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Affektive Ereignisse bei der Arbeit und ihre Folgen - Eine dynamische Perspektive

Dr. Oliver Weigelt, LG Arbeits- und Organisationspsychologie

Termin: 13.11.2013

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Abstract:
Arbeits- und organisationspsychologische Forschung hat sich lange Zeit mit der Untersuchung stabiler Merkmale (z.B. Arbeitszufriedenheit, Handlungsspielraum, Führungsstil der Vorgesetzten) beschäftigt. In jüngerer Vergangenheit hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine solche statische Betrachtung und die damit verbundene Beschränkung auf einmalige Befragungen (z.B. zum Verhalten der Führungskraft und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter) nur begrenzt dazu beiträgt, das Erleben und Verhalten von Menschen bei der Arbeit (besser) zu erklären und zu verstehen.

Aktuelle Forschung setzt deswegen verstärkt auf die Untersuchung von Ereignisstichproben (Tagebüchern) oder längsschnittlichen Zeitreihen (Panels), bei der interessierende psychologische Variablen mit kurzem zeitlichen Abstand wiederholt von den gleichen Personen erfasst werden. Auf dieser Grundlage ist es möglich, weitgehend stabil bestehende Unterschiede zwischen Personen von Unterschieden innerhalb einer Person im Verlauf der Zeit in statistischen Modellen voneinander getrennt zu betrachten.

Am Beispiel einiger ausgewählter eigener empirischer Studien werde ich skizzieren, welchen Erkenntnisgewinn eine solche dynamische Perspektive konkret verspricht. Ich nähere mich den Fragestellungen über das Konzept affektiver Ereignisse bei der Arbeit. Affektive Ereignisse bilden eine breite Klammer, die von alltäglichen Hindernissen am Arbeitsplatz oder Streit mit Kolleginnen bis hin zum Übergangenwerden bei einer Beförderung reicht. Auf Seite der Reaktionen betrachte ich neben Arbeitszufriedenheit, Engagement und Wohlbefinden auch inwiefern Befragte problematische Praktiken in der Organisation ansprechen.

Neben dem direkten Zusammenhang affektiver Ereignisse mit dem Erleben und Verhalten diskutiere ich auch einige Moderatorvariablen, die erklären können, warum Personen auf ähnliche Ereignisse unterschiedlich reagieren. Dabei wird erkennbar, dass unter anderem der Arbeitsplatz als sozialer Kontext eine wichtige Rolle spielt.

videostreaming | 20.10.2015
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