Rubriken

Stimmen zur FernUni

Oliver Dusso

Berufsausbildung und Studium verknüpft - auch zum Nutzen des Arbeitgebers

Oliver Dusso

Abitur – Studium – Beruf: So stellte sich Oliver Dusso seine Zukunft vor. Es kam anders. Zum Glück: Berufseinstieg und Universitätsstudium kombinierte er miteinander, sparte viel Zeit und verdiente nicht schlecht dabei. Sein Diplom erreichte Dusso, ohne je einen Hörsaal betreten zu müssen. Die gibt es an der FernUniversität in Hagen nicht. Trotzdem kam nicht einmal das „Studentenleben“ bei seinem universitären Fernstudium zu kurz. Unterstützt wurde er von seinem Arbeitgeber, den Barmenia Versicherungen in Wuppertal.

Nach dem Abitur wollte Oliver Dusso eine Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann machen als Grundlage für ein Wirtschaftsinformatik-Studium. Die Barmenia-Versicherung bot ihm jedoch eine Ausbildungsstelle zum Fachinformatiker an: „Das ist ja noch sinnvoller im Hinblick auf das spätere Studium“, dachte er sich: Dieser Beruf bot sich als praktische Basis für die Theorie geradezu an. Und „wenn das Studium nicht klappt, habe ich ja schon etwas Vernünftiges“, sagte Oliver Dusso sich.

Allerdings: Schon im zweiten Berufsschuljahr suchte er eine neue Herausforderung. Da machte ihm eine Freundin, die an der FernUniversität studierte, einen Vorschlag: „Versuch’s doch mal in Hagen!“ Praktische Berufsausbildung und gleichzeitig an einer Universität studieren? Das war ideal! Dusso schrieb sich in den Diplom-Studiengang Informatik mit Nebenfach Betriebswirtschaftslehre ein: „Eine optimale Ergänzung zur Ausbildung.“ Zunächst wollte er nur ein paar Leistungsscheine für ein späteres Präsenzstudium erwerben.

Doch es lief viel besser als gedacht: „Ich kam mit dem FernUni-Studium super zurecht, es entsprach genau meinem Lernverhalten – ich kann mir besser neues Wissen ‚anlesen’ als nur zuhören.“

Ein halbes Jahr vor dem Ausbildungsende kündigte ihm sein Chef an, dass er übernommen werden sollte. Musste er sich entscheiden zwischen sicherer Arbeitsstelle und Studium? Dusso wollte beides – und sogar im Studium noch Gas geben. Also entschied er sich in Abstimmung mit dem Arbeitgeber für Vollzeitstudium und Teilzeitarbeit: „Ich wollte immer ein Studium mit Berufsbezug, und jetzt am liebsten an der FernUniversität.“ So konnte er auch seinen Lebensstandard halten: „Meine Arbeit bringt mir mehr ein als jeder Studentenjob – und ich muss nicht abends hinter einem Tresen stehen!“

Einfach war das Studium nicht, „das ist es ja an keiner Universität.“ Gut, dass Dussos bester Freund und Kollege ebenfalls an der FernUniversität studierte, allerdings BWL: „Wir haben im Wintersemester 1999 gleichzeitig angefangen, fast gleichzeitig im Sommersemester 2005 das Studium beendet und täglich aufeinander ‚aufgepasst’ und uns angespornt.“ Gemeinsam an einem Tisch zu lernen machte es leichter, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Durch das zielgerichtete Lernen musste Dusso zu jeder Prüfung nur einmal fahren.

Das Vorurteil vom „Alleinsein im Fernstudium“ lässt er auch aus einem anderen Grund nicht gelten: Es gibt ja den „Treffpunkt Studienzentrum“ - „Gerade der enge Kontakt mit anderen Studierenden hat mich zum Ziel gebracht!“ ist Dussos Erkenntnis, „man muss nur auf die anderen zugehen, Betreuungsangebote annehmen und Kontakte mit Kommilitonen knüpfen.“ So war er einmal pro Woche in einem der nahen Studienzentren. Selbst seine Kurswahl stimmte er möglichst mit anderen FernUni-Studierenden ab, sodass er nur einen einzigen Kurs ohne „Begleitung“ hinter sich bringen musste: „Wenn man sich selbst kennt und weiß, wie man lernt, ist das Fernstudium in Hagen gut zu schaffen.“

Hilfreich sind auch die neuen Technologien, die die Hagener Universität in ihr Studiensystem integriert hat: „Ich habe verschiedene Kommilitonen einfach per Mail angesprochen und kennen gelernt.“ Durch Geben und Nehmen konnte man Kompetenzen ergänzen – besonders vor Prüfungen eine große Hilfe. Trotz aller Arbeit: Es gab sogar ein „Fernstudentenleben“. So trafen sich Dusso und Kommilitonen auch zum gemeinsamen Essen.

In seiner Diplom-Arbeit wollte er die Ideen von theoretischen Ansätzen in der Informatik als praxistauglich beweisen. Die Arbeit mit dem Titel „Entscheidungssystem für die Rechnungsprüfung in der Krankenversicherung mit logikbasierten Regelsprachen“ war so gut, dass sein Betreuer Univ.-Prof. Dr. Christoph Beierle, Lehrgebiet Wissensbasierte Systeme, ihn zu einem wissenschaftlichen Kongress nach Italien schickte, um dort einem Vortrag über sein Thema zu halten. FernUni-Student Oliver Dusso dürfte einer der ersten gewesen sein, die sich mit der praktischen Anwendung der neuen Programmiersprache DLV befassten. Sogar im Kongressband erschien sein Beitrag.

Doch nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht war die Arbeit – die auf eigenen Vorstellungen Dussos beruht und in Kooperation mit der Barmenia entstand – ein voller Erfolg. Auch der von ihm so geschätzte Praxisbezug ist vorhanden: Die Ergebnisse fließen in ein Projekt des Versicherungsunternehmens ein.

Ein kleines Team, zu dem auch Dusso gehört, arbeitet bereits an der Umsetzung: „So bringt mein FernUni-Studium auch meinem Arbeitgeber etwas!“

Gerd Dapprich | 08.11.2011
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de