Elena Richter

Die Bogenschützin studiert an der FernUniversität Psychologie

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Elena Richter hat ihr Ziel fest im Visier: als Bogenschützin der deutschen Nationalmannschaft und als Psychologie-Studentin an der FernUni.

Auch kurz nach ihrem jüngsten Erfolg hat Bogenschützin Elena Richter Zeit für ein Telefongespräch. Die 24-jährige Psychologie-Studentin der FernUniversität in Hagen ist gerade in der Halle Vize-Weltmeisterin im Teamwettbewerb geworden.

Rummel um ihre Person in den Tagen danach? Fehlanzeige. „Das ist ein bisschen schade. Aber so ist das eben“, sagt die Sportsoldatin aus Berlin. „Ich habe es nie anders kennen gelernt und bin auch froh darüber. So kann ich in Ruhe einkaufen gehen, ohne angesprochen zu werden.“

Trainingsaufwand und Belastung unterschätzt

Von Außenstehenden wird gern unterschätzt, wie hoch der Trainingsaufwand und die Belastung insbesondere für die Schulter- und Rückenmuskulatur beim Bogenschießen sind. „Es ist ein körperlich sehr anstrengender Sport“, sagt Elena Richter, die drei bis sechs Stunden am Tag trainiert. Denn um international erfolgreich zu sein, braucht es vor allem eins: ausgiebiges Training. Kraft- und Ausdauertraining gehören neben dem Schießtraining genauso selbstverständlich zu ihrer Wettkampf-Vorbereitung wie autogenes Training.

Angesichts dieses Pensums ist für die Bogenschützin der deutschen Nationalmannschaft ein Studium an einer Präsenzuni kaum machbar. Das hat Elena Richter selbst erfahren. Sie wagte zunächst einen Versuch an einer Fachhochschule. „Das ist mir zu viel“, stellte sie schnell fest und sagt heute: „Mein Teilzeit-Studium an der FernUni ist die bessere Lösung.“ Seit dem Herbst 2013 ist sie nun für Psychologie eingeschrieben und geht es langsam an. Eine Klausur hat sie im ersten Semester noch nicht belegt. „Mir fehlt noch die richtige Strategie“, gibt sie offen zu.

Keine Woche ist wie die andere

Ihre Studienbriefe und Textmarker hatte sie zwar sogar bei der Weltmeisterschaft in Nîmes mit dabei, doch einen festen Lernrhythmus muss sie erst noch finden. „Mein Job ist mein Sport“, sagt Elena Richter. Und das bedeutet: Für die 24-jährige Berlinerin ist keine Woche wie die andere. Sie ist viel unterwegs, auf Lehrgängen und bei Wettkämpfen im In- und Ausland.

Die Hallensaison ist nun vorbei, ab April beginnt die Weltcup-Saison. Dann geht es für Elena Richter unter anderem nach Shanghai. Im Juli reist sie zur Europameisterschaft nach Armenien. Und auch ihr großes Fernziel hat Elena Richter schon fest im Visier: die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro.

Olympia-Teilnahme und Weltmeistertitel

Schon einmal war sie bei Olympia dabei, vor zwei Jahren in London. „Das Jahr 2012 war mein leistungsstärkstes Jahr“, bilanziert Elena Richter. Sie schaffte den Sprung ins Olympia-Team und wurde kurz danach Weltmeisterin im Feldbogenschießen in Frankreich.

Daran will sie anknüpfen und weiter ihre Pfeile zielsicher platzieren – bei ihren Wettkämpfen im Bogenschießen und bei ihren Prüfungen an der FernUniversität in Hagen.

Stand: März 2014