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Causalism and Anticausalism in Historical explanations

Fachtagung

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 16.03.2016 - 18.03.2016 um 14:00 Uhr
Wo: FernUniversität, AVZ, Großer Senatssaal, Raum B121, Universitätsstr. 21, 58097 Hagen

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Die Tagung beschäftigt sich mit der Frage, ob geschichts- und sozialwissenschaftliche Erklärungen eine Form kausaler Erklärungen darstellen oder nicht. Obwohl die positivistische Ansicht, dass es zur Aufgabe der Geschichtswissenschaften gehöre, allgemeine Gesetze des menschlichen Handelns aufzustellen, weitestgehend ad acta gelegt ist, ist die Ansicht, dass menschliche Handlungen mittels Ursachen erklärt werden müssen, derzeit so weit verbreitet wie nie in der Geschichtsphilosophie und philosophischen Handlungstheorie. In den letzten Jahren geriet diese Ansicht jedoch wieder unter Druck. Einige Philosophinnen und Philosophen argumentieren, dass menschliche Handlungen teleologisch, mittels Gründen erklärt werden müssen. Das Anführen von Handlungsgründen mache Handlungen rational – während hingegen das Nennen von Ursachen dies nicht vermag. Die Tagung wird diese Debatte weiterführen.

Veranstalter:Dr. Gunnar Schumann, Institut für Philosphie der FernUniversität

Auskunft erteilt: E-Mail an Gunnar Schumann

Die Tagung wird sich mit Problemen beschäftigen, um die bis heute kontrovers gestritten wird: Wie sollen (historische) menschliche Handlungen angemessen erklärt werden – mit Bezug auf Ursachen, wie etwa innere mentale Zustände, Gehirnzustände oder vielleicht durch externe soziale Ursachen? Involvieren diese Kausalerklärungen Allgemeingesetze oder nicht? Gibt es Kausalbeziehungen zwischen mentalen und physischen Phänomenen und wie muss man diese verstehen? Oder müssen menschliche Handlungen eher anhand von Gründen verstanden werden, die uns die Handlung und den Akteur als rational verstehen lassen? Was sind Gründe eigentlich, wie lassen sie sich identifizieren und was ist das Verhältnis zwischen Grund und Handlung? Sind Absichten und Zwecke überhaupt mentale Zustände? Besteht Geschichte überhaupt aus menschlichen Handlungen oder sind es eher (soziale, physische, psychische, gesellschaftliche oder ökonomische) Strukturen, die das historische Geschehen vorantreiben? Natürlich ist das Bild der Historie als einer Historie von den Taten großer Männer altmodisch – dennoch würden wenige verneinen, dass Geschichte überhaupt aus menschlichen Handlungen besteht – seien sie individuell oder kollektiv. Wie müssen kollektive Handlungen erklärt werden? Müssen wir so etwas wie „kollektive Akteure“ annehmen oder lassen sich kollektive Handlungen auf individuelle Handlungen reduzieren? Gibt es so etwas wie kollektive Absichten und auf welche Weise lassen sich kollektive Absichten verstehen? Die Tagung stellt sich vor diesem Hintergrund folgende drei Hauptziele:

  1. Eine substantielle Debatte zwischen Kausalisten und Antikausalisten in der Geschichtsphilosophie und Handlungstheorie soll wiederbelebt werden.
  2. Es soll deutlich gemacht werden, wie das Problem historischen Erklärens in das Spektrum anderer tiefer philosophischer Probleme, wie Kausalitätstheorien, die Natur mentaler Phänomene, die (In-)Kompatibilität von Freiheit und Determinismus, praktisches Schließen eingebettet ist.
  3. Die Tagung trägt damit dazu bei, die alte Frage zu beantworten, ob es einen prinzipiellen methodologischen Unterschied zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften gibt, worin dieser besteht und was daraus für beide Wissenschaftsstämme folgt.

http://www.fernuni-hagen.de//philosophie/lg1/tagung.shtml

Gerd Dapprich | 22.03.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de