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Wissenschaft? Voll cool!

Die Jugend von heute…

Die Jugend von heute… Für mich war es schon ein bisschen beeindruckend, 15 Schülerinnen und Schüler des Hagener Albrecht-Dürer-Gymnasiums beim Pressegespräch zum Projekt „Spurensuche“ zu erleben. Nicht, dass ich keine Jugendlichen in dem Alter kenne, aber die kennen mich auch. Hier war es anders, angespannter, fremder. Eigentlich die Situation, in der der trendige junge Mensch voll total cool sein sollte. Eigentlich.

Einige von ihnen mussten aus Platzgründen auf den Fensterbänken sitzen. Kein Problem, nur die Blumen störten. Höflich fragten sie, ob sie die Pflanzen auf den Boden stellen dürften. Und nach der Sitzung stand jeder Topf wieder auf seinem Platz. Piccobello.

Eine Lehrerin, zwei Wissenschaftler, 15 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 10: Selten sitzt ein solches und vor allem junges Aufgebot bei uns vier Journalisten gegenüber. Und es ging so diszipliniert und effizient zu wie bei einem Zwiegespräch. So gab es denn auch während der Gespräche mit den Pressemenschen kein pubertierendes Getuschel, unsicheres Gekicher oder Stärke vortäuschende Zwischenrufe. Nur lockere Ernsthaftigkeit.

Nach ein paar Minuten des Warmwerdens ging es los, immer mehr meldeten sich (!), um zu erzählen: von den eigenen Ideen, den (wenigen) Widrigkeiten, den offenen Unternehmenstüren, vom Spaß am Unterricht (ja, das gibt es), von der neuen Sicht auf die Stadt Hagen, in der es tatsächlich richtig nette Menschen gibt. Und vom eigenständigen Recherchieren unter professioneller Anleitung. Der coolste Boy von allen – Typ "Nachwuchsrocker" in Lederklamotten – glühte fast vor Begeisterung.

Dass auch viele der anderen 51 jungen Damen und Herren, die an dem Projekt teilgenommen haben, gerne gekommen wären, hatte ich schon vorher erfahren. Richtig überrascht war ich aber, als die Lehrerin erwähnte, dass es keineswegs um ein paar freie Unterrichtsstunden ging – an diesem Tag war wegen Konferenzen schulfrei!

Mal unter uns: Hätten Sie als Schülerin oder als Schüler das gemacht? Fragen beantwortet statt lange zu schlafen? Ohne dafür etwas zu bekommen?

Ja, man kann sie also begeistern, die Jugend von heute. Auch für Wissenschaft. Das eigenständige Arbeiten mit professioneller Unterstützung hat ihnen Riesenspaß gemacht. Wäre es nicht schön, wenn wir einige von diesen und anderen begeisterungsfähigen Jung-Forscherinnen und -Forschern einmal als Studierende an der FernUni wiedersehen würden? Sicher gibt es in unseren Lehrgebieten noch viel mehr Themen, mit denen man junge Menschen an eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten heranführen kann.

Wer im Übrigen glaubt, diese Kids „tickten“ einfach nur anders als andere, irrt: Den großen Monitor an der Wand des Sitzungszimmers hätten sie doch zu gerne mitgenommen zur eigenen Spielkonsole. Zum Glück hatte niemand Werkzeug bei sich.

Gerd Dapprich | 05.03.2008
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