Dr. Erwin Hoffmann

Drei Studienabschlüsse und Promotion an der FernUniversität

Im Interview mit Dr. Erwin Hoffmann stellt sich unweigerlich die Frage: „Wie hat er das alles parallel geschafft?“ Die Antwort des 44-Jährigen: „Ich habe gelernt, mich selbst und meine Zeit optimal zu organisieren.“ Unter Beweis gestellt hat er seine Selbstdisziplin mit drei Studienabschlüssen und seiner Promotion an der FernUniversität. Jede seiner Qualifikationen hat ihm neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Heute setzt er sie kombiniert in verschiedenen Bereichen ein. So hat der Grevenbroicher einen Vollzeitjob als Leiter der Aus- und Fortbildungsabteilung eines mittelständischen Unternehmens, parallel Lehraufträge an fünf verschiedenen Hochschulen und schreibt gerade zwei Bücher. Zeit für seine Frau und die drei Kinder findet er trotzdem noch. Er weiß aber ganz genau: „Ohne deren großartige Unterstützung wäre das alles aber nicht möglich gewesen und auch heute nicht zu bewältigen.“

Dr. Erwin Hoffmann Jede seiner Qualifikationen hat Dr. Erwin Hoffmann neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Heute setzt er sie kombiniert in verschiedenen Bereichen ein, z. B. als Leiter der Aus- und Fortbildungsabteilung eines mittelständischen Unternehmens.

Nach dem Abitur und geleistetem Wehrdienst blieb Erwin Hoffmann zunächst bei der Bundeswehr. Seine Überlegung auf diesem Weg zu studieren, musste er verwerfen. „Da ich zu spät in die Offizierslaufbahn eingestiegen bin, kam das Studium an einer der Bundeswehrhochschulen für mich nicht mehr in Frage, sodass ich mir eine Alternative suchen musste“, erinnert er sich. Zunächst als „Notlösung“ habe er sich 1991 an der FernUniversität eingeschrieben, dann aber sehr schnell seine Begeisterung für das Lehr- und Lernsystem der Hagener Hochschule entdeckt. Ursprünglich wollte er direkt Geschichte im Hauptfach studieren, das wurde an der FernUni aber erst ein Jahr nach seinem Start angeboten. Also hat er mit Sozialwissenschaften im Hauptfach angefangen, fand das so interessant, dass er sich ein Jahr später – anstatt zu wechseln – parallel für den zweiten Magisterstudiengang mit Hauptfach Geschichte eingeschrieben. „Viele Inhalte der Fächer waren vernetzt. Das ist auch etwas, das ich an der FernUniversität so klasse finde: den interdisziplinären Ansatz“, unterstreicht er.

Lernort Kaserne? Das hört sich nicht unbedingt nach einer Oase der Ruhe und Konzentration an. „In den letzten Jahren meiner Bundeswehrzeit war ich im Wachbataillon und somit häufig im gesamten Bundesgebiet, zum Beispiel zu Staatsbegräbnissen oder -besuchen, unterwegs. Die teilweise stundenlangen Fahrten habe ich als Studienzeit für mich genutzt.“ Verwunderte Blicke von den Kameraden gab es nicht. „Neben mir im Bus saß meistens ein Kollege, der ebenfalls an der FernUni studierte. Er hat allerdings aus zeitlichen Gründen das Studium abgebrochen.“ Hoffmann hat es „durchgezogen“. Drei Jahre lang nebenberuflich, dann freigestellt von der Bundeswehr zweieinhalb Jahre in Vollzeit, in denen seine Frau ganztags gearbeitet hat. 1997 hatte er alle Leistungsnachweise für beide Studiengänge beisammen und schrieb parallel beide Magisterarbeiten. Dazu wurde kurzerhand das Büro zweigeteilt in eine Geschichts- und eine Soziologieecke.

Mit den beiden Abschlüssen war er zwar sehr gut qualifiziert, wollte aber noch ein Studium „mit einem größeren Praxisanteil“ absolvieren. Deshalb begann er direkt im Anschluss mit Kulturmanagement. Schnell erhielt er erste Jobangebote, z. B. als Dozent für Weiterbildungen. So schulte er beispielsweise Mitarbeitende der Volkshochschule Köln in Marketingaufgaben und stellte dort eigene Projekte im Kulturbereich auf die Beine. „Das Studienmaterial an der FernUniversität war so aktuell und gut aufbereitet, dass man in der Praxis immer direkt gesehen hat, wo und vor allem welche Dinge falsch laufen.“ Aufgrund seiner Jobs – durch die Beschäftigung bei der VHS wurde eine Unternehmensberatung für Kultur- und Bildungseinrichtungen auf ihn aufmerksam und stellte ihn als Personaltrainer und Berater ein – war Erwin Hoffmann jetzt also wieder Teilzeitstudent, schloss sein drittes Studium aber dennoch bereits nach zwei Jahren ab. Auf die Frage seines damaligen Professors, Dr. Thomas Heinze, ob er seine Abschlussarbeit „Kulturmarketing am Beispiel der Volkshochschule Köln“ veröffentlichen dürfe, antwortete er: „Gern. Und würden Sie dann meine Dissertation betreuen?“ Prof. Heinze war mit dem vorgeschlagenen Thema „Mittelalterfeste in der Gegenwart“ einverstanden. „Ich konnte in diesem kultursoziologischen Thema Wissen aus meinen drei abgeschlossenen Studiengängen einfließen lassen“, sagt Hoffmann.

Aber trotz aller Begeisterung gibt Hoffmann unumwunden zu: „Die Dissertation hat mich schon manchmal an meine Grenzen gebracht.“ Vor allem musste jetzt für die Familie eine eindeutige Freizeit- und Arbeitszeitregelung her, denn neben der Doktorarbeit und dem Vollzeitjob standen ja auch noch die eingangs genannten beruflichen Tätigkeiten an. „Vier Stunden Schlaf mussten oft ausreichen“, sagt er. Mit seiner Frau hatte er die Vereinbarung, dass er erst für die Promotion arbeitet, wenn die drei Kinder im Bett sind. Die Stunden davor gehörten der Familie.

Gestillt ist sein Hunger nach neuem Wissen aber auch heute noch nicht und der FernUniversität bleibt er treu: Zum Wintersemester 2010/11 hat er sich für den Bachelor-Studiengang Psychologie eingeschrieben.

Stand: Juli 2010