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Eine normale Nation? Deutschland und die Fußball-WM 1954

17. Juni 2015

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
17.06.2015 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter
Institut für Geschichte und Biographie

Referent
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier
Universität Freiburg
Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- Sozial- und Umweltgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Neben vielen wissenschaftlichen Publikationen wirkte er an den Ausstellungen „Feuer und Flamme. 200 Jahre Ruhrgebiet“ und „Der Ball ist rund. Die Fußballausstellung“ im Gasometer Oberhausen mit. 2014 erschien sein Buch „Weltmeister im Schatten Hitlers. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954“.

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Schon den Zeitgenossen war klar, dass am 4. Juli 1954 in Bern etwas Ungewöhnliches passiert war. Dort hatte nicht nur ein Fußballspiel stattgefunden. Vielmehr riss die deutsche Mannschaft mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 die gesamte deutsche Gesellschaft auf ungeahnte Weise mit.


Der Vortrag beschreibt Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen der Weltmeisterschaft und zeigt, wie eng sportliche Ereignisse mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten zusammenhingen. So entsteht ein Bild der Bundesrepublik im Frühsommer 1954, von Wirtschaftswunder und Armut, Unsicherheit und Auftrumpfen und der angestrengten Suche nach Normalität. Im Rückblick wird deutlich, wie der Weltmeistertitel die Deutschen geradezu aus der Bahn warf und für einen Moment eine neue, eine virtuelle Gemeinschaft schuf.

Gerd Dapprich | 06.12.2017