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„Brigitte Reimann zwischen Euphorie und Resignation“

10. Februar 2016

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
10.02.2016 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter
Institut für Geschichte und Biographie

Referent
Martin und Helene Schmidt, Angela Potowski, Kunstverein Hoyerswerda

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933–73) zählt zur ersten Künstler-Generation, die in der DDR aufwuchs. Sie begann jung zu schreiben, war als Lehrerin tätig und stieß mit ersten Entwürfen aus dem Schulleben – ebenso wie Uwe Johnson – an die ideologischen Grenzen der späten Stalinzeit. Ihr Weg führte sie von der kleinen Kreisstadt Burg (bei Magdeburg) nach Hoyerswerda und weiter nach Neubrandenburg.


In Hoyerswerda, der ersten in Großblock- und Plattenbauweise geschaffenen Großstadt der DDR, lebt sie die neun aktivsten und schöpferischsten Jahre ihres kurzen Lebens und steigt zu einer der führenden Schriftstellerinnen der DDR auf. Mit ganzer Energie kämpft sie für den Aufbau eines lebensbejahenden und demokratischen Sozialismus und geht keiner Konfrontation aus dem Weg – weder mit Walter Ulbricht („selbst wenn ich bei ihm verschissen hab' in alle Ewigkeit") noch mit den „Schmeißfliegen" der Staatssicherheit.


Von all dem erzählt sie ehrlich, leidenschaftlich in ihren Büchern, ihren Briefen und Tagebüchern, von denen viele erst dreißig Jahre nach ihrem frühen Tod im geeinten Deutschland erscheinen konnten. Euphorie und Resignation spiegeln sich am deutlichsten in Brigitte Reimanns unvollendetem Roman „Franziska Linkerhand“ wider, der, wie die Dichterin selbst, in der DDR Kultstatus genoss, aber auch in der Bundesrepublik mit Aufmerksamkeit gelesen wird.

Die Vortragenden Helene Schmidt (Dipl.-Phil. Deutsch/Religion), Martin Schmidt (Dipl.-Theol., Dipl.-Ök., Berg-Ingenieur) und Angela Potowski (Dipl.-Lehrerin Deutsch/Englisch am Lessing-Gymnasium Hoyerswerda) sind Gründungsmitglieder bzw. Mitglied des Hoyerswerdaer Kunstverein e.V. – Freundeskreis der Künste und Literatur seit Mitte 60er bzw. 80erJahre.

Moderation: Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch, FernUniversität in Hagen

Gerd Dapprich | 06.12.2017