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Prof. Dr. Gábor Boros: „Theologische und philosophische Deutungen der Liebe im 17. Jahrhundert”

Termin: 04.07.2013

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Die Behandlung des Begriffs der Liebe lässt sich als Paradebeispiel des komplexen Vorgangs analysieren, innerhalb dessen die neue, wissenschaftlich orientierte Philosophie und die überkommenen, theologisch argumentierenden Denkweisen zunächst schroff gegeneinander aufzutreten schienen, später jedoch an verschiedenen Projekten gemeinsam zu arbeiten anfingen. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verliefen die Bemühungen eines Franz von Sales einerseits und etwa Descartes und Hobbes andererseits völlig getrennt nebeneinander. Der Theologe versuchte einen Begriff der reinen Liebe zu Gott auszuarbeiten, die nichts für den Liebenden wünscht, außer dass der Wille des Göttlich-Geliebten in Erfüllung gehen möge; dagegen suchten die Philosophen im allgemeinen die Liebe im Rahmen einer mechanistischen, moraltheologische Wertungen vermeidenden Theorie zu erörtern, wobei ihre jeweiligen Gottesbegriffe charakteristische Abweichungen vom Gott des schlichten Offenbarungsglaubens aufwiesen. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zielten dagegen die gefühlstheoretischen Versuche der bedeutendsten Philosophen, unter denen Leibniz und Malebranche hervorzuheben sind, darauf ab, die grundlegende Einheit von Philosophie und Theologie auch in der Arbeit am Begriff der Liebe aufzuzeigen. Der Vortrag soll diese verborgene Entwicklung anhand von ausgewählten Textanalysen verdeutlichen.

videostreaming | 20.10.2015
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