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„Gleichförmig innovativ“ – Eine neo-institutionalistisch fundierte Betrachtung unternehmerischer Ökosysteme

Vortragsreihe „wissenschaftsgespräche“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 11.05.2016 um 16:00 Uhr
Wo: Seminargebäude der FernUniversität, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, R. 1 bis 3
Referent/-in: Dr. Melanie Roski (Lehrgebiet Soziologie III: Organisationssoziologie und qualitative Methoden)

Illustration

Spätestens seit Schumpeter mit dem Gedanken der „schöpferischen Zerstörung“ das Bild einer Unternehmerpersönlichkeit in den Vordergrund gestellt hat, die Althergebrachtes zerstört und Neues schafft, sind Unternehmensgründungen und auch die Gründerperson selbst Forschungsgegenstand in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und in der Psychologie. Unternehmensgründungen gelten dabei als wachstums- und wettbewerbsförderlich und werden auf politischer Ebene durch zahlreiche Maßnahmen unterstützt.

Soziales Kapital

Bei der Untersuchung der Wirkung einzelner Umfeldfaktoren auf die Gründungsaktivitäten von Frauen und Männern werden häufig einzelne Aspekte wie z.B. Fragen der Finanzierung oder das soziale Kapital der Gründerinnen und Gründer in den Mittelpunkt gestellt. Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umfeldfaktoren und regionalen Akteuren, insbesondere aber die Frage, wie stark sich bestimmte institutionalisierte Vorstellungen und Bilder von Unternehmertum, gesellschaftliche Praktiken und Handlungserwartungen auf alle im Gründungsprozess beteiligten Individuen auswirken, sind bislang nicht hinreichend untersucht.

Ein neo-institutionalistisch fundiertes Modell unternehmerischer Ökosysteme kann – so die These – hierfür eine Lösung bieten und die sehr betriebswirtschaftlich ausgerichteten Diskussion um „Unternehmerische Ökosysteme“ bereichern. Eine zu starke Fokussierung auf individuelle, an die Gründerpersönlichkeit geknüpfte Faktoren auf der einen Seite und eine Überbetonung monokausaler Wirkzusammenhänge einzelner Umfeldfaktoren und Gründungsaktivitäten auf der anderen Seite kann auf diese Weise vermieden werden.

Unternehmensgründungen in der Chemie

Es wird eine Grundlage geschaffen für ein besseres Verständnis der differierenden Gründungsaktivitäten verschiedener Personengruppen und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umfeldfaktoren. Basierend auf Forschungsergebnissen zu Unternehmensgründungen in der Chemie werden diese Einflussfaktoren auf Unternehmensgründerinnen und -gründer innerhalb einer spezifischen High-Tech-Branche exemplarisch in den Blick genommen.

Veranstalter:Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften

Gerd Dapprich | 29.04.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de