Anna Winter

Psychologiestudium in Vollzeitform

Mit ihren eigenen Worten berichtet Anna Winter aus Wuppertal über ihren Studieneinstieg an der FernUniversität in Hagen. Die 21-jährige ist nach dem ersten Semester an einer Präsenzuniversität mit einer anderen Studienrichtung zur FernUniversität gewechselt: in das ab dem Wintersemester 2008/2009 erstmals angebotene Studium Bachelor of Science Psychologie. „Mein Traumstudium“, wie sie selbst sagt.

Hier Anna Winters Bericht darüber, wie sie als Vollzeitstudentin ihr Fernstudium persönlich erlebt:

„Und, was machst du so? Wo bist du gelandet? Studierst du?“ „Ja, Psychologie, an der FernUniversität in Hagen“. Ein staunender Blick, dann Stille. Nach einiger Zeit des Zögerns: „Fernstudium? Warum das denn?“

Ein Dialog, der immer wieder abläuft und eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Fernstudium? Das klingt irgendwie nach einem einsamen Menschen, der alleine in seinem dunklen Zimmer hockt und lernt und immer einsamer dadurch wird. Oder nach jemandem, der das „nur so“ nebenher macht, weil ihm sein Beruf nicht mehr ausreicht und er sich „ein wenig“ weiterbilden möchte. Doch was heißt „Fernstudium“ wirklich? Und verdient ein Fernstudium es, gesellschaftlich als weniger reizvoll oder sogar „minderwertiger“ als ein „normales“ Präsenzstudium angesehen zu werden?

Porträt von Anna Winter.

Eine exemplarische Woche aus meinem Leben als Vollzeit-Fernstudentin: Montags arbeite ich an einer Tankstelle, dienstags lerne ich erst mit einer meiner Lerngruppen fünf Stunden, danach engagiere ich mich bei den Johannitern ehrenamtlich. Mittwochs treffe ich mich alle zwei Wochen mit einer anderen Lerngruppe in der Nähe. Wir bereiten jeder ein Stück des Skriptes vor und präsentieren und diskutieren es im Anschluss, abends gehe ich schwimmen, um einen sportlichen Ausgleich zu bekommen. Donnerstags arbeite ich wieder, lerne vier Stunden und treffe mich danach mit Freunden. Freitags treffe ich mich mit meiner dritten Lerngruppe und gehe zu einem Volkshochschulkurs, der mir eine weitere Qualifikation einbringen wird im Bereich Wirtschaftsenglisch.

Dazwischen erledige ich das Übliche, wie Einkaufen, Putzen, Haushalt usw. Am Wochenende arbeite ich ehrenamtlich in einem Altenzentrum. Falls ich nicht an der Tankstelle arbeiten muss, lese ich Zusatzliteratur, lerne weiter oder bearbeite Aufgaben, die wir uns in den Lerngruppen gestellt haben und bis zur nächsten Woche bearbeitet haben sollten. Ein bisschen Freizeit bleibt mir am Wochenende auch mal. Jeden Abend lese ich weiter in den Studienbriefen und mache mir, falls Zeit da ist, ein Lernplakat oder Stichpunkte, so wie ein „normaler“ Student auch.

Anna Winter steht im Schnee.

Die drei Lerngruppen habe ich über die virtuelle Lernplattform Moodle der FernUniversität kennen gelernt, diese Plattform besitzt mittlerweile fast jede Uni. Hier wird man auch virtuell betreut, Literatur und Aufgaben werden besprochen und gestellt und Diskussionen finden statt.

Die Lerngruppen-Mitglieder sind zwischen 20 und 80 Jahre alt, teilweise Teilzeit-, teilweise Vollzeitstudenten, Polizisten, Lektoren, Unternehmensleiter, Studenten mit Nebentätigkeiten, so wie ich, Rentner. Bunt gemischt und über das Ruhrgebiet verteilt. Viele verschiedene Meinungen bekommt man dort zu hören, kann viele Kontakte knüpfen, Präsenzveranstaltungen in Hagen oder die Studienzentren in Deutschland und der ganzen Welt gemeinsam besuchen und dort wiederum andere Menschen kennen lernen.

Soziale Isolation? Langeweile? Nicht im Fernstudium, wenn man die einfachen Möglichkeiten nutzt, die die moderne Kommunikation bietet und sich ein wenig engagiert.

Die Studienbriefe werden mit Informationsmaterial zusammen rechtzeitig verschickt und sind vollständig, bei Fragen gibt es virtuelle und reale Betreuung. Klausurtermine stehen schon am Anfang des Semesters fest und Orte, an denen diese geschrieben werden können, gibt es zahlreiche. Die Studiengänge, wie die mit dem Ziel „Bachelor of Science Psychologie“, sind akkreditiert somit genauso oder höher im Anspruch als an Präsenzuniversitäten. Durch die modulare Aufteilung ist theoretisch ein Wechsel zwischen Präsenz- und FernUniversität und andersherum genauso möglich wie ein Hochschulwechsel von Präsenzuniversität zu Präsenzuniversität.

Immer mehr Universitäten bieten Fernstudiengänge an. Doch wenn die Studenten den ganzen Tag an der Uni verbringen und im Nachhinein abends noch vor- und nachbereiten und lernen müssen, ist der Lerneffekt in vielen Fällen geringer und der Aufwand größer als wenn sie die Skripte in Form von Studienbriefen direkt zur Verfügung gestellt bekommen, sich selbst in Lerngruppen organisieren, sich nebenher gesellschaftlich engagieren, arbeiten oder Praktika machen können, statt in Vorlesungen zu sitzen und nach einer gewissen Zeit nicht mehr aufmerksam zuhören zu können.

Natürlich ist die Zeit freier einteilbar, aber wenn das gelingt, dann ist das kein Nachteil, sondern beweist eher, dass der Student sich selbst organisieren, Eigeninitiative ergreifen und für sich effektive Wege des Zeitmanagements finden kann. Eine Fähigkeit, die später im Berufsalltag oft schon vorausgesetzt wird.

Auch jedem Vollzeit-Berufstätigen steht mit Hilfe eines Teilzeit-Fernstudiums der Weg offen sich noch einmal neu zu orientieren, vielleicht den lang ersehnten Wunsch eines Studiums doch noch zu erfüllen oder sich weiter zu bilden und zu qualifizieren. Ungefähr 20 Stunden pro Woche müssen aber auch dann fürs Lernen eingerechnet werden, das ist nicht zu unterschätzen. Für einen Vollzeitstudenten rechnet man ungefähr das Doppelte, also 40 Stunden.

Wer jetzt noch Zweifel an einem Fernstudium hat oder es als nicht gleichgestellt zum so genannten „Präsenz“studium ansieht, der hat sollte wohl eher darüber nachdenken, wie weit er sich von Vorurteilen und gesellschaftlichen Ansichtsweisen beeinflussen lässt und wie sein Studium abgelaufen ist oder abläuft. Die rapide Entwicklung des Internets und der Möglichkeiten, die dieses bietet, zusätzlich zum Trend der Präsenzuniversitäten immer mehr Organisatorisches und das Lernen und Lehren Betreffendes virtuell zu organisieren und zu regeln, weisen ziemlich deutlich darauf hin, dass das Fernstudium sich zur Studienform der Zukunft entwickeln wird.

Das Fernstudium an der FernUniversität Hagen ist somit ein weltweit angesehenes und etabliertes Studium mit anerkannten Abschlüssen, das lokale und zeitliche Flexibilität bietet und jedem ermöglicht, sogar auch mit Fachhochschulreife, ein Studium in Regelstudienzeit zu absolvieren!

Mein Psychologiestudium

Psychologie ist schon lange mein Traumstudium gewesen, da einem so überaus viele berufliche Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet werden, man sowohl in der Wirtschaft, als auch in allen möglichen zwischenmenschlichen, sozialen Bereichen, und auch in der Forschung tätig werden kann. So eine breitgefächerte Perspektive bieten, in meinen Augen, nicht viele Studiengänge. Außerdem interessiere ich mich sehr für Menschen, deren Verhaltensweisen, Strukturen, Weltanschauungen (besonders seit ich in der 11. Klasse ein Jahr in Wisconsin, USA, war und mir klar geworden ist, in was für einer kleinen, perfekten Welt man sich doch verstecken und „gefangen“ halten kann...).

Stand: Januar 2009