Prof. Dr. Oliver Gürtler

VWL-Prof löst das „stabile Hochzeitsproblem“ in seinem Fernstudium


Portrait eines Mannes im Anzug: Prof. Oliver Gürtler
Prof. Oliver Gürtler (Foto: Lisa Beller)

Steckbrief

Name: Prof. Dr. Oliver Gürtler
Wohnort: Köln
Status: Professor an der Universität zu Köln
Studium und Abschluss an der FernUniversität: Bachelor-Abschluss Mathematik


Für seine berufliche Laufbahn braucht er den Abschluss an der FernUniversität in Hagen nicht mehr, trotzdem hat Prof. Dr. Oliver Gürtler mit Ehrgeiz seinen Bachelor-Abschluss in Mathematik abgelegt. Der 38-Jährige lehrt seit 2009 im Bereich Volkswirtschaftslehre an der Uni Köln: „In der VWL modellieren wir wirtschaftliches Verhalten über mathematische Modelle, insofern lehre und forsche ich in einem recht mathematisch geprägten Feld.“

Nebenfach angerechnet

Seine Kenntnisse waren ausreichend, aber nicht erschöpfend. Der Wissenschaftler kniete sich rein und las zunächst Fachbücher. Schnell merkte er: „Ohne Druck von außen geht es nicht. Also habe ich mich zum Wintersemester 2011/12 an der FernUni in den Bachelor eingeschrieben und es möglichst vielen erzählt. Das provozierte Nachfragen zum Stand meines Mathe-Studiums.“ Ein wenig war Oliver Gürtler darüber entlastet, dass er sich sein VWL-Studium als Nebenfach anrechnen lassen konnte.

Selbstdisziplin musste er dennoch aufbringen und vornehmlich die Wochenenden – Samstag war ein regelmäßiger Lerntag – reservieren. Da es seine „freiwillige Entscheidung war, studierte er intrinsisch motiviert und zielgerichtet. Mit seinem beruflichen Hintergrund empfand er das Fernstudium als „perfekt“.

„Heimspiel“: Klausurort Köln

Was Gürtler entgegen kam: Für die Klausuren musste er nicht weit reisen. „Da hatte ich mit Köln meistens ein Heimspiel“, lacht er während des Telefoninterviews. „Ich habe sogar mal in einem Hörsaal geschrieben, in dem ich sonst Vorlesungen halte…“

Seine eigenen Studierenden hat er allerdings nicht als Kommilitoninnen oder Kommilitonen der FernUni getroffen. Statt dessen andere interessante Menschen: „Ich bin nach wie vor beeindruckt davon, wie heterogen die Studierendenschaft an der FernUni ist. Der eine studiert als Apotheker, der nächste als Schüler. Seminare oder Studientage waren immer spannend.“

Vorhängeschlösser an einem Drahtseil einer Brücke: Symbole ewiger Liebe
Vorhängeschlösser gelten als Symbole ewiger Liebe. (Foto: Thinkstock, Pixelnest)

Engagierte Bachelor-Arbeit

Besonders viel Ehrgeiz investierte der professorale Student in seine Bachelor-Arbeit bei Prof. Dr. Winfried Hochstättler aus dem Lehrgebiet Diskrete Mathematik und Optimierung: „Stabile Hochzeiten in polygynandrischen Gesellschaften“, also in Gesellschaften mit Gruppenehen. Ausgangspunkt der Arbeit war der Algorithmus, mit dem glücksversprechende Paarungen von Männern und Frauen berechnet werden können. „Dieses Modell wurde erweitert und untersucht, unter welchen Umständen etwa eine Gruppe von Männern einer Gruppe von Frauen sinnvoll zugeordnet werden kann“, erläutert Oliver Gürtler. Die mathematische Theorie vom langfristigen Beziehungsglück.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel: Die Fußballnationalmannschaft möchte Freundschaftsspiele veranstalten. Es gilt, innerhalb eines begrenzten Zeitraums eine begrenzte Anzahl von Spielen zu terminieren. „Es sollen für eine Mannschaft mehrere Spielpartner gefunden werden“, beschreibt Gürtler.

Wie wirkt sich das FernUni-Studium generell auf seine eigene Lehre und Forschung aus? „Ich bin in der Lehre anspruchsvoller geworden und stelle höhere Erwartungen an Studierende, was Engagement und Motivation betrifft. Es beeinflusst eher meine Forschung. Hier fließen mathematische Methoden nun stärker ein.“

Stand: März 2017

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