Sonja Kesselschläger

BWL-Absolventin der FernUniversität in Hagen und Siebenkämpferin

Sieben auf einen Streich – so könnte man Sonja Kesselschlägers Beruf auch umschreiben. Allerdings wäre das nur fast richtig. Denn im Siebenkampf dauert ein Wettkampf zwei Tage. 100 m Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen und der 200 Meter-Lauf stehen am ersten auf dem Programm, Weitsprung, Speerwerfen und die 800 Meter am zweiten. Die 30-jährige Profisportlerin trainiert jeden Tag vor- und nachmittags. Bis vor kurzem beschäftigte sie sich in ihrer knappen Freizeit noch mit einer „achten Disziplin“, ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Den Lohn für ihre Ausdauer hat sie jetzt bekommen. „Mein Diplomzeugnis I lag einen Tag vor meiner Abreise nach Peking im Briefkasten“.

Sonja Kesselschläger
Sonja Kesselschläger

Im Land des Lächelns schaffte es Sonja Kesselschläger bei den Olympischen Spielen 2008 im Siebenkampf auf den 16. Platz. „In Athen war es vor vier Jahren der sechste, mein bisher größter internationaler Erfolg“, erinnert sie sich. Allzu groß war die Enttäuschung aber nicht – dafür habe sie viel zu viele schöne und spannende Eindrücke aus China mitnehmen können. „Bei keinem anderen Wettkampf leben alle Sportlerinnen und Sportler gemeinsam in einem Dorf. Man kommt ungezwungen miteinander ins Gespräch und lernt auch die ganz Großen wie Dirk Nowitzki kennen“, schwärmt sie.
Und was steht nach Peking und ihrem ersten akademischen Abschluss an? Ihren sportlichen Blick richtet die Neubrandenburgerin ganz auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin im nächsten Jahr, den wissenschaftlichen in Richtung zweites BWL-Diplom an der FernUniversität. „Ich brauchte eine kurze Lernpause, aber jetzt nimmt der Gedanke langsam Form an. Ich überlege schon, welches Wahlpflichtfach ich belegen werde. Vermutlich eines aus dem Bereich Controlling .“

Dass sie ein Zahlentyp ist, wusste Sonja Kesselschläger schon früh. Deshalb stand für sie ein wirtschaftswissenschaftliches Studium nach dem Abitur fest. Angefangen hat sie damit an der Universität Greifswald. Trotz des zeitintensiven Trainings schaffte sie es meistens zu den Vorlesungen und Seminaren. „Allerdings war ich oft nur körperlich anwesend. Konzentriert folgen konnte ich den Dozenten häufig nicht, weil ich einfach zu erschöpft war. Training, Uni, Training, Uni – das steckt man irgendwann nicht mehr so einfach weg.“

Hochsprung ist nur eine von sieben Disziplinen, die Sonja Kesselschläger täglich trainiert  (Foto: www.tom-finke.de)
Hochsprung ist nur eine von sieben Disziplinen, die Sonja Kesselschläger täglich trainiert (Foto: www.tomfinke.de)

Dabei hätte sie es viel stressfreier haben können. „Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht sofort an der FernUniversität gestartet bin.“ Über ihre damalige Skepsis schüttelt sie den Kopf. „Ich hatte Zweifel, ob ich ein Fernstudium schaffe und ob es genauso anerkannt ist wie das an einer Präsenzuni.“ Ein Dozent der Universität in Greifswald war es, der ihr Interesse für die FernUni in Hagen weckte. „Er wechselte als Professor nach Hagen und zeigte mir die Möglichkeiten auf, die die FernUni bietet.“ Sie war schnell überzeugt und schrieb sich ein.
Auf einmal konnte sie ihre Zeit viel besser planen, Sport und Studium unter einen Hut bringen, auf einen akademischen Abschluss hinarbeiten, ohne dass ihr über den Skripten die Augen zufielen. Sie studierte, wenn sie sich fit und ausgeruht fühlte und nicht, wenn Seminar- und Vorlesungspläne es festlegten. Da die Klausurentermine oft schon ein Dreivierteljahr vorher bekannt gegeben wurden, konnte sie diese mit ihren Wettkampfterminen abstimmen. „Mit dem Studienmaterial bin ich bestens klargekommen. Sekundärliteratur war oft gar nicht nötig, um den Stoff zu verstehen.“
Auf ihre Studienbriefe habe sie sich immer gefreut, sie fast schon sehnsüchtig erwartet. „Wenn ich die Arbeit in Form der Pakete dann gesehen habe, war die Freude auch schon mal kurzzeitig weg“, lacht sie. Dass sie den Spaß an ihrem Fernstudium aber nie verloren hat, führt sie auch auf die gute Betreuung zurück – nicht nur durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch durch Verwaltungsmitarbeitenden der FernUni. Ob fachliche Fragen oder organisatorische: „Ich bin immer bestens beraten und unterstützt worden.“

Stand: November 2008