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Vaduzt

Wissen Sie, was die Stadt Hagen und das Fürstentum Liechtenstein gemeinsam haben? Ein Schloss? Richtig. Die gleiche Fläche? Auch richtig (160 qkm). Wenn Sie jetzt auch noch wissen, dass man hier wie dort einen Masterabschluss Mediation machen kann, sind Sie richtig gut.

Ich weiß das auch erst, seit ich Kontakt zu einem unserer Absolventen habe, der in München als Rechtsanwalt und Mediator tätig ist. Dabei fragte ich mich: Wo sonst noch gibt es einen Master-Abschluss Mediation? Per Google kam ich nach Triesen südlich der fürstentümlichen Finanzmetropole Vaduz. In der Dorfstraße residiert die „Private Universität im Fürstentum Liechtenstein“. Was sie wohl alles zu bieten hat? Man kann sich ja mal über einen Wettbewerber informieren…

Ganz ehrlich, ich war, sagen wir mal: vaduzt, wie zielgruppenorientiert schlank die Alpen-Cleverles ihr Studiengesamtangebot aufgebaut haben. Ohne jeden überflüssigen Ballast. Es gibt dort genau zwei „maßgeschneiderte“ weiterbildende Masterstudiengänge, die den aktuellen gesellschaftlichen und legislativen Ansprüchen folgen, las ich. Mit dem „Executive-Master Vermögensrecht" (LL.M) habe die Hochschule „einen Master-Studiengang implementiert, der den rechtlichen Anforderungen des Vermögenserwerbs und des Vermögenstransfers umfassend und praxisorientiert Rechnung trägt.“ Und zwar im gesamten deutschsprachigen Raum.

Honi soit qui mal y pense (Verabscheut sei, wer schlecht darüber denkt).

Und wenn es denn nun gar nicht mehr anders geht, kann man als ebenfalls staatlich anerkannter „E-Master in Mediation und Konfliktmanagement“ (M.M.) ja immer noch versuchen, eine gütliche Einigung zwischen Steuerpflichtigem und – aus Liechtensteiner Sicht – ausländischer Finanzbehörde zu erreichen.

Wenn es denn eine Stufe höher sein soll findet man ebenfalls zwei berufsbegleitende Doktoratsstudiengänge. In dem einen wird man zum „Dr. iur" (Vermögensrecht) promoviert. Die örtlichen Banken dürften da wohl einigen Bedarf haben. Auch mit dem Abschluss „Dr. scient.med." (Medizinische Wissenschaft) kann man etwas anfangen, mindestens im Zusammenhang mit einem wissenschaftlich analysierbaren Schock nach überraschendem Hausbesuch durch Steuerfahnder.

Falls Sie jetzt die kürzeste Strecke nach Liechtenstein suchen, dem romantischen Reiseziel von Menschen mit dicken Autos und dicken Konten: In Vorbereitung ist dort ein Masterstudium Europäisches IT-Recht. Damit können die Absolventen dann auch ganz bequem und juristisch abgesichert vom heimischen PC aus ihre Transfers in die Alpen durchführen.

Doch bevor Sie vielleicht über eine eigene alpenländische Zusatzqualifikation nachdenken: Die Liechtensteiner sind clever, auch bei der Preisfindung. Dr. scient.med. bzw. MD-PhD kann man ab 21.000 Schweizer Fränkli werden. Fast doppelt so viel sollte man mindestens für den Dr. iur. einplanen (wenigstens sind die Kosten für die Weiterbildung zum vermögensrechtlichen Exekutiv-Master hier schon eingeschlossen).

Gerd Dapprich | 28.05.2009
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