gespräch gern immer wieder auf die FernUniversität zu sprechen. „Die FernUni ist ein Segen, eine Uni mit Strukturen und Substanz.“ Ein Freund hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, als er auf der Suche war.

Lifelong Learning

Überwiegend online zu studieren kannte er schon: Arun Kohli hat Brandmanagement an einer amerikanischen Universität und Coaching bei einem Institut in den USA abgeschlossen. „Jetzt ernte ich die Früchte all dessen und garniere das Ganze mit meinem Psychologiestudium an der FernUni – ganz im Sinne des ,Lifelong Learning‘.“ Das Studium müsse noch weiter modularisiert werden, findet Kohli. „Ich will das psychologische Wissen haben, aber nicht als Psychologe arbeiten.“

Privat lebt Arun Kohli ebenfalls ein interkulturelles Modell: Seine Frau stammt aus Düsseldorf, nun leben sie mit ihren jugendlichen Kindern in einer Kleinstadt in der Nähe von München. Arun Kohli ist bereits bestens vernetzt: Er engagiert sich in der Elternvertretung an der Schule seiner Kinder, hat ein Ehrenamt in der Gemeinde übernommen. „Ich stelle nur meine Kompetenzen zur Verfügung“, lacht er. „Wir sind nicht auf der Welt, um eine Gesellschaft zu kreieren, sondern um einen Beitrag für sie zu leisten.“