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Steuerberatung

„Sind meine Studienkosten noch von der Steuer absetzbar?“ Ich war, ich gebe es zu, ein wenig überrascht von der telefonischen Frage, die die junge Dame aus Nürnberg mir ohne Umschweife stellte. Meinen Hinweis darauf, dass sie hier in der FernUni-Pressestelle sei, konterte sie schnippisch: „Ja, aber das haben doch Sie geschrieben.“ Wer denn genau? „Na Sie.“ Und wo hat die Anruferin das gefunden? „In der Zeitschrift Capital.“

Lange Reihen von Artikeln rattern vor meinem geistigen Auge herunter. Keine Erinnerung in den beiden letzten Jahren, das muss lange her sein: „Und wann habe ich das denn geschrieben?“ frage ich peinlich berührt. „2004!“

Mein Gott, wie konnte ich nur diesen einen Artikel vergessen? Dunkel tauchen Erinnerungsfragmente aus dem Nebel der Vergangenheit auf. Irgendetwas hatte sich geändert, durch ein Urteil, glaube ich. Da war etwas mit 4.000 Euro. Nur was?

Wie kann ich der jungen Dame helfen? Zu welchem Experten weiter verbinden? Ins Studierendensekretariat? Der Ansprechpartner von damals ist im Nirwana der Pensionierung verschwunden, der Glückliche. Eine Hilfe in meinem persönlichen Steuer-Nirwana ist das nicht.

Den aktuellsten Stand der Gesetzgebung – wer könnte ihn kennen? Ich überlege… „Das Finanzamt vielleicht?“ klingt es fragend aus Nürnberg. Ja genau, die Finanzbeamten müssen ja eine richtige Auskunft geben. Dann eine Erleuchtung: Ist die junge Dame überhaupt, wie vermutet, eine FernUni-Studentin? Nein, sie nennt mir eine, sagen wir mal: Weiterbildungsfirma, die sich als führende deutsche Fernschule bezeichnet.

Wunderbar. Freundlich bitte ich sie, sich doch einmal an ihrer Hochschule zu erkundigen, die müssen den neuesten Steuersachstand ja kennen (sollen sich doch deren Experten um ihre zahlende Studentin kümmern – aber das sage ich natürlich nicht).

Eine Sorge bleibt: Haben noch andere den Capital-Artikel gelesen? Steht er im Netz? Kommen noch mehr Anrufe? Google sei Dank: Es ist nichts zu finden, offensichtlich hat die junge Dame meinen Text wirklich fünf Jahre lang verwahrt. Er muss wohl gut gewesen sein.

Gerd Dapprich | 11.09.2009
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