Elektrisch geladen

Eine Frau sitzt in einem Auto und guckt aus dem Fenster auf der Fahrerseite.
Manuela Oertwig nutzt das Elektromobil für den Einsatz der Betriebszentrale auf dem Campus – als rollende Werkzeugkiste.
Ansicht eines Armaturenbretts im Auto: mit Lenkrad und Instrumententafel
Blick ins Cockpit: Ein Display hinter dem Lenkrad zeigt die aktuell abgerufene Leistung an und informiert über den Ladezustand der Batterie.

Er ist die „fahrende Werkzeugkiste“ der Betriebszentrale: der Elektrotransporter, mit dem die Beschäftigten des Dezernates seit einem Dreivierteljahr unterwegs sind. „1.800 Kilometer hat er immerhin schon hinter sich“, sagt Manuela Oertwig aus dem Dezernat 4, die den Kastenwagen in der Regel fährt. „Es ist ein super Fahrgefühl, er zieht ganz gut und ist sehr leise.“ Zunächst empfand sie ein fast geräuschloses Auto als ungewohnt. Dabei könnte sie sogar drei verschiedene Geräusche einstellen. „Die erinnern allerdings eher an ein Raumschiff“, sagt Oertwig lachend.

120 Kilometer Reichweite im Alltag

Der Renault Kangoo Z.E. ergänzt die Fahrzeugflotte der FernUniversität um ein Ökomodell. „Das ist ein Gebot der Zeit“, findet Dietmar Günther, der als Abteilungsleiter Technisches Gebäudemanagement und Bau die Anschaffung initiiert hat. „Wir mussten ein Fahrzeug austauschen und ein Elektroauto erschien uns als Ersatz sehr passend. Zumal wir vorwiegend kurze Distanzen fahren.“ Für Günther ist es eine Art Testbetrieb, ein kleines Pilotprojekt. Auch sein Urteil fällt bisher positiv aus. „Für die Zwecke auf dem Campus ist es bestens geeignet. Um in die Regional- und Studienzentren zu fahren bräuchten wir ein anderes.“ Längere Strecken meistert das Elektromobil nicht.

Die Reichweite liegt im Alltagsbetrieb bei 120 Kilometer. Ein bis zwei Mal pro Woche muss der knapp 4,70 Meter lange Kastenwagen für rund vier Stunden an die Steckdose in der Campus-Garage. „Schon eine Tour nach Hagen-Hohenlimburg – zusätzlich zu unseren anderen Fahrten – und der Akku ist ruckzuck leer“, berichtet Oertwig aus ihren Erfahrungen. Für den Notfall unterwegs liegt ein Stromkabel im Laderaum. Auf 100 Kilometer verbraucht der Kangoo rund 17 Kilowattstunden. Der Akku ist gegen eine monatliche Rate geleast und wenn er defekt ist, tauscht der Fahrzeughersteller ihn kostenfrei aus. Beim Elektrofahrzeug verschleißen keine Teile wie Kupplung oder Getriebe, auch ein Ölwechsel entfällt.

Das Lastenfahrzeug ist an die spezifischen Bedürfnisse der Betriebszentrale angepasst. „Hinten ist ein Werkzeugschrank eingebaut. Das ist sehr praktisch“, findet Manuela Oertwig. Darüber hinaus gibt es keine Extras an dem E-Wagen, eher die Standardausstattung – „und ein Navi benötige ich sowieso nicht“, sagt Oertwig. Auf dem Campus kennt sie sich aus, die Strecke ins Logistikzentrum ist ebenfalls bekannt. Ein Sprintweltmeister ist der Kangoo nicht und um im Campusverkehr möglichst weit zu kommen, kann man den Motor per Knopfdruck auf 22 Kilowatt beschränken.

Anja Wetter | 04.03.2016