Daniel Sauer

Profihandballer, Freiberufler und externer FernUni-Doktorand

„Nur fünf bis zehn Prozent aller Profihandballer können nach ihrer aktiven Karriere von ihren Ersparnissen leben“, sagt Daniel Sauer. Er muss es wissen, schließlich kennt er sich als Spieler beim Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten in der Szene bestens aus. Zu den glücklichen fünf bis zehn Prozent zählt er zwar nicht, über seine Zukunft nach dem Sport braucht er sich dennoch keine Sorgen zu machen. Neben seiner Karriere promoviert er als externer Doktorand an der FernUniversität in Hagen.

Portrait von Daniel Sauer
Daniel Sauer

Studiert hat der 29-Jährige noch an einer Präsenzuniversität. „Ich wollte schon immer BWL studieren und habe das als Ausgleich vom Sport gesehen, damit ich etwas für meine grauen Zellen tun kann.“ Da er zu Beginn des Studiums noch kein Profi war, konnte er Sport und Studium gut miteinander vereinbaren. „Als ich dann in die 2. Bundesliga wechselte und meinen ersten Profivertrag bekam, war ich jedoch froh, dass es keine strengen Anwesenheitspflichten gab“, schmunzelt der 1,93-m-Mann.

Doktorarbeit mit Praxisbezug

Mit 26 Jahren hatte er dann sein Studium mit den Schwerpunkten Unternehmensrechnung und Controlling, Operations Research, Personal und Organisation beendet. Doch das sollte noch nicht alles sein. „Mein Betreuer bei der Diplomarbeit hat mich auf die Idee gebracht, eine Doktorarbeit zu schreiben.“ Einmal auf den Geschmack gekommen begann Sauer, sich auf eine externe Doktorandenstelle zu bewerben. So auch bei Prof. Dr. Jörn Littkemann, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensrechnung und Controlling an der FernUniversität. Dort konnte er seine Dissertation mit großem Praxisbezug beginnen: „Ich habe bei einem Unternehmen ein Controlling-Instrument für das Projektmanagement entwickelt. Jetzt untersuche ich die Erfolgsfaktoren und Widerstände bei dessen Einführung“, erklärt Sauer den Inhalt seiner Arbeit.

Daniel Sauer beim Torwurf.
Im Einsatz bei seinem Verein HBW Balingen-Weilstetten (Foto: Paul Bossenmaier).

Als externer Doktorand ist er bei dem Erstellen seiner Dissertation die meiste Zeit auf sich alleine gestellt. Zweimal im Jahr finden Doktorandenseminare statt. „Außerdem kann ich natürlich jeder Zeit anrufen, wenn ich eine Frage habe.“ Sauer ist mit dieser Form der Betreuung mehr als zufrieden: „Ich helfe dem Lehrstuhl manchmal bei Studierendenseminaren. So kann ich ihm für die gute Unterstützung bei meiner Doktorarbeit etwas zurückgeben.“

In ca. eineinhalb Jahren möchte Sauer mit seiner Dissertation fertig sein. Im Moment liegt die Prioritätenverteilung bei dem Profisportler noch bei 50:50 – Sport und Beruf sind ihm gleich wichtig. „In den nächsten Jahren wird sich das jedoch mehr in Richtung Beruf verschieben.“ Dank seiner Doktorarbeit hat Sauer beste Chancen im Bereich Innovationsmanagement unterzukommen. Das Multitalent kann sich aber auch vorstellen, sein BWL-Wissen und seine Erfahrungen als Spitzensportler zu kombinieren. Wie das funktionieren könnte, weiß er schon. Er ist als Freiberufler im Bereich Sport- und Unternehmensmanagement tätig. „Ich habe schon einige Handball-Events organisiert und berate das Management von Vereinen. Ab 1.Oktober werde ich mein entwickeltes Controlling-Instrument in weiteren Unternehmen und auch in Sportvereinen umsetzen können. Die passende Software ist auch schon in der Entwicklungsphase.“ Für die Zeit nach der aktiven Karriere ist er also bereits bestens gerüstet.

Stand: September 2011