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Männlichkeit im Wandel der Geschlechterverhältnisse – Zur widersprüchlichen Modernisierung von Männlichkeit

18. November 2015

Vortragsreihe: Frauen u. Männer im Gespräch

Zeitraum
18.11.2015 18:00 Uhr


Ort
Seminargebäude der FernUniversität, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter
Gleichstellungsstelle

Referent
Prof. Dr. Michael Meuser
TU Dortmund

In einem bislang nicht gekannten Maße erfreut sich der Mann gegenwärtig medialer Aufmerksamkeit. Folgt man dem Tenor der sich häufenden Berichterstattung in Presse, Rundfunk und Fernsehen über die Lage der Männer in der deutschen Gesellschaft, erscheint es allerdings als fraglich, ob „erfreuen“ der richtige Terminus ist. Von einem Aufstieg des weiblichen und einem Abstieg des männlichen Geschlechts berichten einschlägige Artikel und Sendungen. Von der „Krise der Männlichkeit“ ist die Rede. Jenseits medialer Dramatisierungen verweist der Krisendiskurs auf Herausforderungen, mit denen tradierte Männlichkeitsentwürfe konfrontiert sind, und auf Veränderungen männlicher Lebenslagen. Bedingt durch Veränderungen im Berufsleben und in der Familie ist die gesellschaftliche Dominanz des männlichen Geschlechts in Frage gestellt.

Die Herausforderungen können sowohl als Belastung erfahren werden, im Sinne einer „‘erlittenen‘ Emanzipation“ (Beck/Berck-Gernsheim) des Mannes, als auch als Chance gesehen werden, neue männliche Lebensweisen jenseits tradierter Muster zu entwerfen. In einem wie dem anderen Fall machen sie es notwendig, sich der eigenen Männlichkeit reflexiv zuzuwenden. Sie hat den Status des fraglos Gegebenen verloren. Die Folge sind ambivalente Suchbewegungen, Irritationen und Konflikte, mit denen eine durchaus widersprüchliche Modernisierung von Männlichkeit einhergeht.

link: http://www.fernuni-hagen.de/gleichstellung/gleichstellungsstelle/frauen_maenner_gespraech.shtml.

Einführende Worte spricht die Gleichstellungsbeauftragte der FernUniversität, Melanie Graf.


Gerd Dapprich | 06.12.2017