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Forschung

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Schwerpunkte

Die Arbeits- und Forschungsgebiete von Professor Brösel und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern sind vor allem die Wirtschaftsprüfung sowie die nationale und internationale Rechnungslegung.

Forschungsschwerpunkte im Rahmen der „Rechnungslegung“

Mit den Zielen a) einer Erhöhung der Transparenz und der internationalen Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften, b) des erweiterten Schutzes der Anteilseigner sowie c) der damit bezweckten Steigerung der Attraktivität der europäischen Kapitalmärkte hat die EU für kapitalmarktorientierte Konzernmutterunternehmen die Verbindlichkeit der informationsorientierten internationalen Rechnungslegungsnormen, der „International Financial Reporting Standards“ (IFRS), für die Mitgliedsstaaten kodifiziert. Eine weitergehende Verpflichtung wurde den einzelnen Mitgliedstaaten freigestellt. Im Mittelpunkt der IFRS-Bilanzierung steht nicht – wie im Rahmen der handels­rechtlichen Bilanzierung – der Gläubigerschutz, sondern die Information der Investoren im Sinne potenzieller oder derzeitiger Eigen- und Fremdkapitalgeber. Diese sollen in die Lage versetzt werden, fundierte Entscheidungen bezüglich einer Beteiligung bzw. eines Engagements hinsichtlich des bilanzierenden Unternehmens zu treffen. Die Informationsasymmetrien zwischen Unternehmensführung und Investoren sollen durch die Anwendung der IFRS als „entscheidungsorientierte Rechnungslegung“ vermindert werden. In diesem Zusammenhang treten zahlreiche Forschungsfragen auf, die nicht nur die überregionalen Wirtschaftsakteure unmittelbar berühren, sondern auch für regionale Unternehmen von Interesse sind und eine originäre Verknüpfung zwischen nationalen und internationalen Forschungsinteressen im Bereich der Rechnungslegung erfordern.

Zudem wird das Handelsgesetzbuch (HGB) im Hinblick auf die rechnungslegungsrelevanten Sachverhalte durch den deutschen Gesetzgeber (permanent) verändert und dabei an europäische „Erfordernisse“ angepasst. Hierbei erfolgte eine nicht immer wünschenswerte Annäherung an die informationsorientierten IFRS, wobei die bewährten Bilanzierungsgrundsätze im Kern erhalten bleiben sollten. Bezüglich dieser Neuregelungen ist es jedoch fraglich, ob und inwieweit der Zweck der handelsrechtlichen Rechnungslegung, die Gruppe der Gläubiger zu schützen, aufrechterhalten wird. Die Forschungstätigkeit in diesem Bereich ist somit von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der nationalen Rechnungslegung.

In diesem Zusammenhang werden u. a. die verschiedenen Auswirkungen der internationalen und auch der nationalen Rechnungslegungsnormen a) auf das bilanzierende Unternehmen, b) den Bilanzadressaten im Hinblick auf die Bilanzanalyse sowie c) die Abbildung von verschiedenen Sachverhalten im Jahresabschluss (sog. Bilanzpolitik) analysiert. Ziele und Ergebnisse der Forschungsleistungen sind vor allem die Auslegung und kritische Würdigung diverser Rechnungslegungsnormen sowie die Präsentation von ziel- und adressatenorientierten Neuregelungsvorschlägen.

Das Engagement der Lehrstuhlmitglieder in diesem Bereich wird durch zahlreiche Veröffentlichungen dokumentiert. Beispielsweise sei auf folgende Beiträge hingewiesen (zu näheren Informationen sehen Sie die Publikationsverzeichnisse der einzelnen Lehrstuhlmitglieder):

  • Mitwirkung von Herrn Professor Brösel als Autor in diversen renommierten Kommentaren, z. B. Bonner Handbuch Rechnungslegung; Handbuch der Bilanzierung; Handbuch der Rechnungslegung: Einzelabschluss – Kommentar zur Bilanzierung und Prüfung; Systematischer Praxiskommentar Bilanzrecht; Handbuch Bilanzrecht.

  • Mitwirkung von Herrn Professor Brösel als (Mit-)Herausgeber von zwei Kommentaren: Systematischer Praxiskommentar Bilanzrecht sowie Handbuch Bilanzrecht; siehe http://www.praxiskommentar.de/.

  • Rechnungslegungsspezifische Beiträge des Lehrstuhlinhabers und der Lehrstuhlmitarbeiter in zahlreichen nationalen und internationalen Fachzeitschriften, z. B. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (BFuP); Der Betrieb (DB); Internationale Rechnungslegung (PiR); Managerial Economics; Medienwirtschaft – Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie; Unternehmensteuern und Bilanzen (StuB); Zeitschrift für Bilanzierung und Rechnungswesen (BRZ; ehemals: Bilanzbuchhalter und Controller – BC; mittlerweile: Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling – BC); Zeitschrift für internationale und kapitalmarktorientierte Rechnungslegung (KoR).

  • Rechnungslegungsspezifische Beiträge auf internationalen Kongressen, z. B. The Asian-Pacific Conference on International Accounting Issues; The Annual Congress of the European Accounting Association (EAA); Konferenz „Accounting Renaissance: Lessons from the Crisis and Looking into the Future – Learning from Histories and Institutions“.

  • Lehrbuch „Brösel, Gerrit: Bilanzanalyse, Möglichkeiten und Grenzen der Unternehmensbeurteilung auf Basis von HGB- und IFRS-Jahresabschlüssen“.

  • Lehrbuch und Übungsbuch „Mindermann, Torsten/Brösel, Gerrit: Buchführung und Jahresabschlusserstellung nach HGB“.


Forschungsschwerpunkte im Rahmen der „Wirtschaftsprüfung“

Ein bedeutender Teilbereich der Wirtschaftsprüfung ist die Unternehmensbewertung. Die Unternehmensbewertung gilt zudem aufgrund ihrer Querschnittsfunktion als „Königsdisziplin“ der Betriebswirtschaftslehre. Vor allem im Hinblick auf das Rechnungswesen und Controlling bestehen hier erhebliche Schnittmengen. Die „Funktionale Unternehmensbewertung“ ist zwar die seit Mitte der 1970er Jahre in der theoretisch fundierten Literatur herrschende Lehre, jedoch bestanden und bestehen diesbezüglich wesentliche Forschungslücken.

Im Rahmen der bisherigen Forschungsleistungen konnten die Vertreter des Lehrstuhls einige dieser Lücken bereits reduzieren. So wurde sich in zahlreichen Veröffentlichungen der sog. Argumentationsfunktion und den Nebenfunktionen gewidmet. Darüber hinaus ist dem Lehrstuhlinhaber gemeinsam mit dem angesehenen „Mitbegründer der funktionalen Unternehmensbewertungstheorie“, Herrn Prof. Dr. Manfred Jürgen Matschke, gelungen, die erste sowohl umfassende als auch stringent theoriegeleitete Monographie zur funktionalen Unternehmensbewertung erfolgreich am Markt zu platzieren.

Im Jahre 2006 wurde darüber hinaus eine empirische Studie zur Unternehmensbewertung unter den 480 größten Unternehmen Deutschlands durchgeführt. Hierbei handelte es sich um die erste umfassende empirische Studie zur Bewertung, welche explizit unter dem Blickwinkel der funktionalen Theorie durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie offenbarten einerseits einen weiterhin großen Forschungsbedarf und andererseits eine mangelnde theoretische Fundierung in der praktischen Anwendung von Unternehmensbewertungsverfahren.

Neben offenen Forschungsfragen, die gemäß der o. g. empirischen Erhebung des Jahres 2006 beispielsweise im Hinblick auf die Unternehmensbewertung in sog. dominierten und in sog. jungierten Konfliktsituationen vorzufinden sind, besteht ein wesentlicher Bedarf der Transformation der Erkenntnisse der deutschen Unternehmensbewertungslehre auf die internationale „Forschungsbühne“. Eine entsprechende Übertragung der Erkenntnisse auf die internationale Ebene ist förderlich, um den zu beobachtenden Fehlentwicklungen in der internationalen Theorie und Praxis entgegenzuwirken, weshalb u. a. die vom DAAD geförderte und vom renommierten Univ.-Prof. Dr. Henryk Gurgul vorgenommene polnische Übersetzung einer gekürzten Version des erfolgreichen Buches zur „Unternehmensbewertung“ von Matschke/Brösel seit dem Jahre 2011 auf dem Markt ist. Hinzuweisen sei darüber hinaus vor allem u. a. auf den Beitrag „Fundamentals of Functional Business Valuation” von Matschke, Manfred Jürgen/Brösel, Gerrit/Matschke, Xenia im Journal of Business Valuation and Economic Loss Analysis (JBVELA), 5. Jg. (2010), Heft 1, Artikel 7, S. 1–39 (http://www.bepress.com/jbvela/vol5/iss1/art7), welcher international für Aufsehen gesorgt hat. Hiermit wurde zum wiederholten Male ein Beitrag geleistet, um unbedarfte Unternehmensbewerter aus der engen Sackgasse der „amerikanischen Modewelle“ zu führen.

Das Engagement der Lehrstuhlmitglieder in diesem Bereich wird durch zahlreiche Veröffentlichungen deutlich. Beispielsweise sei auf folgende Beiträge hingewiesen (zu näheren Informationen sehen Sie die Publikationsverzeichnisse der Lehrstuhlmitglieder):

  • Lehrbuch „Matschke, Manfred Jürgen/Brösel, Gerrit: Unternehmensbewertung, Funktionen – Methoden – Grundsätze“.

  • Lehrbuch „Matschke, Manfred Jürgen/Brösel, Gerrit: Wycena przedsiębiorstwa – Funkcje, metody, zasady –“.

  • Wirtschaftsprüfungsspezifische Beiträge in zahlreichen nationalen und internationalen Fachzeitschriften, z. B. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (BFuP); Deutsches Steuerrecht (DStR); Die Betriebswirtschaft (DBW); Die Wirtschaftsprüfung (WPg); Ekonomia Menedżerska; FINANZ BETRIEB (FB); International Journal of Entrepreneurial Venturing (IJEV); Journal of Air Law and Commerce (JALC); Mergers & Acquisitions Review (M&A REVIEW); Zeitschrift für Klein- und Mittelunternehmen – Internationales Gewerbearchiv (IGA; nunmehr: Zeitschrift für KMU und Entrepreneurship – ZfKE); Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ZögU) – Journal for Public and Nonprofit Services.

  • Wirtschaftsprüfungsspezifische Beiträge auf internationalen Kongressen, z. B. The Asian-Pacific Conference on International Accounting Issues, International Conference Financial Management, Value Chain Management (VCM) Conference, Konferenz „Accounting Renaissance: Lessons from the Crisis and Looking into the Future – Learning from Histories and Institutions“.

  • Zahlreiche mehrsprachige Arbeitspapiere zur Unternehmensbewertung (siehe unter „Publikationen“ bei „Forschung“).

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Weiterführende Informationen zu den Arbeits- und Forschungsgebieten am Lehrstuhl entnehmen Sie bitte den Veröffentlichungsverzeichnissen der Lehrstuhlmitarbeiter (im rechten Block).


Patrick Thielmann | 21.06.2017
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