Markus Lemmer

Die Faszination der Zahlen

Portrait eines Mannes: Markus Lemmer
Markus Lemmer macht inzwischen seinen Master an der FernUni. Er schrieb sich ohne Abitur an der Hagener Hochschule ein.

Zahlen lassen wenig Interpretationsspielraum. Markus Lemmer schätzt das sehr. Zahlen sind sein Metier – genau genommen Firmenbilanzen, Steuererklärungen, Gehaltsabrechnungen. Der 36-Jährige hat ein klares berufliches Ziel: Als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu arbeiten. „An diesem Berufsumfeld reizt mich, dass alles fassbar ist. Es gibt relativ genaue Vorgaben und man muss sorgfältig recherchieren.“

Für seinen Berufswunsch braucht er einen Studienabschluss. Aber Markus Lemmer hat die Schule vor der gymnasialen Oberstufe verlassen. „Ich wollte Geld verdienen“, erinnert er sich. Bis der Berufswunsch zu übermächtig wurde. Lemmer recherchierte und stieß auf die FernUniversität in Hagen.

Als Beruflich Qualifizierter – also ohne Abitur – konnte er sich einschreiben. Inzwischen hat er einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaft, studiert weiter im Master-Studiengang, arbeitet in einer Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und nebenbei als Mentor für die FernUni. Für seinen Ehrgeiz bekommt er an der Hagener Hochschule ein Deutschlandstipendium. „Die FernUni hat mein Leben bereichert“, urteilt er.

Kredite, Fonds und Kapitalanlagen

Dabei liest sich sein Lebenslauf sehr stringent. Nachdem er von der Schule abgegangen war, hat Lemmer eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und eine Fortbildung zum Sparkassenfachwirt angeschlossen. Weiter ging’s mit einem nebenberuflichen Studium zum Sparkassenbetriebswirt und etwas später einer Ausbildung zum Versicherungsfachmann.

Kredite, Fonds, Cash-Management und Kapitalanlagen – es waren immer die Zahlen, die ihn gelockt haben. Markus Lemmer sagt über sich selbst: „Ich bin ehrgeizig.“ Ein Nein zu seinem Berufswunsch Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung ist für ihn nicht akzeptabel. Also hat er weiter gemacht. Doch die Hürde Studium zeichnete sich ab. Markus Lemmer übersprang sie beinahe leichtfüßig.

Im Bachelor-Studium legte der gebürtige Marburger einen Schwerpunkt auf Steuern, Rechnungslegung und Finanzwirtschaft. Etwas mehr als vier Jahre benötigte er bis zum Abschluss. In der Zeit pendelte Lemmer beruflich: zwischen seinem Wohnort im Landkreis Marburg und der Hauptstadt der Finanzen, Frankfurt am Main. „Ich habe anfangs versucht, die Fahrzeit im Zug zu nutzen, aber irgendwann musste ich fast komplett aufs Wochenende ausweichen.“ Seine Partnerin hatte viel Verständnis dafür und unterstützte ihn in der Zeit stark.

In der Regel lernt Markus Lemmer selbstständig, bei den quantitativen VWL-lastigen Modulen hat er Mentoriate besucht. Mittlerweile arbeitet er als Mentor für die FernUniversität. „Da bin ich gefordert, fachlich auf dem aktuellsten Stand zu bleiben“, sagt er. Nach dem Bachelor möchte er nun den Master anschließen. „Ich habe einfach Spaß an den Inhalten und bleibe außerdem im Lernrhythmus.“

Während des Bachelor-Studiums nahm Lemmer am Projekt Studi-Consulting teil, das der BWL-Lehrstuhl für Steuerlehre von Prof. Stephan Meyering anbietet: Ein Team aus Studierenden berät nach einwöchiger Einarbeitungsphase ein Unternehmen betriebswirtschaftlich. Inzwischen ist das für Markus Lemmer echter Berufsalltag.

Examen zum Steuerberater

Als frischgebackener Bachelor startete er im Februar 2014 bei einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Gießen, um die vorgegebene dreijährige Praxiserfahrung zu sammeln. Im Oktober 2017 steht das Examen zum Steuerberater an.

Ist Markus Lemmer erstmal Steuerberater, ist es mit dem Lernen nicht vorbei. Als Steuerexperte muss er sich über Gesetzesänderungen informieren, einschlägige Fachzeitschriften lesen und stets über die Urteile des Bundesfinanzhofs Bescheid wissen. Laufende Fortbildungen sind später als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer unerlässlich. Lebensbegleitendes Lernen eben. Dem hat sich Markus Lemmer schon als Student der FernUniversität in Hagen verschrieben.

Kosten-Nutzen-Analyse

Wenn Lemmer mal vom Lernen abschalten muss, geht er Laufen. Ganz nebenbei engagiert er sich noch kommunalpolitisch. Er sitzt im Gemeinderat seines Ortes. „Man kann nicht nur meckern, man muss sich auch selbst einbringen.“ Sein ehrenamtliches Engagement war ebenfalls ein wichtiges Kriterium dafür, dass Markus Lemmer ein Deutschlandstipendium bekommt. Wie er das zeitlich alles schafft? „Ich mag keine Langeweile und versuche, meine Zeit gewinnbringend zu nutzen“, stellt er seine private Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Die Zahlen lassen ihn nicht los…

Stand: Mai 2015