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Uran für Moskau. Geschichte der Wismut AG

29. April 2015

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
29.04.2015 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter
Institut für Geschichte und Biographie

Referent
Dr. Rainer Karlsch
Wirtschaftshistoriker, Berlin

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Um im atomaren Wettrüsten gleichziehen zu können, benötigte die Sowjetunion nach 1945 dringend Uran. Mit allen Mitteln wurde deshalb der Erzbergbau in Sachsen und Thüringen vorangetrieben. Mit der Wismut AG entstand ein abgeschottetes Unternehmen, das in wenigen Jahren zum weltgrößten Uranproduzenten aufstieg. Anfangs kamen Zwangsvermittelte zum Uranbergbau, später wurden Freiwillige von den überdurchschnittlichen Verdienstchancen und Sozialleistungen angezogen. Doch das stürmische Wachstum hatte seinen Preis. Landschaften und Siedlungen wurden rücksichtslos dem Bergbau geopfert. Tausende Bergleute erkrankten an Lungenkrebs und Silikose.
In die Krise geriet der Uranbergbau nach 1977. Die besten Lagerstätten waren inzwischen abgebaut. Die Kosten stiegen rasant an. Die SED-Führung wollte den Uranbergbau jedoch selbst nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 nicht aufgeben. Im Jahr 1991 wurde die SDAG Wismut aufgelöst. Die aufwändige Sanierung der Altlasten übernahm die bundeseigene Wismut GmbH.


Gerd Dapprich | 06.12.2017