Lehrform und Kurse des Moduls:
Das Modul gliedert sich in fünf Kurseinheiten zu folgenden Inhalten:
Alle Kurseinheiten enthalten eine große Zahl von Übungsaufgaben und Kontrollfragen sowie Lösungshinweise bzw. Musterlösungen zu diesen Aufgaben. Außerdem steht ein Glossar aller in den Kurseinheiten verwendeten Fachbegriffe zur Verfügung. Die Studierbarkeit des Textes wird durch didaktische Elemente wie Marginalien, Hervorhebungen wichtiger Aussagen und weitere grafische Gestaltungsformen weiter erhöht.
Ergänzend zu dem gedruckten Studienmaterial umfasst das Modul eine Begleit-CD, welche Übungsmaterial zu den B-Modulen 31041 (Theorie der Marktwirtschaft) und 31731 (Marktversagen) sowie dem C-Modul 32531 (Preisbildung auf unvollkommenen Märkten und allgemeines Gleichgewicht) enthält. Es handelt sich hierbei um animierte Grafiken, interaktive Übungsaufgaben und kleinere Simulationen. Die animierten Grafiken erleichtern vor allem das Verständnis komplizierter Abbildungen, da sie deren Konstruktion schrittweise vorführen. Die interaktiven Übungsaufgaben dienen der unmittelbaren Lernerfolgskontrolle und nutzen die rechentechnischen Möglichkeiten des Computers. Mit Hilfe von Simulationen wird das intuitive Verständnis des Einflusses von Parametervariationen auf Gleichgewichtsallokationen gefördert.
Verwendbarkeit und Studiensemester:
Voraussetzung für die Vergabe von Leistungspunkten:
Die Leistungspunkte werden vergeben, wenn die Prüfungsklausur bestanden worden ist. Voraussetzung für die Klausurteilnahme ist das Bestehen mindestens zweier von vier Einsendearbeiten.
Qualifikationsziele:
Mit dem Modul sollen im Wesentlichen folgende Qualifikationsziele verfolgt werden:
Inhalte:
Dieses Modul beschäftigt sich mit der grundlegenden Funktionsweise eines marktwirtschaftlich organisierten Allokationssystems.
Einführung (25 h)
In dieser Kurseinheit werden zwei Fragen behandelt:
Die Antwort auf die erste Frage lautet: Die Mikroökonomik ist zugleich:
Diese vier Funktionen der Mikroökonomik werden in einer Weise erklärt, die keine fachspezifischen Kenntnisse voraussetzt.
Im zweiten Abschnitt dieser Kurseinheit wird die Konstruktion und Analyse von Modellen als wichtigstes „Werkzeug“ des Ökonomen vorgestellt. Dabei werden unterschiedliche Arten von Modellen, ihre Bestandteile und die Möglichkeiten einer systematischen Variation der Annahmen behandelt.
Theorie des Haushalts (95 h)
Diese Kurseinheit behandelt die Entscheidungen der Haushalte. In einem ersten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen rationaler Entscheidungen unter der Annahme behandelt, dass der Haushalt alle Informationen besitzt, die er für eine rationale Entscheidung benötigt. Ausgehend von dem Konzept der Präferenzordnung wird eine ordinale Nutzenfunktion abgeleitet. Es wird gezeigt, wie Entscheidungen ganz allgemein als Maximierung einer Nutzenfunktion unter Nebenbedingungen modelliert werden können. Da Entscheidungen unter Sicherheit eher die Ausnahme als die Regel sind, wird das entscheidungstheoretische Konzept durch die Einbeziehung von Unsicherheit verallgemeinert. Damit wird gezeigt, dass auch Entscheidungen unter Unsicherheit einer ökonomischen Analyse zugänglich sind. Für die nachfolgenden Untersuchungen wird aus didaktischen Gründen allerdings mit dem einfacheren Modell vollständiger Information gearbeitet. Haushalte reagieren gemäß ihrer Nutzenfunktion auf Änderungen in den Restriktionen, die ihre Handlungsmöglichkeiten beschränken. Von besonderer Wichtigkeit sind hierbei die Änderungen in den Preisen der Güter, welche von den Haushalten nachgefragt werden, und von Änderungen in dem für Konsumzwecke zur Verfügung stehenden Budget. Die Reaktionsweise der Haushalte auf derartige Änderungen lässt sich zusammengefasst durch Nachfragefunktionen oder deren grafisches Äquivalent, die Nachfragekurven, beschreiben. Haushalte treffen jedoch nicht nur Entscheidungen über die Güternachfrage, sondern auch über das Angebot an Arbeitsleistungen sowie über eine Reihe weiterer Handlungsalternativen, die weit über den Rahmen ökonomischer Entscheidungen im engeren Sinne hinausgehen. Es wird gezeigt, wie das grundlegende Analyseinstrument der Nutzenmaximierung unter Nebenbedingungen auch auf derartige Entscheidungen angewendet werden kann. Als Ergebnis erhält man eine Theorie, welche es gestattet, die Reaktion von Haushalten auf Änderungen in den für ihre Entscheidungen exogenen Variablen unter bestimmten Annahmen vorauszusagen.
Theorie der Firma (65 h)
Die Firma ist eine Entscheidungseinheit, welche bestrebt ist, die Differenz zwischen ihren Erlösen und ihren Kosten, d.h. ihren Periodengewinn zu maximieren. Erlöse entstehen durch den Verkauf von Produkten am Markt. Kosten entstehen durch den Einsatz von Produktionsfaktoren, welche benötigt werden, um das Produkt herzustellen. Die Firma muss sich entscheiden, welche Menge des Produkts sie anbieten will und welche Kombination der Faktormengen sie hierfür einsetzen will. Sie trifft diese Entscheidung mit dem Ziel der Gewinnmaximierung unter der Nebenbedingung einer gegebenen Produktionstechnik. Diese Technik wird durch eine Produktionsfunktion beschrieben. Eine derartige Funktion gibt die maximale Produktmenge an, welche mit einer bestimmten Kombination der Faktoreinsatzmengen erzielt werden kann. Eine notwendige Bedingung für die Maximierung des Gewinns ist die Minimierung der Kosten. Der Zusammenhang zwischen den minimalen Kosten, welche notwendig sind, um eine bestimmte Produktmenge herzustellen und dieser Produktmenge wird durch die Kostenfunktion beschrieben. Die Firma wird ihre optimale Angebotsmenge aus dem Vergleich der zusätzlichen Erlöse mit den zusätzlichen Kosten bestimmen, welche entstehen, wenn die Produktmenge um eine Einheit verändert wird. Falls bei einer Erhöhung der Produktion die Erlöse stärker steigen als die Kosten, kann der Gewinn noch gesteigert werden, gilt das Umgekehrte, kann der Gewinn durch eine Senkung der Produktion gesteigert werden. Sieht die Firma die Preise der Produktionsfaktoren und den Preis des Produktes als gegeben an, so ist einem gegebenen Produktpreis eine bestimmte gewinnmaximale Produktmenge zugeordnet. Diese Zuordnung wird durch die Güterangebotsfunktion beschrieben.
Preisbildung auf Märkten unter vollständiger Konkurrenz (85 h)
Fasst man die individuellen Nachfragefunktionen der Haushalte zu einer Marktnachfrage- und die individuellen Angebotsfunktionen der Firmen zu einer Marktangebotsfunktion zusammen, so erhält man ein Modell des betreffenden Marktes. Die Marktnachfragefunktion beschreibt, welche Menge des betrachteten Gutes alle Haushalte zusammen zu einem bestimmten Preis nachfragen Die Marktangebotsfunktion beschreibt, welche Menge des betrachteten Gutes alle Firmen zusammen zu einem bestimmten Preis anbieten. Falls die Nachfrage zu einem bestimmten Preis größer ist als das Angebot, herrscht eine Überschussnachfrage, im umgekehrten Fall ein Überschussangebot. Im Falle der Überschussnachfrage kommt es zu einem Anstieg des Preises, im Falle des Überschussangebots zu einem Sinken des Preises. Falls der Preisanpassungsmechanismus zu einem stabilen Gleichgewicht führt, wird ein Preis gefunden, bei welchem Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Zu diesem Preis sind die Pläne der Anbieter (Firmen) und die der Nachfrager (Haushalte) miteinander vereinbar. Gleichzeitig ist bei diesem Preis die Summe der Tauschgewinne, welche die am Tausch beteiligten Haushalte und Firmen erzielen, maximal. Es existiert dann kein anderer Preis, bei welchem einer der Tauschpartner besser gestellt werden kann, ohne dass zugleich ein anderer schlechter gestellt würde. Eine derartige Allokation bezeichnet man als Pareto-optimal. Mit Hilfe dieses Modells eines einzelnen Marktes kannuntersucht werden, welche Änderungen das Gleichgewicht auf dem betrachteten Markt erfährt, falls es zu Änderungen in jenen Größen kommt, welche für die Haushalte und/oder die Firmen exogen sind, über welche sie also nicht entscheiden können. Im Rahmen dieses Modells zählen hierzu auf Seiten der Haushalte die Präferenzen, die Preise aller übrigen Güter und ihr Budget, auf Seiten der Firmen die Preise der Produktionsfaktoren und die Produktionstechnik. Preise und Budget können durch staatliche Eingriffe, wie Besteuerung, Subventionierung oder Preisregulierung beeinflusst werden Deshalb eignet sich das Modell u. a. zur Vorhersage der Auswirkungen staatlicher Maßnahmen auf die Gleichgewichtspreise und Gleichgewichtsmengen auf einzelnen Märkten.
Preisbildung auf monopolistischen Märkten (30 h)
Die Annahme, dass Haushalte und Firmen die Preise der Güter und der Produktionsfaktoren als gegeben annehmen, ist plausibel, wenn auf den betrachteten Märkten vollständige Konkurrenz herrscht. Im Allgemeinen ist diese Voraussetzung jedoch nicht oder zumindest nicht in hinreichendem Maße erfüllt. Dies gilt vor allem auf Seiten der Firmen. Hier ist die Zahl der Anbieter oftmals so klein, dass keiner der Anbieter davon ausgehen kann, sein Angebotsverhalten hätte keinen Einfluss auf das Marktgleichgewicht. Im Extremfall existiert nur ein einziger Anbieter. Auch dieser Fall ist in der Realität eher selten. An Hand der beiden Extremfälle: dem der vollständigen Konkurrenz und dem des Monopols lässt sich aber die Bandbreite bestimmen, innerhalb deren das Marktgleichgewicht liegen muss. Für den Monopolisten ist nicht der Preis des von ihm angebotenen Gutes gegeben, sondern das Nachfrageverhalten der Haushalte und damit die Marktnachfragefunktion. Der Monopolist wählt jene Angebotsmenge bzw. jenen Angebotspreis, welcher seinen Gewinn unter Berücksichtigung seiner Produktionsfunktion und der Marktnachfragefunktion maximiert. Diese Angebotsmenge ist im Allgemeinen nicht Pareto-optimal.
Eng verwandt mit der Marktform des Monopols sind die Marktformen des Kartells und der monopolistischen Konkurrenz. Das Kartell verfügt jedoch über eine geringere Marktmacht, da es ihm an innerer Stabilität mangelt, ein Anbieter unter monopolistischer Konkurrenz verfügt über geringe Marktmacht, da sein Produkt durch die Produkte anderer Anbieter substituiert werden kann.
Wegen der im Vergleich zu einem Markt unter vollständiger Konkurrenz schlechteren Versorgung und aus anderen Gründen wird die Marktform des Monopols in der Öffentlichkeit überwiegend negativ beurteilt. Bei näherer Analyse zeigt sich jedoch, dass Monopole, solange sie nicht staatlich geschützt sind, nur selten einen Anreiz haben, ihren Preissetzungsspielraum voll auszunützen. Sie stehen zwar nicht in aktueller Konkurrenz mit anderen Anbietern, wohl aber in potentieller Konkurrenz.
Voraussetzungen für die Teilnahme:
Beherrschung der Differenzialrechnung in einem Umfang, wie sie in den gängigen Lehrbüchern zur "Mathematik für Ökonomen" oder in den A-Modulen 31101: Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik sowie 32741: Vertiefung der Wirtschaftsmathematik und Statistik der FernUniversität Hagen behandelt wird.
FernUniversität in Hagen, LST VWL, insb. Wirtschaftstheorie, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-4451