Anne Schäfer

Wiwi-Studentin zählt zu den besten Tennisspielerinnen Deutschlands

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Sie will es unter die Top 100 der Welt schaffen: Anne Schäfer zählt seit Jahren zu Deutschlands besten Tennisspielerinnen.

Sie gehört seit Jahren zu Deutschlands besten Tennisspielerinnen und will es unter die Top 100 der Welt schaffen. Zumindest in den vergangenen Monaten trat das sportliche Karriereziel von Anne Schäfer (27) aber ein wenig in den Hintergrund. Der Grund: Die Studentin der Wirtschaftswissenschaft an der FernUniversität in Hagen hat an ihrer Bachelor-Arbeit geschrieben und diese im Februar abgegeben. Jetzt hat die Thüringerin den Kopf wieder frei. Fürs Tennis und für den Master, den sie ab dem Sommersemester angehen will.

Leben und trainieren am italienischen Mittelmeer

„Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass es an der FernUniversität die Möglichkeit gibt, Sport und Studium zu vereinbaren“, sagt Anne Schäfer. Ans Telefon geht sie in Pescara an der italienischen Mittelmeerküste. Dort lebt und trainiert sie, wenn sie nicht gerade weltweit von Turnier zu Turnier tourt. Nach Deutschland kommt sie, um ihre Familie zu sehen, in der Bundesliga für ETUF Essen aufzuschlagen oder ihre Prüfungen an der FernUni abzulegen.

Nach dem Abitur in Thüringen war für Anne Schäfer schnell klar: Sie will Tennis spielen und Plan B in der Hinterhand haben. Im Internet wurde sie auf die FernUni aufmerksam. „Das Studium macht mir sehr viel Spaß“, erzählt sie. „Es hilft mir, vom Tennis abzuschalten. Dadurch bin ich dann auf dem Tennisplatz wieder motivierter.“

Seit 2005 ist Anne Schäfer als Profi auf der WTA-Tour unterwegs. Sie hat 15 Turniere im Einzel gewonnen, gegen Spielerinnen der Top 100 gesiegt und an allen vier Grandslam-Turnieren teilgenommen. Allein von den Turnieren leben kann sie aber nicht. Daher schlägt sie zusätzlich in Italien, Österreich und Deutschland in der Tennis-Bundesliga auf, um etwa ihre Reisen von Turnier zu Turnier zu finanzieren.

Den Durchbruch in die Top 100 schaffen

Anne Schäfer ist mit ihren 27 Jahren eine erfahrene Spielerin auf der Tour. Sie glaubt fest daran, den Sprung unter die Top 100 der Welt und damit den Durchbruch in die Weltspitze noch zu schaffen. „Viele Spielerinnen legen inzwischen mehr Wert auf ihre Ausbildung“, hat sie in den vergangenen Jahren beobachtet. „Dadurch verlagern sich auch die sportlichen Erfolge vom Alter her nach hinten.“

Um ihr Potential noch besser auszuschöpfen, arbeitet Anne Schäfer seit kurzem mit einem Mentaltrainer zusammen. „Ich will mich auch mental weiterentwickeln, um in entscheidenden Situationen da zu sein“, erklärt sie. „Ich habe noch nicht den Eindruck, dass ich an meiner Leistungsgrenze angekommen bin.“

Nach der Sportkarriere eine Tennisakademie aufbauen

Dieser Eindruck treibt sie an und motiviert sie. „Solange ich mich noch steigern kann und es mir Spaß macht, will ich Tennis und Studium hinkriegen“, sagt Anne Schäfer. Ihr Interesse an Wirtschaft und Sport lässt sich dabei durchaus gut verbinden. „Doping im Sport aus spieltheoretischer Sicht“ lautet der Titel ihrer Bachelorarbeit. Auf die Verbindung von Sport und Wirtschaft will sie möglicherweise auch nach dem Ende ihrer Tenniskarriere setzen. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, mein sportliches Knowhow sowie das erlernte Wissen aus dem Studium bei einem Aufbau einer Tennisakademie zu kombinieren“, sagt sie. Bis dahin heißt es vorerst weiter: Spiel, Satz und Sieg. Für den Master und auf den Tennisplätzen weltweit.

Stand: März 2014