Michelle Morik

Österreichische Skirennläuferin studiert Wirtschaftswissenschaft

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Comeback nach zwei Kreuzbandrissen: Michelle Morik will sich in den Weltcup kämpfen.
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Steht kurz vor dem Durchbruch: Rennläuferin Michelle Morik träumt von Olympia 2018.

Nach zwei Kreuzbandrissen musste die österreichische Skirennläuferin Michelle Morik (24) aus Nenzing ihre Karriere fast beenden. Beruflich fährt sie jetzt zweigleisig: Als Sportlerin hat sie sich diesen Winter mit dem Gewinn der Silber-Medaille im Riesenslalom bei der Universiade in Südtirol zurückgekämpft, mit ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaft an der FernUniversität in Hagen hat sie Plan B in der Tasche. Im Interview mit der FernUni spricht sie über Lerneinheiten im Trainingslager, den Austausch mit anderen Studierenden und ihren olympischen Traum.

Frage: War nach zwei Kreuzbandrissen die Zeit reif für Plan B?

Michelle Morik: Es war schon so nach dem ersten Kreuzbandriss. Da wollte ich studieren, stand aber sehr schnell wieder auf den Skiern. Nach dem zweiten Kreuzbandriss war es viel härter zurück zu kommen als nach dem ersten. Ich habe sehr viel mental arbeiten müssen. Und ich habe mich am letzten Tag der Einschreibefrist noch schnell an der FernUni in Hagen inskribiert.

Frage: Wie sind Sie auf die FernUni gekommen?

Michelle Morik: Wir sind mehrere Wege durchgegangen. Der Sport geht logischerweise vor. Das Studium muss nebenher laufen, das geht an der FernUni flexibel und gut. Ich will später in den elterlichen Betrieb einsteigen. Meine Eltern haben einen Campingplatz mit Gastronomie in Nenzing. Ich suche mir Module raus, die mir in dem Bereich weiterhelfen. Buchführung zum Beispiel, das bringt mir was.

Frage: Sie sind jetzt im dritten Semester. Wie läuft‘s, wie hat sich ihr Alltag verändert?

Michelle Morik: Das Studium ist mit viel Disziplin verbunden. Momentan ist es recht schwierig. Im ersten Semester habe ich nur ein Modul abschließen können. Kurz vor der Prüfung war ich im Trainingslager in Neuseeland. Die anderen haben regeneriert, ich habe gelernt. Mit der Zeit fehlt dann die Regeneration. Jetzt habe ich mich für eine Klausur in Augsburg angemeldet. Manchmal überschneiden sich auch Termine mit dem Sport. Ansonsten ist die Organisation an der FernUni gut. Der einzige Nachteil: Wenn du mal beim Lernen hängst oder nicht weiter weißt, dann hängst du. Der Austausch ist mir daher sehr wichtig. Zum Beispiel bei Einsendeaufgaben. Ich versuche das über Moodle und den Studiservice hinzukriegen.

Frage: Was war seit der Einschreibung Ihr schönster Moment als Studentin und Ihr schönstes Erlebnis als Sportlerin?

Michelle Morik: Natürlich in beiden Fällen die Universiade. Das war ein super Sprungbrett. Sportlich und emotional gesehen war es ein sehr guter Erfolg. Der hat mir gezeigt: Es lohnt sich zu kämpfen. Und dann noch die ganze Stimmung mitzuerleben, das war ein super Erlebnis.

Frage: Für Olympia in Sotschi hat es noch nicht gereicht. Wo sehen Sie sich in vier Jahren: Bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea oder als FernUni-Absolventin der Wirtschaft?

Michelle Morik: Olympia ist auf jeden Fall mein Ziel. Eigentlich wäre schon Sotschi das Ziel gewesen. Aber ich muss mir erstmal kleine Ziele setzen. Die Silber-Medaille bei der Universiade ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Europacup-Saison ist jetzt gelaufen. Ich muss nun bei den FIS-Rennen versuchen, ein zweites gutes Ergebnis zu bekommen und ein positives Ritual aufzubauen. Viel fehlt bei den Rennen nicht. Es fehlt nur noch an Zutrauen.

Stand: Februar 2014