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„Zerrissene Erinnerung. Der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland“

Vortragsreihe „Lüdenscheider Gespräche“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 11.03.2015 um 18:00 Uhr
Wo: Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid
Referent/-in: Irina Scherbakowa

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Irina Scherbakowa: geboren 1949, ist Germanistin und Publizistin. Nach vielen Jahren in der akademischen Lehre und Forschung widmet sich die Oral History-Expertin mittlerweile ganz ihrer Arbeit für die Menschenrechtsorganisation "Memorial" in Moskau.
Veranstalter:Institut für Geschichte und Biographie

Auskunft erteilt: E-Mail: Eva Engelhardt

In Russland gilt derzeit jeder kritische Blick auf die Vergangenheit schnell als Nestbeschmutzung. Wie ist es zu erklären, dass in den letzten Jahren sogar Stalin als vermeintlich „effektiver Manager“ wieder salonfähig geworden ist? Was bedeutet dies für das Gedenken an den Massenterror der 1930er Jahre, an die Schrecken des Gulag und an die Opfer zweier Diktaturen, an das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen? Welches Bild von der Vergangenheit macht sich die heutige russische Jugend? Wie steht es um den Kult des „glorreichen Sieges“ im „Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion“?

Die Germanistin Irina Scherbakowa beschäftigte sich seit Ende der 1970er Jahre mit dem Schicksal von Opfern des Stalinismus. Ihr Themenspektrum reicht von der Zarenzeit über die post-sowjetischen Jahre bis zur gegenwärtigen Lage in Russland, von langfristigen historischen Perspektiven über Brüche und Wendepunkte bis zu tagesaktuellen Fragen.

Von 1992 bis 2006 war sie Dozentin an der Russischen Staatlichen Universität für Humanwissenschaften in Moskau im Bereich „Oral History“. Seit 1999 leitet sie das Projekt „Allrussischer historischer Schülerwettbewerb“ der Menschenrechtsorganisation „Memorial“, die 2004 mit dem alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet wurde.

Irina Scherbakowa empfing für ihr Engagement viele Auszeichnungen, zuletzt 2014 den Carl-von-Ossietzky-Preis.

Gerd Dapprich | 23.02.2015
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