Christian Rüther

Volljurist mit Ehrenämtern und Fernstudium

Ein Mann steht in einer Kirche mit einem Kind auf dem Arm: Christian Rüther engagiert sich in der Freien evangelischen Gemeinde auch in der Betreuung von Kindern.
Christian Rüther engagiert sich in der Freien evangelischen Gemeinde auch in der Betreuung von Kindern.

Christian Rüther hat zwei Staatsexamen, einen vollen Terminkalender und einen Studierendenausweis der FernUniversität in Hagen. Der 36-jährige gelernte Bankkaufmann ist Volljurist, engagiert sich vielfach ehrenamtlich und studiert seit April 2010 im Master-Studiengang Governance an der FernUniversität in Hagen. Dass andere ihn nicht als klassischen Juristen ansehen, nimmt er als Kompliment.

Schutz der Menschenrechte, humanitäre Hilfe, Hospizarbeit und Internationale Politik – „Diese Themen verfolge ich auch als Jurist“, sagt Christian Rüther, der sein Jura-Studium in nur sieben Semestern erfolgreich abgeschlossen hat. „Dabei bin ich sehr an Interdisziplinarität, politischen Strategien sowie der Erweiterung meiner analytischen und kommunikativen Kompetenzen interessiert.“

Studienbriefe ins Ausland

Er suchte deswegen nach den Schnittstellen von Politik und Sozialwissenschaften und stieß auf den Studiengang Governance. „Ich wollte mich weiterbilden und brauchte die Flexibilität, die es in der Form nur an der FernUniversität gibt.“ Das Governance-Studium ermöglichte ihm dann auch, für eine Studienreise sechs Monate nach Rio de Janeiro zu gehen. Dabei unterstützte ihn die FernUniversität, denn die Studienbriefe erreichten ihn ohne Verzögerung in Südamerika.

Zurück in Deutschland setzte Rüther sein Studium nahtlos fort. „Das gemeinsame Lernen mit Studienkollegen über Skype war dabei hilfreich. Eine weitere Besonderheit war meine Hausarbeit über das Thema ‚Die rechtliche Stellung und das politische Leitbild der Frauen im Nationalsozialismus bis zum Vorabend des 2. Weltkrieges’. Hier konnte ich auch auf mein Wissen als Jurist und Experte für Menschenrechte zurückgreifen.“

Als Landeslobbybeauftragter für Amnesty International setzt Christian Rüther sich für die Umsetzung menschenrechtlicher Themen auf landespolitischer Ebene ein. „Die praktischen Erfahrungen und das theoretische Fachwissen aus dem Governance-Studium ergänzen sich dabei sehr gut. Bei einem Präsenzstudium könnte ich mich zudem nicht gleichzeitig so intensiv engagieren.“

Hospizarbeit

Besonderen Wert legt Rüther auf die ehrenamtliche Arbeit als Hospizbegleiter. „Ich möchte versuchen, die Tage, die den Menschen verbleiben, mit Leben und Freude zu erfüllen“, sagt er. „In unserer Gesellschaft sind die Themen Tod und Sterben tabuisiert. Dabei ist es immens wichtig, gerade dann Menschen bis zuletzt unsere Zeit zu schenken und sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern.“ Für diese Arbeit hat er eigens die Gebärdensprache erlernt. „Als Hospizbegleiter möchte ich mit jedem persönlich kommunizieren können.“

Mit der Hospizarbeit ergibt sich ein weiterer Anknüpfungspunkt für Christian Rüther. Nach seinem 2. Staatsexamen hatte sich der Jurist auf Medizin- und Pharmarecht spezialisiert. „In Kombination mit dem Governance-Studium und meiner Arbeit bei einer Menschenrechtsorganisation steht der Weg offen, hauptamtlich für eine NGO, eine Nicht-Regierungsorganisation, tätig zu sein.“ Berufliche Erfahrungen hat Christian Rüther bereits als Syndikusanwalt und im Rechtsreferendariat gesammelt. Neben Stationen bei Gericht, Behörden und in einer Anwaltskanzlei war er ebenfalls als Referendar an der Deutschen Botschaft in Washington, D.C. tätig. „Dass ich neben dieser außergewöhnlichen Arbeit damals auch den Senator und zukünftigen US-Präsidenten Barack Obama persönlich erleben durfte, war etwas ganz Besonderes.“

Schutz der Menschenrechte

Dabei hatte er ursprünglich andere Pläne. Nach seinem Wehrdienst und der kaufmännischen Ausbildung wollte er sich als Offizier im Fliegerischen Dienst verpflichten und parallel Betriebswirtschaftslehre studieren. Nachdem die Offiziersbewerberprüfung nebst Studienzusage stand und weitere Untersuchungen erfolgreich durchlaufen waren, ergab der gesundheitliche Test: Für die amerikanischen Übungsjets war Christian Rüther – im Sitzen – 11 Millimeter zu groß.

Er entschied sich für das Jura-Studium und kam über seine Arbeit in den USA sowie dem Governance-Studium in Deutschland und Brasilien zu dem, was ihn mit besonderer Freude erfüllt: sein ehrenamtliches Engagement als Hospizbegleiter und für den Schutz der Menschenrechte.

Stand: Dezember 2014