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Markus Braun

23-jähriger Pilot hat die Lizenz zum Überflieger

Markus Braun

Prüfungsangst ist für Markus Braun ein Fremdwort. Für den 23-Jährigen sind Prüfungssituationen Routine. Er hat vor allem gelernt, sein Wissen an verschiedenen Orten wiederzugeben – zu Land und in der Luft. Markus Braun arbeitet als Pilot bei der Lufthansa und studiert parallel an der FernUniversität in Hagen Wirtschaftswissenschaft. „An einer Präsenz-Uni wäre ein Studium für mich nicht möglich.“

Fliegen hat Markus Braun, der in Kleve aufgewachsen ist, schon als Kind interessiert: „Wann immer es was aus Lego zu bauen gab, habe ich Flugzeuge gebastelt.“ Aber erst ab der Oberstufe hat er seine Leidenschaft konkreter verfolgt. Nach dem Abitur 2008 bewarb er sich bei Lufthansa. „Die Anforderungen waren recht explizit“, formuliert es Braun, der die 11. Klasse aufgrund seiner schulischen Leistungen übersprungen hat. Parallel zu den Abiturvorbereitungen vertiefte er sich zusätzlich in Bücher über Mathe und Physik.

Lufthansa nahm ihn als Flugschüler auf. Damit war er ins Schulungsprogramm integriert – und in einen Prozess fortwährender Prüfungen gestartet. „Man wird umfangreich in Theorie und Praxis ausgebildet und muss das Wissen unter Beweis stellen“, erzählt Braun.

Aufnahme in Studienstiftung des deutschen Volkes

Als er im Sommer 2010 Rahmen seiner Flugausbildung ein Jahr pausieren sollte, schrieb sich Markus Braun für BWL in Aachen ein. „Ich wollte die Zeit sinnvoll überbrücken“, erinnert er sich. Lufthansa hatte am Trainingsstandort Bremen auf eine neue Flugzeugflotte umgestellt und musste die Ausbilder auf die neuen Maschinen umschulen. Für die Flugschüler der Airline, die ihre Ausbildung anteilig selbst bezahlen, bedeutete das ein Jahr Unterbrechung.

Also schrieb er sich in Aachen ein, da sein Bruder dort zu dem Zeitpunkt Medizin studierte. Familie ist ein Anker im Leben von Markus Braun. „Das Studium hat mir viel Spaß gemacht“, blickt Braun zurück.

Außerdem brachte es ihm ein Stipendium für die Studienstiftung des deutschen Volkes ein. Als es an der mit der Lufthansa-Flugschule in Bremen im August 2011 weiterging, musste das Studium pausieren. „In dem Moment habe ich beschlossen, an der FernUni mit Wirtschaftswissenschaft weiter zu machen“, erzählt er. „Von da an war ich zeitlich und räumlich so flexibel, wie ich es brauche. An der FernUni ist es mir selbst überlassen, wann ich lerne. Außerdem gefällt mir die Struktur. Es ist immer ersichtlich, welcher Stoff für die Klausuren gebraucht wird.“ Den Lernstoff selbst schreibt er sich auf Karteikärtchen. „Formeln, Modelle…das klappt wunderbar.“

Seine Lernkarten holt er heraus, wann immer er Freiraum hat. Allerdings hat er sich vorgenommen: „Im Hotel in London zu lernen wird die Ausnahme bleiben. Ich nehme in der Regel auf den Flügen kein Studienmaterial mit.“ Das werde er sich maximal in akuten Klausurvorbereitungsphasen selbst erlauben.

Bisher kämpft er sich allein durchs Studium. Die fachmentorielle Betreuung hat Markus Braun noch nicht wahrgenommen – noch nicht wahrnehmen können. „Dazu bin ich zu häufig unterwegs.“ Deshalb hat er auch wenig Kontakt zu seinen Mitstudierenden.

Das Fliegen hat zwar oberste Priorität, dennoch möchte Braun sein Studium abschließen. Definitiv.

Illustration Markus Braun in Pilotenuniform
Markus Braun in Pilotenuniform. (Fotos: privat)

Lieblingsflugziele liegen in Sibirien

Seine berufliche Perspektive hat sich mittlerweile gefestigt. Lufthansa hat Markus Braun nach seiner Ausbildung übernommen. Kontinuierlich hat er sich auf den Sitz des Co-Piloten vorgearbeitet, hat dafür weitere Prüfungen und Testflüge absolviert.

Seit August 2012 fliegt er im Linienverkehr mit der Airbus-A320-Flotte auf Kurzstrecke: Frankfurt – London, Frankfurt – Moskau, Frankfurt – Kairo, Frankfurt… Seine Lieblingsziele sind Perm und Jekaterinburg in Sibirien. „Es sind eher die Städte, die man sich privat nicht aussuchen würde“, lacht er. „Genau das macht den Reiz für mich aus.“

Den nächsten Schritt seiner Pilotenlaufbahn hat er schon im Blick. „Ich möchte auf Langstrecke umsteigen.“ Seine Traumstrecke über den Wolken? „Ich möchte gern nach Südafrika fliegen. Davon habe ich schon sehr viel Schönes gehört. Jetzt möchte ich mir mal selbst ein Bild aus der Luft machen“, schwärmt er.

Fürs Studium peilt Markus Braun zunächst mal den Bachelorabschluss an. „Was danach kommt, habe ich mich auch schon gefragt“, sagt er. „Aber das schaue ich dann.“ Die Prüfungen, die er bis dahin ablegen muss, schrecken ihn jedenfalls nicht grundsätzlich. „Im Job werde ich solche Situationen ohnehin ständig haben.“

Stand: Februar 2014

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