Rubriken

FernUni-News - Leute

Ralf Bartz hat Bildungsgeschichte mit geschrieben

Gründungskanzler der FernUniversität in Hagen ist verstorben

Mit großer Trauer nahm die FernUniversitiät in Hagen die Nachricht vom Tod ihres Gründungskanzlers Ralf Bartz auf. Mit 69 Jahren war Bartz am Donnerstag, 18. Januar 2007, nach langer schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert die FernUniversität einen Gestalter der ersten Stunde, der mit Entscheidungsfreude und Tatkraft, mit Beharrlichkeit und Besonnenheit über ein viertel Jahrhundert die Geschicke der FernUniversität entscheidend mitgeprägt hat und ihr auch nach der Pensionierung Ende 2000 eng verbunden geblieben ist. Sie war sein Lebenswerk.

Ralf Bartz hat als Kanzler die FernUniversität von ihrer Gründung bis ins Jahr ihres 25jährigen Jubiläums begleitet. Und er hat mit dieser Hochschulgründung Bildungsgeschichte geschrieben. Der Technische Diplom-Volkswirt gehörte bereits im NRW-Wissenschaftsministerium zum kleinen Kreis der Vertrauten von Wissenschaftsminister Johannes Rau, der in den 1970er Jahren das „Projekt Fernuniversität“ geplant und den Gründungsbeschluss im Landtag 1974 vorbereitet hatte. Hier stellte er an zentraler Stelle die Weichen, um die Vision Raus von Chancengleichheit in der Bildung Wirklichkeit werden zu lassen.

Als Kanzler betrat er mit der „FernUniversität“ hochschulpolitisches Neuland, war doch das universitäre Fernstudium in Deutschland aufzubauen und bildungspolitisch gegen vielfältige Widerstände in der deutschen Bildungslandschaft zu etablieren. Darüber hinaus galt es, diese neue Universität auch in der Stadt Hagen und in der Region zu verankern. Bei diesen Aufgaben halfen ihm seine persönlichen Kontakte in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Unter anderem war er zeitweise stellvertretender Sprecher der deutschen Universitätskanzler.

In seine Amtszeit fiel nicht nur der Ausbau der FernUniversität zu einer der größten Universitäten des Landes mit zahlreichen Baumaßnahmen auf dem Campus, mit der Eröffnung von Studienzentren in vielen Orten Nordrhein-Westfalens und an Universitäten anderer Bundesländer und mit internationalen Kooperationspartnern. Es begann auch die Umstrukturierung der Universität durch das Einbeziehen von Informations- und Kommunikations-Technologien aber auch durch die sich ändernden Anforderungen und Vorgaben von Seiten des Ministeriums. Bei der Suche nach pragmatischen Lösungen für die jeweils damit verbundenen Probleme wahrte Bartz nicht nur seine „heitere Gelassenheit“, er blieb auch stets seiner Linie treu und wurde dafür allseits anerkannt und respektiert.

Die seinerzeit rund 2000 Beschäftigten der FernUniversität und ihre Interessenvertretungen hatten in ihrem Verwaltungschef immer einen verständnisvollen Ansprechpartner, der ihre Anregungen ebenso wie Sorgen und Bedenken ernst nahm und Lösungen suchte.

„Wir machen Wissenschaft möglich“ – diesen Leitsatz hatte Ralf Bartz der Hochschulverwaltung der FernUniversität mit auf den Weg gegeben. Zugrunde lag nicht nur der Dienstleistungsgedanke sondern auch die Kundenorientierung der Hochschulverwaltung. Damit hatte er bereits Grundelemente der heutigen modernen Hochschulverwaltung vorweg genommen. Ralf Bartz war in den 25 Jahren an der FernUniversität eine Persönlichkeit mit großer Gestaltungskraft. Er wird uns fehlen.

"Bartz verwirklichte Raus Vision in Hagen" schrieb eine Hagener Tageszeitung in ihrem Nachruf: Ralf Bartz (Mitte) und sein ständiger Vertreter als Kanzler der FernUniversität, Rolf von der Heyden (re.), arbeiteten bereits im Düsseldorfer Wissenschaftsministerium eng zusammen, als Johannes Rau noch ihr direkter Vorgesetzter war – das Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen der FernUniversität im Jahre 2000 war für alle drei eine besondere Freude.
Susanne Bossemeyer | 31.01.2007
  • Veranstaltungen:
    • 03.09.2014 11:00
      [Krefeld]
      Krefelder Weiterbildungsmesse - Das Studienzentrum Krefeld der FernUniversität informiert Studieninteressierte.
    • 04.09.2014-06.09.2014
      [Weimar]
      Schopenhauer und Goethe - Die FernUniversität in Hagen ist Mitveranstalter der Tagung im Goethe-Nationalmuseum Weimar und fin ...
  • Aktuelles:
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de