Markus Tappe

Wie man gleichzeitig Unternehmer, Musiker und Fernstudent ist

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Geht seinen eigenen Weg, das Fernstudium bietet ihm die nötige Flexibilität. Markus Tappe ist Unternehmer, Mentor, Musiker und Jura-Student.

Kurz vor acht Uhr klingelt sein Wecker – jeden Morgen. Dann der Gang ins Bad, in die Küche, ein Becher Kaffee, manchmal eine Scheibe Brot. Halb neun beginnt die Uni – nicht im Hörsaal oder Seminarraum, sondern in seinem Arbeitszimmer. Bis Mittag arbeitet Markus Tappe seine Studienbriefe durch, wälzt Fachbücher, liest Forschungstexte und prüft Paragraphen. Nachmittags widmet er sich seinem zweiten Leben – entwickelt sein Trompetenspiel weiter, managt seine Firma oder versucht, „schwierige“ Hunde in kundige Hände zu vermitteln. Wie schafft man das alles? „Ohne Routine und Disziplin geht es nicht. Auch Flexibilität ist wichtig. Nicht nur bei meiner Zeitplanung, auch in allen anderen Bereichen meines Lebens“, sagt Tappe. Mangelnde Flexibilität war es schließlich, die Tappe weg von der Präsenz- und hin an die FernUniversität führte.

Vom Schüler zum Mentor

Nach dem Abitur wollte Tappe Trompete studieren, später fest in einem Orchester spielen: „Die Trompete ist meine Leidenschaft“, sagt er. Das es anders kam als geplant, hat einen einfachen Grund: „Künstlerkarrieren sind schwer berechenbar.“ Was Tappe suchte, waren „Flexibilität und Sicherheit“ – Flexibilität, um sich dem professionellen Trompetenspiel zu widmen, Sicherheit, falls es mit der Profikarriere doch nicht klappen sollte. Studium als „zweites Standbein“. Dafür war die FernUni die erste Wahl, wegen des flexiblen Studiensystems, aber auch „wegen des Studienangebots“. Die Fächer Jura und BWL kamen in die engere Wahl, im Wintersemester 2010/11 schrieb er sich für das Fernstudium Wirtschaftswissenschaft ein. Parallel nahm er an zahlreichen Orchesterprojekten auf nationaler und internationaler Ebene teil. Hier merkte er nach einiger Zeit: „Das funktioniert so nicht.“ Der Grund: „Ich fühlte mich im Orchester eingeschränkt. Zu viele konservative Menschen, zu stark auch Konkurrenz und Leistungsdruck.“

Ein Bruch, der Konsequenzen hatte. Doch die Trompete deswegen an den Nagel hängen, die Musiker-Karriere aufgeben? „Das wollte ich nicht“, sagt Tappe. Stattdessen entschied er sich für einen Seitenwechsel. Aus dem Mitarbeiter wurde der Chef, aus dem Schüler der Mentor. Dafür investierte er Zeit in eine Idee – das „Trompeten-Labor“. „Die Idee zu einer Trompeten-Schule hatte ich schon länger. Das Konzept habe ich 2010 mit meinem ehemaligen Trompeten-Mentor entwickelt“, erzählt der jetzige Pädagoge und Jungunternehmer.

Fernstudium bleibt die einzige Möglichkeit

Sein Geschäftskonzept fußt auf der Idee, die musikalischen Fähigkeiten gemeinsam mit der Persönlichkeit des Schülers weiterzuentwickeln. Sie zu „Mut, Selbstbewusstsein und Selbstwert“ antreiben, das möchte er. Warum? „Sie sollen ihren eigenen musikalischen und persönlichen Weg gehen. Sich weniger durch die von Leistung und Anpassung geprägte moderne Gesellschaft beeinflussen lassen.“ Ein Ansatz, den Markus Tappe auch für sich selbst verfolgt, denn auch er musste sich nun weiterentwickeln. Die Gründung seines Unternehmens 2012 verlangte nach mehr – nach mehr als nur betriebswirtschaftlichen Kenntnissen: „Ich brauchte ein breiteres Wissensspektrum“, sagt er. Deshalb entschied er sich für ein Studium der Rechtswissenschaft: „Das Jura-Studium an der FernUniversität beinhaltet ja auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse, aber eben nicht nur.“ Betriebswirtschaftlichen Themen wie Buchhaltung werden um juristische Aspekte wie Vertragsrecht ergänzt – „sehr hilfreich bei der Unternehmensführung“, sagt Tappe.

Es war die richtige Entscheidung für ihn. Inzwischen läuft sein Unternehmen – regelmäßig unterrichtet er nun Schüler: „Ich genieße es sehr, Unternehmer und Lehrer zu sein, gleichzeitig noch Trompete zu spielen“, sagt Tappe. Spielen, Studieren und künstlerisch arbeiten, aber auch für die Zukunft abgesichert sein. „Das Fernstudium in Hagen ist und bleibt für mich die einzige Möglichkeit, meinen Weg zu gehen“, sagt Markus Tappe.

Stand: September 2013