Carina Uphaus

Ausbildung, Fernstudium und Fußballspielen

Das „Experiment“ ist geglückt: Carina Uphaus hat ihre Abschlussprüfungen zur Groß- und Außenhandelskauffrau bestanden, damit ist sie die erste Auszubildende des Handelskette Ernsting’s Family, die ihre Ausbildung parallel zu einem Universitätsstudium geschafft hat.

Carina Uphaus hat es geschafft: Die Ausbildung ist beendet, das Studium läuft gut und Zeit für ihr Hobby Fußball hat die frischgebackene kaufmännische Angelstellt auch.
Carina Uphaus hat es geschafft: Die Ausbildung ist beendet, das Studium läuft gut und Zeit für ihr Hobby Fußball hat die frischgebackene kaufmännische Angelstellt auch.

Zum Beginn des zweiten Ausbildungsjahres in der Coesfelder Zentralverwaltung schrieb sie sich im Sommer 2010 an der FernUniversität in Hagen für den Bachelor-Studiengang Wirtschaftswissenschaft ein: „Ich hoffe, dass es mir einmal beruflich etwas bringt.“ Auf die Idee gebracht hatte sie eine Informationsveranstaltung des Regionalzentrums Coesfeld im Unternehmen: „Ich habe mich danach noch persönlich beraten lassen“ – auch im Hinblick darauf, welche Inhalte sich am besten mit dem Unterrichtsstoff der Berufsschule kombinieren ließen. So startete Carina Uphaus erst einmal mit nur einem Modul „Externes Rechnungswesen“.

Vorher fragte sie ihren Arbeitgeber – und bekam nicht nur das Okay, sondern auch „tolle Unterstützung“. Linda Krandiek von der Personalentwicklung der Ernsting’s Family betont: „Ausbildung und Fernstudium finden wir sehr gut. Wir überlegen, diese Möglichkeit weiteren Auszubildenden nahe zu bringen.“ Auch für das Unternehmen war das ausbildungsbegleitende Fernstudium von Carina Uphaus eine interessante und positive Erfahrung. „Sicher geht es nicht ohne die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren – aber genau solche Leute suchen wir“, betont die Personalentwicklerin. Besonders beeindruckt ist sie von der großen Flexibilität des FernUni-Systems: „In einem dualen Studium sind die Zeitvorgaben restriktiver – das schafft nicht jeder.“ Letztendlich soll jeder selbst entscheiden, was das Richtige ist.

Für Carina Uphaus ist dies ohne Frage die FernUniversität, nicht zuletzt wegen der Nähe des Regionalzentrums: „Ich nehme jedes Mentoriat mit! Die Mentorin bringt mir den Stoff so bei, dass ich ihn gut verstehe. Auch durch Kompaktveranstaltungen werden wir sehr gut auf Klausuren vorbereitet. Und das Team kennt uns, jeder Student und jede Studentin zählt.“ Sie hat festgestellt, dass sie in Gruppen viel besser lernt: „Es macht mehr Spaß als alleine.“

Positiv ist ebenfalls, dass das Hagener Studiensystem auf die besonderen, vor allem zeitlichen Restriktionen der meistens berufstätigen Studierenden Rücksicht nimmt. Bei Carina Uphaus kommt noch ihr Hobby hinzu: Fußballspielen, in der Landesliga. Und das kostet ebenfalls Zeit – mal mehr, mal weniger. Wenn es sehr viel mehr ist lernt sie auch einmal etwas später.

Natürlich gibt es Zeiten, in denen sie sich nach der Arbeit zum Lernen wirklich aufraffen muss. In den zahlreichen Ausbildungsabteilungen sind die Arbeitszeiten ebenso unterschiedlich wie die Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit oder körperliche Fitness. Aber die gute Betreuung, Organisation und Kommunikation durch die FernUni „helfen ungemein“.

Ihre größte Hürde ging sie frühzeitig an: „Mathematik wollte ich möglichst schnell hinter mich bringen.“ Überhaupt arbeitet sie sehr strukturiert und zielgerichtet: „Es ist sehr wichtig, sich einen guten Plan zu machen, wann man welchen Inhalt bearbeitet haben will, um zum Ende hin nicht zu viel Arbeit zu haben.“ Dabei orientiert sie sich an den Themen der Mentoriate im Regional- und dem einen oder anderen naheliegenden Studienzentrum.

Kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung ist sie immer noch froh, auch schon mit dem Studium begonnen zu haben. Wichtig ist der Fußball als Ausgleich. Und dass sie noch genügend Zeit hat für ihren Freundeskreis: „Ich will mein Leben leben!“ Aber auch, dass sie ihren zweifellos vorhandenen Ehrgeiz zügelte: „Für mich steht die Ausbildung an erster Stelle und so lange habe ich meine Ansprüche an die Noten der einzelnen Studienmodule reduziert.“ Sind die Prüfungen bestanden will sie im Studium mehr Gas geben und nach insgesamt viereinhalb Jahren ihren staatlichen Universitätsabschluss haben. Drei Jahre hätte sie für einen „staatlich geprüften Betriebswirt“ gebraucht: „Die eineinhalb Jahre mehr sind es mir wert!“

Stand: August 2012