02

Humor und Religion im klassischen Islam

02. Dezember 2015

Vortragsreihe: BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
02.12.2015 19:00 Uhr


Ort
WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Veranstalter
Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke)

Referent
Prof. Dr. Thomas Bauer
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
wurde 1989 in Erlangen promoviert und habilitierte sich dort 1997. Seit 2000 ist er Professor für Islamwissenschaft und Arabistik an der Universität Münster. Sein Forschungsgebiet ist die Arabische Literatur- und Kulturgeschichte. Er publizierte zu Themen wie Liebe, Sexualität, Tod, Fremdheit und Ambiguitätstoleranz (zuletzt „Die Kultur der Ambiguität“, 2011). Bauer ist Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und wurde 2013 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet.

Auskunft erteilt
Regionalzentrum Coesfeld
(Tel.: +49 25 41 75 82)

Islam und Humor – geht das zusammen? Die gewalttätigen Reaktionen auf Muhammad-Karikaturen haben weithin den Eindruck erweckt, der Islam sei eine durch und durch humorfeindliche Religion. Die Muslime, so heißt es oft, müssten endlich vom aufgeklärten Westen lernen, dass man sich auch über Religiöses lustig machen darf. Doch zeigt ein Blick in die Geschichte, dass es in der islamischen Welt selbst eine lange Tradition religiösen Humors und religiöser Satire gibt. Beispiele aus der Zeit zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert zeigen eine bemerkenswert große Offenheit im Umgang mit Religion. Man stellte humorvoll religiöse Normen in Frage, ließ Lügenpropheten Scherze mit religiösen Dogmen treiben und verdrehte den Sinn von Koranversen. Andererseits war aber auch nicht alles möglich. Der Vortrag will aufzeigen, worüber Muslime in der „klassischen“ Zeit des Islams lachten, aber auch, wo die Grenzen von Witz und Satire lagen.

Zu der Veranstaltung sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, der Eintritt ist frei.

Gerd Dapprich | 06.12.2017