Rubriken

Veranstaltungen

„Rechtssoziologie und Verfassungsgerichtskomparatistik, am Beispiel des Vergleichs des U.S. Supreme Court und des Bundesverfassungsgerichts“

Vortragsreihe „Europäische Verfassungs­wissenschaften“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 13.07.2017 um 17:00 Uhr
Wo: Seminargebäude der FernUniversität, R. 4. und 5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen
Referent/-in: Prof. Dr. Ralf Rogowski (University of Warwick, School of Law, United Kingdom)

Illustration
Prof. Dr. Ralf Rogowski: Professor of Law and Director of the Law and Sociology Programme at the School of Law of Warwick University, United Kingdom. He received his legal training in Germany (Ass.iur, Berlin) and obtained a doctorate (Dr.iur.) at the EUI, Florence and a Master of Laws (LL.M) at the University of Wisconsin, Madison. His latest publications include Constitutional Courts in Comparison (2016), The Sustainability of the European Social Model (2015), Reflexive Labour Law in the World Society (2013), Transforming European Employment Policy (2011) and The Shape of the New Europe (2006).
Einführende Worte / Moderation: Prof. Dr. Peter Brandt (DTIEV)
Veranstalter:Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Auskunft erteilt: E-Mail an Dr. Ingrid Piela

Der Vortrag erkundet, in welcher Weise die Verfassungsgerichtskomparatistik, die sich weitgehend auf die Rechtsvergleichung von Kompetenzen und Verfahren beschränkt, mit einem an der Rechtssoziologie geschulten Ansatz weiterentwickelt werden kann. Implizit wird der die Verfassungsgerichtskomparatistik in der letzten Zeit dominierende politologische Ansatz, den in erster Linie die Rolle von Verfassungsgerichten als politische Akteure interessiert, kritisiert. Mithilfe der empirischen Verfahrensforschung, die die Beschränkungen der älteren Rechtssoziologie in Gestalt der behaviouristischen Richtersoziologie überwindet, werden Verfassungsgerichte als Gerichtsorganisationen untersucht, in denen insbesondere die Bearbeitung von Routinefällen den Alltag bestimmen. Mithilfe von litigation theory, die an Konfliktforschung (dispute processing) anknüpft, werden Mobilisierung, Entscheidungsfindung und Wirkung als drei Phasen der Konfliktverarbeitung unterschieden. Dieser Ansatz bildete den vergleichenden Rahmen für die Studien, die in dem Band Rogowski/Gawron (eds.) Constitutional Courts in Comparison (Oxford/New York 2016) versammelt sind. Der Vortrag stellt Herangehensweise und Ergebnisse dieses Projekts vor.

Gerd Dapprich | 09.08.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de