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„IS, Salafismus und Dschihadismus aus Sicht eines Historikers“

11. Mai 2016

Vortragsreihe: BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
11.05.2016 19:00 Uhr


Ort
Osterwicker Str. 29, 48653 Coesfeld (WBK – Wissen Bildung Kultur)

Veranstalter
Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke)

Referent
Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
FernUniversität in Hagen
leitet seit November 2015 das Lehrgebiet „Geschichte Europas in der Welt“ an der FernUniversität in Hagen. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit der Geschichte globaler Verflechtungsprozesse im Kontext der europäischen Expansion seit der frühen Neuzeit und des modernen Kolonialismus. Besonderes Augenmerk gilt derzeit den vielfältigen Interaktionen zwischen dem europäischen Kolonialismus bzw. Imperialismus und der islamischen Welt.

Auskunft erteilt
Regionalzentrum Coesfeld

Hat der sogenannte „Islamische Staat“, in Syrien und Irak kurz „Daisch“ genannt, überhaupt eine historische Tradition? Sind Salafismus und Dschihadismus, wie sie aktuell die Berichterstattung in den Medien dominieren, nicht Phänomene ganz akuter Globalisierungskonflikte? Zweifelsohne ist es richtig, dass die terroristischen Aktivitäten der letzten Monate „moderne“ und nur bedingt religiöse Erscheinungen sind, dass der IS selbst überhaupt nur durch Beteiligung ehemaliger Offiziere Saddam Husseins denkbar ist. Dennoch ist es zu einem besseren Verständnis sinnvoll, deutlich weiter in die Geschichte zurückzublicken. Salafismus und Dschihadismus heute knüpfen nicht zuletzt auch an jahrhundertealte Diskurse in der islamischen Welt an, nutzen langfristig gewachsene Netzwerke und führen Konflikte fort, die ihre Wurzeln in der Frühgeschichte der modernen Globalisierung haben. Der Vortrag wird daher den Versuch unternehmen, ein gegenwärtiges Phänomen vor dem Hintergrund eines globalen Beziehungsgeflechts von „langer Dauer“ zu beleuchten.


Gerd Dapprich | 06.12.2017