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Von Pommern nach Polynesien. Deutsche Auswanderer in der Südsee und ihre Nachfahren

14. September 2016

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
14.09.2016 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter
Institut für Geschichte und Biographie

Referent
Prof. Dr. Reinhard Wendt
Historiker, München
leitete von 1998 bis 2015 das Lehrgebiet für Europäische und Außereuropäische Geschichte (jetzt LG Geschichte Europas in der Welt) am Historischen Institut der FernUniversität in Hagen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen regional in Südostasien und Australien, inhaltlich auf der Geschichte von Interaktionen zwischen westlichen und nichtwestlichen Kulturen.

Moderation
apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch (FernUniversität in Hagen)

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Die Geschichte, die in diesem Lüdenscheider Gespräch erzählt werden soll, beginnt mit 25 Personen, 22 Männern und 3 Frauen. Sie stammten mehrheitlich aus Pyritz in Pommern, waren miteinander verwandt und verschwägert und machten sich zwischen 1850 und 1914 nach und nach auf den Weg in die Südsee, auf die Tonga-Inseln. Dort betätigten sie sich in einem Export-Import-Geschäft, das darauf basierte, europäische Waren ein- und Kokosnussprodukte auszuführen, und erarbeiteten sich meist einen durchaus ansehnlichen Wohlstand. Die Männer heirateten mehrheitlich Tonganerinnen oder Frauen westlich-polynesischer Herkunft und begründeten so eine transkulturelle Gemeinschaft, die heute viele Tausend Köpfe zählt und verstreut in der pazifischen Welt lebt.

Herkunft, Motive und Hoffnungen dieser Auswanderer werden im Vortrag ebenso angesprochen wie das Leben auf den Inseln zwischen deutschen Traditionen und polynesischen Gepflogenheiten. Schon die erste Generation wurde auf Tonga heimisch. Ihre Nachfahren waren noch stärker in der lokalen Gesellschaft verwurzelt. Auch wenn viele heute nicht mehr auf Tonga leben, blieb die Gruppe familiär und freundschaftlich miteinander verbunden. Über Raum und Zeit hinweg bewahrte sie Zusammenhalt. Kohärenz stiftet dabei zunächst der Bezug zu Tonga, dann aber auch eine Erinnerung an die deutschen Wurzeln.

Gerd Dapprich | 06.12.2017