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Stimmen zur FernUni

Chantal Kleine

Chantal Kleine

Eine Führungskraft im Bereich Marketing- und Vertrieb mit Kind und bildungswissenschaftlichem Studium: Wie passt das zusammen? Für Chantal Kleine jedenfalls ist das keine Hexerei, denn „das Studium war mein Privatvergnügen“. Betonung auf Vergnügen. Und eines, dessen Ergebnisse die 38-Jährige bei ihrer Arbeit in einem Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs im Rheinland gut nutzen kann. Von 2008 bis 2016 studierte sie an der FernUniversität in Hagen Bildungswissenschaft mit Bachelor-Abschluss.

Nach dem Abitur hatte die Hagenerin eine berufliche Laufbahn eingeschlagen. Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung arbeitete sie zunächst in einem Start-Up: „Da bleibt wenig Zeit für Wissenschaft.“ Dennoch sammelte Chantal Kleine „einige Scheine zu beruflich relevanten Themen“ wie Marketing und Führung zu beruflich relevanten Themen bei verschiedenen Anbietern.

Eine Frau lehnt lässig an einer Wand
Chantal Kleine

Lernen in der Bahn

Inzwischen ist sie Bereichsleiterin Marketing/Vertrieb bei einem öffentlichen Verkehrsunternehmen in Düsseldorf, hat sechs ihr direkt unterstellte Beschäftigte und über 60 in ihrem Umfeld. Da kann von einem Acht-Stunden-Tag keine Rede sein, aber sie konnte während der Fahrten von Hagen nach Düsseldorf und zurück lernen und so diesen „Lebensabschnitt nutzen, um Wissenschaft nachzuholen“.

Warum Bildungswissenschaft? „Das ist ein Leidenschaftsthema. Ich wollte wissen: Wie funktioniert Lernen? ‚Klassisches‘ Marketing und BWL hatte ich mir ja auf anderen Wegen angeeignet – in der Praxis und bei Weiterbildungsangeboten von Seminarveranstaltern.“ Eine Verbindung zum Beruf gibt es durchaus: „Wir verkaufen die Dienstleistung ‚Mobilität‘. Busse und Bahnen zu benutzen statt des Autos setzt eine Verhaltensänderung, also einen Lernprozess, voraus. Welche Gründe kann es für diese Entscheidung zwischen Auto und Bahn geben? Wie verläuft ein solcher Lernprozess? Also: Was braucht ein Kunde eigentlich?“

Zehn Jahre nach dem Abi studieren?

Letztendlich bewegt die Marketing- und Vertriebsexpertin die Frage: „Wie bekommt man einen Menschen zu einer Verhaltensänderung?“ Als Vorgesetzte möchte sie aber auch wissen: „Wie bekomme ich Menschen dazu, lebenslang zu lernen?“ Dies steht im Zusammenhang mit dem recht hohen Durchschnittsalter vieler Beschäftigter in der Wirtschaft und mit der demografischen Entwicklung in der Gesellschaft: „Immer mehr Menschen werden angesichts der Veränderungen in Arbeits- und persönlicher Umwelt eine Antwort auf die Frage ‚Wie halte ich mich fit?‘ finden müssen.“

Es gab aber noch einen weiteren, persönlichen Grund für Chantal Kleine, um sich für dieses Studium zu entscheiden: „Ich wollte wissen: Wie kann ich selbst lernen?“ Diese Frage spielte im Vorfeld ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle: „Ich war mir nicht sicher, ob ich das kann: mit 30, zehn Jahre nach dem Abitur studieren.“ 2008 suchte sie Rat im Studienzentrum Castrop-Rauxel der FernUniversität: „Die Antwort machte mir Mut – und es hat gut funktioniert.“

Langer Atem notwendig

Das Studium – Chantal Kleine nennt es einen „Prozess fast ohne Präsenz“ – verlief „operativ“ ganz einfach: ein Stapel Papier, kein Datum für Hausarbeit oder Klausur. Ihre Freunde und Bekannten, die ihre (Präsenz-)Studien schon lange abgeschlossen hatten, staunten: „Wie kann das funktionieren?“ Kleine: „Relativ leicht für mich. Ich musste nach so langer Zeit allerdings herausfinden, wie ich am besten lernen kann. Ich habe mich selbst konditioniert und bei ‚Chillout‘-Musik gelernt.“ Und zwar im Zug, denn durch ihren Vollzeit-Job und ihre 2013 geborene Tochter hatte sie ansonsten wenig Zeit. Zumal Chantal Kleine auch im Beruf immer mehr gefordert wurde und „logistische Lösungen“ finden musste. „Außerdem wollte ich meinem Kind, meiner Partnerin und mir selbst noch gerecht werden. Freunde und Bekannte mussten dennoch ein ‚dickes Fell‘ haben.“

Gerne hätte sie in Arbeitsgruppen gelernt, aber das passte nicht: „Ich habe oft einen 12-Stunden-Tag.“ Doch an zwei Präsenzveranstaltungen nahm sie teil: „An diesen Wochenenden habe ich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt und Erfahrungen ausgetauscht. Mit einigen habe ich noch E-Mail-Kontakte. Ich hätte zwar gerne Lerngruppen initiiert, aber das ging aus zeitlichen Gründen nicht. Aber ich habe gelernt, mich auch alleine durchzubeißen. Allerdings ist das eine ‚harte Strecke‘. Für Alleinerziehende ist die Nummer natürlich noch einmal deutlich größer. Für ein Studium an der FernUni braucht man auf jeden Fall einen langen Atem!“

Gerd Dapprich | 01.03.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de